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Ausgabe 33/2026
>> Leben in Illingen
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Biberburg erkunden

Natur erleben auf der Biberburg

Wenn der Wald für eine Woche zum neuen Zuhause wird

Eine Woche lang wurde die Biberburg zum Treffpunkt für 30 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren. Das Jugendbüro Illingen und das Jugendbüro Eppelborn veranstalteten die Freizeit gemeinsam in Kooperation mit Naturpädagoge Christian Kirsch. Hier wurde nicht einfach nur ein Ferienprogramm absolviert. Es wurde gemeinsam Zeit verbracht, Neues ausprobiert, gelacht, gespielt, gekocht und immer wieder die Natur vor der eigenen Haustür entdeckt. Und spätestens bei der Übernachtung im Wald wurde klar, dass die Biberburg Freizeit mehr ist als eine Reihe einzelner Aktionen.

Schon zum Start wurde es bunt und lebendig. Nach dem Ankommen und ersten gemeinsamen Spielen ging es beim Batiken kreativ zur Sache. Es wurde geknotet, gefaltet, gedreht und gefärbt und so entstanden ganz individuelle Kunstwerke. Währenddessen lief im Hintergrund bereits die Vorbereitung für das erste gemeinsame Abendessen. Bei sommerlichen 36 Grad standen Emil und Luca als Feuergott und Burgermeister der Biberburg am Grill und sorgten gemeinsam mit dem restlichen Team dafür, dass aus vielen einzelnen Zutaten ein großes Burgerbuffet wurde. Danach war noch lange nicht Schluss. Bei der Lagerolympiade mussten 15 versteckte Gegenstände geborgen werden. Die Aufgabe war allerdings nur gemeinsam zu schaffen, denn der Kontakt zur Basis durfte niemals abreißen. Menschenketten wurden gebildet und die Kinder mussten gemeinsam überlegen, wie sie an die verschiedenen Verstecke gelangen konnten. Bei einer weiteren Aufgabe galt es, Wäscheklammern zu erbeuten, die von Schwertmeisterin Lenya mit einer Poolnudel verteidigt wurden. Dazwischen wurde Volleyball gespielt, getanzt, Darts gespielt, am Bach herumgetobt und natürlich immer wieder Werwolf gespielt.

 

Die Natur war dabei nicht nur Kulisse, sondern wurde selbst zum Erlebnisraum. Gemeinsam mit Naturpädagoge Christian Kirsch ging es in den Wald. Beim Spiel „Adlerauge“ mussten die Kinder schleichen, sprinten und sich möglichst geschickt verstecken. Anschließend wurde genauer hingeschaut: Welche Tiere leben eigentlich in unserem Wald? Wer frisst Pflanzen und wer andere Tiere? Spielerisch wurde Wissen vermittelt, bevor bei verschiedenen Fangspielen wieder ordentlich Bewegung ins Spiel kam. Auch das gemeinsame Kochen gehörte dazu. Gemüse wurde geschnippelt, gerührt und gemeinsam verarbeitet. Aus Tomaten, Gemüse und Gnocchi entstand ein großer Nudeltopf. Beim anschließenden Fuchs- und Fleischbeutelspiel wurde es wieder mucksmäuschenstill. Anschleichen, zuhören, richtig raten und im richtigen Moment handeln waren gefragt. So wurde aus dem Wald ein riesiges Spielfeld, auf dem es jeden Tag etwas Neues zu entdecken gab.

Natürlich gehörte auch ein großer Ausflug zur Freizeit. Im Phantasialand ging es durch fremde Welten und auf zahlreiche Fahrgeschäfte. Black Mamba, Colorado Adventure, Taron und FLY sorgten für Adrenalin und mutige Momente. Schon die Busfahrt wurde zum gemeinsamen Erlebnis. Bei „Wizard“ wurde gespielt und um den Sieg gekämpft. Dass ausgerechnet Tamara diesmal gewann, obwohl sie nach eigener Aussage sonst regelmäßig verliert, sorgte dabei für eine kleine Sensation. Auch längere Wartezeiten konnten der guten Stimmung nichts anhaben. Es wurde gelacht, gespielt und gemeinsam darauf gewartet, dass es endlich losging.

 

Der Höhepunkt der Woche kam schließlich am Donnerstag. Während die anderen Freizeittage um 16 Uhr endeten, blieb die Gruppe diesmal länger. Im Wald wurde ein Nachtlager gebaut. Mit Seilen, Ästen und viel Fantasie entstanden kleine Laubhütten und Verstecke. Emil sorgte mit seiner eigenen Hängematte für eine besonders komfortable Schlafmöglichkeit. Gemeinsam wurde aus einem Stück Wald ein kleines Lager, in dem jeder mithelfen konnte. Am Abend wurde gegrillt und anschließend das Lagerfeuer entzündet. Würstchen, Mais, Grillkäse und selbstgemachte Salate standen auf dem Tisch. Marshmallows wurden geröstet und S’mores aus Butterkeksen gebaut. Später wurde es im Wald dunkel und die Werwolfrunden bekamen plötzlich eine ganz andere Atmosphäre. Gegen 23 Uhr wurden Taschenlampen, Isomatten und Schlafsäcke geschnappt. Gemeinsam ging es zum Nachtlager. Dort wurde es ruhig. Eine Gute Nacht Geschichte, ein klarer Sternenhimmel und der Ruf eines Waldkauzes aus der Ferne begleiteten die Kinder in die Nacht. Am nächsten Morgen weckte nicht der Wecker, sondern die Dämmerung. Das Lager wurde gemeinsam abgebaut und nach einem Frühstück ging es zurück zur Biberburg. Noch einmal wurde aufgeräumt, noch einmal gespielt und natürlich durfte auch eine letzte Runde Werwolf nicht fehlen.

 

Dann hieß es Abschied nehmen.

Eine solche Woche funktioniert nur, wenn viele Menschen bereit sind, ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Energie einzubringen. Deshalb gilt ein ganz besonderer Dank allen Ferienbetreuerinnen, Helferinnen und Helfern sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Biberburg Freizeit. Die zwei Maras möchten euch ausdrücklich Danke sagen. Danke für euren Einsatz, eure Geduld, eure Kreativität und vor allem dafür, dass ihr euch für andere einsetzt. Viele von euch sind selbst noch jung und verbringen ihre Ferien damit, anderen Kindern und Jugendlichen eine schöne Zeit zu ermöglichen. Einige tun dies sogar ganz ohne Bezahlung. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und verdient besondere Anerkennung.

Am Ende bleiben vor allem die Erinnerungen. An bunte Batikfarben, Burger vom Feuer, Spiele im Wald, gemeinsame Abenteuer, müde Beine nach einem langen Tag, das Lachen am Lagerfeuer und einen Sternenhimmel über dem Nachtlager. Vielleicht ist genau das die Idee hinter der Biberburg: gemeinsam draußen sein, Abenteuer erleben, Verantwortung übernehmen und eine Woche lang ein kleines Stück Gemeinschaft schaffen. Und wenn am Ende die Frage bleibt, ob wir uns im nächsten Sommer wiedersehen, dann lautet die Antwort hoffentlich ganz klar: Ja. Denn die Biberburg wartet schon.