Pfalz-Express Übersichtstafel am Eingang
Am 16.05.2016 wurde der Hatzenbühler Tabakrundweg offiziell vom damaligen Landrat Dr. Fritz Brechtel und dem damaligen Ortsbürgermeister Karlheinz Henigin im ehemaligen Pfarrgarten eröffnet. Im Beisein der 5. Hatzenbühler Eva I. und weiteren Ehrengästen wurde die Feierstunde musikalisch von den Hatzenbühler Dorfmusikanten umrahmt.
Von links nach rechts: Metz Helmut, Wünstel Martin, Gruber Maria, Johner Dieter, Gruber Gertrud, Wünstel Rudi, Wünstel Emi, Wünstel Ernst, Hirsch Karl
Es fehlen auf dem Bild: Röller Rudi, Müller Markus, Martina und Konrad Dobler
Schon vor 2016 bildete sich unter der Leitung von Ernst Wünstel eine Interessengemeinschaft „Hatzenbühler Tabakrundweg“, die es sich zum Ziel setzte, den Tabakanbau in Hatzenbühl als Kulturform zu erhalten und die Prägung der Gemeinde und das Leben der Familien anschaulich für die heutige Generation zu präsentieren.
Das Ergebnis ist ein barrierefreier, etwa 2 km langer Rundweg mit mehreren Schautafeln, in denen die einzelnen Phasen des Tabakjahres von der Aussaat bis zum Verkauf dargestellt werden. Über QR-Codes stehen weitere Informationen und Filme zum jeweiligen Thema zur Verfügung. Parallel dazu werden an noch bestehenden Tabaktrockenschuppen deren Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte gezeigt. Einer davon ist der Tabaktrockenschuppen der Gemeinde.
Eine Übersichtstafel steht am Anfang des Rundwegs gegenüber dem Rathaus am ehemaligen Pfarrgarten, in dem 1573 Pfarrer Anselmann den ersten Tabak als Zier- und Heilpflanze anpflanzte.
Mittlerweile wurden 193 Führungen mit fast 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kostenlos durchgeführt.
Das Wissen um das Tabakjahr und die Tabakschuppen wurde nicht nur an interessierte Besucher weitergegeben, sondern auch zum Beispiel an Kinder der Kita Wirbelwind in Hatzenbühl. Beispielhaft ist die Tatsache, dass 2023 anlässlich 450 Jahre Tabakanbau in Hatzenbühl die Erzieherinnen der Kita im Außenbereich des Kindergartens Tabaksetzlinge pflanzten, um den Hatzenbühler Kindern die Tabakpflanze und deren Wachstum näherzubringen. Das lässt hoffen, dass das Wissen um den Hatzenbühler Tabakanbau nicht ganz verloren gehen wird.
An dieser Stelle folgt eine Übersicht, woher seit 2016 unsere Gäste kamen:
Kita Wirbelwind Hatzenbühl, Grundschule Hatzenbühl (Lehrkörper), Grundschule Rheinzabern, PAMINA Schule Herxheim, Bauernschule Hohenlohe, Landwirtschaftsschule Paderborn, Uni Koblenz, Niersberger AG Pforzheim, Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Seniorengruppe Germersheim, VERDI Seniorengruppe Neustadt, Landfrauen Jockgrim, Landfrauen Schifferstadt, MHD Hatzenbühl.
Bochum, Bonn, Braunschweig, Bruchhausen, Edenkoben, Emsland, Flehengen/Obererdingen, Frankfurt, Fulda, Germersheim, Hatzenbühl, Herxheim, Insheim, Karlsbad, Karlsruhe, Koblenz, Kusel, Landau, Landshut, Leimersheim, Ludwigsburg, Mainz, München, Neustadt/Weinstraße, Ottersdorf, Paderborn, Pirmasens, Rülzheim, Speyer, Schweiz, Stuttgart, Thaleischweiler-Fröschen, Winden.
Die Rheinpfalz, RON TV, SWR Radio und SWR Fernsehen, Deutsche Presse-Agentur, Die Welt, Rhein-Neckar Zeitung.
Der Hatzenbühler Tabakrundweg ist mittlerweile auch Bestandteil der Südpfalz-Tabaktour.
Neben den kostenlosen Führungen gibt es noch weitere Aktionen der Interessengemeinschaft. So pflanzt sie jährlich im Mai am alten Pfarrgarten und in 5 Parzellen entlang des Rundwegs Tabak an.
Ebenso wird allen Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit geboten, Tabaksetzlinge für die eigene Aufzucht und Pflege abzuholen, damit an vielen Stellen in Hatzenbühl die imposanten Tabakstauden mit den rosafarbenen Blütenkronen bewundert werden können.
Im Juli/August werden in den Parzellen die reifen Blätter geerntet, im Gemeindeschuppen in Fäden zu Bandelieren eingefädelt und zum Trocknen aufgehängt.
Nach der Tabakernte im September lädt die Interessengemeinschaft zum „Stockseel“ ein, ein Brauch aus früheren Tagen des Tabakanbaus in Hatzenbühl. Dabei wurden am Ende der anstrengenden Ernte alle Beteiligten zum Dank zu einem zünftigen Vesper oder zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dieser alte Brauch „Stockseel“ soll wieder aufleben und alle, die sich dafür interessieren, dürfen sich daran beteiligen.
Abschließend ein großes Danke an alle, die zu diesem Erfolg des Tabakrundwegs beitrugen.
Zunächst ein Danke an alle Mitglieder der Interessengemeinschaft, die sich in Sitzungen unter der Leitung von Ernst Wünstel austauschen und das weitere Vorgehen erörtern und planen.
Danke der Ortsgemeinde Hatzenbühl, die die Interessengemeinschaft immer wieder finanziell unterstützt und den Gemeindeschuppen kostenlos zur Verfügung stellt.
Danke der Familie Martina und Konrad Dobler, die jedes Jahr die Geudertheimer- und Burley-Tabaksetzlinge aufziehen, die in den vorbereiteten Parzellen gepflanzt werden und die auch den interessierten Bürgern für die eigene Anpflanzung kostenlos übergeben werden.
Danke allen Bürgerinnen und Bürgern und Vereinen, die in ihren Gärten oder Vorgärten die Setzlinge pflanzen.
Danke den Familien Alois und Gabi Horak und Siegfried und Hedwig Willy für die Besichtigung ihrer Tabakschuppen bei den Führungen.
Danke dem Landwirt Markus Seither, bei dem die Gäste das Sortieren und Trocknen der Virgin-Tabakblätter immer wieder erleben dürfen.
Danke den Vortragenden Rudi Röller, Peter Wünstel und Karlheinz Schnorr, die immer wieder zum Gelingen des Stockseel-Festes beitragen.
Dieses Jubiläum war für den Südpfalz-Tourismus des Landkreises Germersheim Anlass, in diesem Jahr die Eröffnung des Aktionstags „Radel ins Museum“ am 03.05.2026 im Gemeindeschuppen am Hatzenbühler Tabakrundweg durchzuführen.
Die öffentlichen Führungen werden in diesem Jahr jeweils um 15:00 Uhr an folgenden Tagen angeboten:
Samstag, 30. Mai
Samstag, 27. Juni
Samstag, 25. Juli
Samstag, 29. August
Samstag, 26. September
Alle Führungen sind kostenlos.
Weitere Termine sind möglich und können auf Anfrage durchgeführt werden.
Telefon: 07275 9181007
Mail: tabakrundweg@hatzenbuehl.de
Webseite: www.hatzenbuehl.detourismustabakrundweg