Mucksmäuschenstill wurde es kurz vor den Ferien, als die aufgeregten Klassensieger aller vier Jahrgangsstufen der Grundschule Hatzenbühl zur entscheidenden Runde des diesjährigen Vorlesewettbewerbs in der Schulbücherei antraten. Nach wochenlangem Üben, bei dem die eigene Lesefreude im Mittelpunkt stand, konnte an diesem Tag die Vorstellungskraft der Zuhörer geweckt und die Magie der Bücher lebendig werden.
Zunächst lasen die Vorlesekinder einen selbst gewählten Abschnitt ihres persönlichen Lieblingsbuches vor und entführten ihre Mitschüler dabei auf eine spannende und fantastische Reise ins Land der Abenteuer und Märchen.
Nachdem die Kinder in der ersten Runde mit ihren selbst gewählten Büchern glänzen konnten, wartete die eigentliche Herausforderung auf die Vorleser: das Lesen eines völlig unbekannten Textes. Hier zeigte sich die wahre Lese- und Textkompetenz der Schüler. Ohne jegliche Vorbereitung mussten sie die fremden Zeilen flüssig, betont und fehlerfrei vortragen – eine Aufgabe, die höchste Konzentration erforderte. Doch mit dem reinen Vorlesen war es noch nicht getan. Um zu beweisen, dass sie das Gelesene auch wirklich verstanden hatten, mussten die Kinder im Anschluss knifflige Fragen zum Inhalt beantworten. Diese Kombination aus sicherem Vortrag und schnellem Textverständnis verlangte den Finalisten alles ab und machte die Entscheidung für die Jury, welche aus ehemaligen Schülern, Lehrern und Frau Leitmann als Vertreterin der Gemeindebücherei Jockgrim bestand, besonders spannend. So war es ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen bis am Ende schließlich die Sieger der jeweiligen Klassenstufen ermittelt werden konnten.
In Klassenstufe 1 gewann Lea Stampfer ihren ersten Vorlesewettbewerb, in Klassenstufe 2 konnte Mia Sindermann den Sieg für sich verbuchen. Bei den Drittklässlern holte sich Wilma Werling die Siegerurkunde ab, in Stufe 4 gewann Nico Stampfer.
Unabhängig von Platzierungen gebührt an diesem Tag aber allen Teilnehmern großer Respekt. Vor einem Publikum laut vorzulesen, erfordert eine große Portion Selbstvertrauen. Ein ganz besonderes Lob verdienen dabei die Erstklässler: Als absolute Leseanfänger, die erst vor wenigen Monaten die Welt der Buchstaben für sich entdeckt haben, zeigten sie beeindruckenden Mut.
Dieser Vorlesewettbewerb hat einmal mehr gezeigt, dass Bücher keine verstaubten Seiten sind, sondern Tore zu fantastischen Welten, die gemeinsam noch schöner zu entdecken sind.