Eine Radfahrerin stürzt im Gelände und kann beim Notruf keine genauen Auskünfte über ihren Standort geben.
Ein Mann kollabiert – der Ersthelfer vor Ort ist unsicher bei der Reanimation. Durch fremdsprachige Notrufteilnehmer ist eine Kommunikation schwer möglich. In solchen Fällen zieht die Zentrale Leitstelle ab sofort die Software ‚EmergencyEye‘ zu Hilfe. Das System hilft den Einsatzsachbearbeitern und Einsatzsachbearbeiterinnen der Zentralen Leitstelle, die Situation besser einzuschätzen und zu beraten sowie den Einsatzort zielgenau zu orten.
„Die Zentrale Leitstelle ist der Dreh- und Angelpunkt bei Notfalleinsätzen. Mit der technischen Nutzung von ‚EmergencyEye‘ können die Einsätze und die Einsatzkräfte vor Ort besser koordiniert werden und wir erhalten ein frühzeitiges Bild vom Ereignis“, so der Fachdienstleiter im Stab Gefahrenabwehr und Leiter der Leitstelle des Werra-Meißner-Kreises Ansgar Knott.
„Die ersten Minuten sind in einem Notfalleinsatz entscheidend. Mit dem Eingang eines Anrufes bei uns in der Zentralen Leitstelle muss sofort und gezielt gehandelt werden – die technischen Möglichkeiten erleichtern uns die Bearbeitung des Einsatzes“, ergänzt Michael Niggemann, stellv. Fachdienstleiter im Stab Gefahrenabwehr.
Hierbei können über ‚EmergencyEye‘ verschiedene Funktionen genutzt werden. Die GPS-Ortung ermöglicht eine schnellere Ortslokalisation und Weiterleitung der Koordinaten an die Einsatzmittel. Mit der Videofunktion können über die Kamera des Notrufenden Live-Bilder vom Notfallereignis und der Einsatzstelle übertragen werden. Hierdurch lässt sich die Situation vor Ort besser einschätzen und die Reaktionen sind zielgerichteter.
In größeren Schadensfällen können Bilder für weitere Einsatzkräfte, Verantwortliche und Behörden zur Schadensabwehr direkt bereitgestellt werden. Mit der Video- und Cursorfunktion sind die Anleitungen z. B. bei Ersthelfer- und Reanimationsmaßnahmen wesentlich effektiver.
Für sprachliche Barrierefreiheit sorgt die Chat-Funktion mit Live-Übersetzung in 30 Sprachen.
Ermöglicht wird dies alles durch das unabhängige System „EmergencyEye“. EmergencyEye arbeitet ohne App und kann auf jedem Smartphone mit einer Datenverbindung eingesetzt werden. Auch die Aspekte des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte sind bei dem System wichtig. Die Funktionen sind nur unter Zustimmung des Anrufers möglich und werden in einer 1-zu-1-Verbindung hochverschlüsselt übertragen. Die Stärke des Systems ist auch, dass die Anwendung „ohne App“ funktioniert und somit keine Vorinstallationen auf den Endgeräten erforderlich sind.
Somit ergänzt „EmergencyEye“ als ein weiterer Baustein die Notruf- und Einsatzbearbeitung in der Zentralen Leitstelle.