„Das Gute ist, dass es noch Hoffnung gibt.“ Dieser Satz von Bruce Springsteen trifft vielleicht genau das, was viele Menschen in dieser Advents- und Weihnachtszeit bewegt. Er spricht davon, dass die Hoffnung nicht einfach verschwindet, selbst wenn vieles dunkel oder schwierig ist. Gerade jetzt in der Adventszeit zeigt sich das in unserer Stadt auf besondere Weise: Die Straßen sind beleuchtet, an den Fenstern hängen Sterne und Lichterketten, und immer wieder trifft man Menschen, die miteinander feiern und lachen. Gleichzeitig merkt man: Hinter vielen Türen gibt es Sorgen, Unsicherheit, Erschöpfung und Einsamkeit. Die Stadt wirkt hell - und doch tragen manche ein leises Dunkel in sich.
In vielen Liedern von Bruce Springsteen geht es um Menschen, die kämpfen und suchen, die Fehler gemacht haben, enttäuscht wurden - und trotzdem nicht aufgeben. Dieser Blick auf das Leben passt gut zur Adventszeit. Denn auch der Advent erzählt von Menschen, die auf eine neue Zukunft hoffen: von einer Welt mit mehr Gerechtigkeit, Frieden und Liebe. Das Kind in der Krippe steht dafür, dass Gott nicht auf Abstand bleibt, sondern mitten in unsere Brüche, in unsere Fragen und in unsere Stadt kommt. Weihnachten beginnt nicht im Glanz einer großen Show, sondern in einem einfachen Stall, an einem unscheinbaren Ort, der von Gottes Licht berührt wird.
Wenn Menschen in unserer Stadt einander wahrnehmen, sich Zeit nehmen für ein Gespräch, einem einsamen Nachbarn zuhören, im Pflegeheim jemanden besuchen oder einer überlasteten Familie Hilfe anbieten, dann wird etwas von dieser Hoffnung sichtbar. Es sind oft nur kleine Gesten, aber sie verändern die Atmosphäre einer Straße, eines Hauses, eines ganzen Viertels. So wird die Stadt zu einem Ort, an dem dieses leise „Es gibt noch Hoffnung“ spürbar wird - im Treppenhaus, an der Bushaltestelle, im Ehrenamt, in einem unerwartet freundlichen Blick.
Als Kirchen wünschen wir, dass diese Advents- und Weihnachtszeit zu einer Zeit wird, in der viele genau das erfahren: dass Licht in ihr persönliches Dunkel fällt und dass unsere Stadt mehr ist als Häuser, Verkehr und Läden. Sie kann ein Raum werden, in dem wir einander tragen und stärken. Möge die Zeile aus dem Lied von Bruce Springsteen über unseren Straßen stehen wie ein Segenswort: „Das Gute ist, dass es noch Hoffnung gibt“ - für jede und jeden Einzelnen und für unsere ganze Stadt.
In diesem Vertrauen wünschen wir Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest, in dem die Hoffnung bei Ihnen zu Hause und mitten in unserer Stadt einzieht.