Lesung
„Unser Alltag in den 50ern – Erinnerungen an ein einfaches Leben“
begeistert Zuhörer im Seniorentreff
Voller Erwartung, aber auch mit vielen eigenen Geschichten und Erinnerungen im Gepäck, kamen zahlreiche „Kinder“ der 40er- und 50er-Jahre am 29.04. in den Seniorentreff der Stadt. Dort erwarteten sie Helga Heins und Alexandra Kobusch zu einem Nachmittag in der Reihe der Lesungen mit Erzählungen rund um das einfache Leben im Ländlichen zur Nachkriegszeit. Von Zeitzeugen aufgeschriebene Memoiren und auch eigene, zu Papier gebrachte Gedanken, dargebracht von den beiden, führten alle gemeinsam auf eine Zeitreise in die eigene Kinder- und Jugendzeit. Ziel der Veranstaltung war, einen versöhnlichen, behaglichen Blick in die Vergangenheit zu richten, mögliches Negatives für den Moment auszublenden. Gemeinsam erinnerte man sich gut an die Kolonialwarenläden, guten Stuben, Backhäuser und Schlachtefeste. Mit detailreich und bunt ausgeschmückten Beschreibungen wanderte man vor dem geistigen Auge an Bonbongläsern, Mehl- und Zuckerschütten, Käserädern, Kartoffelfeldern, Hühnerställen und Schlachtesuppen vorbei. In den Zuhörerreihen war immer wieder leise Zustimmung zu vernehmen. Die ein oder andere Einzelheit kam einem freudig ins Bewusstsein zurück. Anderes war noch so präsent als sei es gestern gewesen. Das kollektive Erinnern an bescheidenere Zeiten verlieh den Anwesenden ein behagliches Gefühl von Zusammengehörigkeit, saß man doch damals mit allen Entbehrungen, Verzichten und Anstrengungen im selben Boot. Doch machte sich bei fast allen auch eine wohlige Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ breit. „Es war eben so…und hat uns im Nachhinein nicht geschadet“, war dem anschließenden Austausch zu entnehmen und man kam zu der Erkenntnis, dass man ganz nebenbei Tugenden wie Bescheidenheit, Biss oder Genügsamkeit mit auf den Lebensweg bekam - Eigenschaften, die in einem erfüllten Leben keine unwesentliche Rolle spielen können.
Besonders authentisch und gesellig wurde es, als Helga Heins in waschechtem Allendörfer Platt performte, „im Fischerstade uffgewachsen, unn bim ahl´n Schorje im Kann…“
Dankbar saß man noch gemütlich bei Kaffee und Blechkuchen nach altem Rezept, gebacken von der „Hausbäckerin“ Irmgard Schuster, zusammen und ließ die Gedanken weiter schweifen.
Eine weitere Lesung ist bereits in Planung und wird entsprechend angekündigt.