Titel Logo
Der Gemeindespiegel (Breuna)
Ausgabe 4/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Aus dem Rathaus wird berichtet

Am 03.02.2026 um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Breuna stellt die Schule für Architektur des Masterstudiengangs fünf Projekte aus der Gemeinde Breuna vor.

Jedes Jahr wird im Modul Wiederverwendung von Gebäuden, im Masterstudiengang Architektur der Detmolder Schule für Gestaltung eine bestimmte Gebäudetypologie und ein bestimmter Kontext auf ihr Potenzial für eine neue oder angepasste Funktion untersucht und getestet. Dieses Jahr sind das Dorf und seine Bebauungsstruktur an der Reihe, am Beispiel der Gemeinde Breuna: ein Dorf mit mehreren Ortskernen in Nordhessen. Diese Region steht vor mehreren Problemen, die viele ländliche Gebiete betreffen.

Fünf sehr unterschiedlichen Gebäudeensembles, in Breuna selbst und den Dörfern Oberlistingen, Niederlistingen und Wettesingen, sind in einer kulturellen, gesellschaftlichen, architektonischen und bautechnischen Recherche untersucht worden auf die Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Typologie von Bauernhofarchitekturen Die Bewohner: innen von Breuna haben die Studierenden Nutzungen vorgeschlagen und Wünsche kommuniziert: Seniorenwohnen, ergänzt durch neu geschaffene Dorffunktionen wie Gemeinschaftswerkstätten, Küche, Lager, einen kleinen Laden und die Vermietung von Ferienhäusern. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn egal, wie großzügig diese neuen Funktionen gestaltet werden, sie füllen wahrscheinlich die endlose Leere der verfügbaren Kubikmeter nicht.

Auf Basis der Analyse und Wünsche der Dorfbewohner und der sie vertretenden Gruppen haben die Studierenden Entwurfsvorschläge für einen resilienten Umgang mit den existierenden Hofstrukturen und/oder eventuelle Leerstandskonzepte ausgearbeitet. Hierbei sind folgende Fragestellungen zu berücksichtigen: Wie anpassbar sind Bauernhöfe? Kann ein Bauernhof heute noch regional sein? Können – bei leerstehenden Objekten ohne, oder teils ohne weitere Nutzungsmöglichkeit – die Materialien und der Standort weiterhin sensibel genutzt werden?

Dabei ging es nicht nur darum, ein architektonisches Konzept zu finden und einen klugen Grundriss zu entwickeln. Auch folgende Aspekte spielen eine Rolle:

  • Welche Formen der Bauherrschaft sind denkbar?
  • Wie sieht die Förderlandschaft aus?
  • Wie soll mit dem Flächenüberangebot umgegangen werden?
  • Können die vorhandenen Materialien umverteilt werden? Kann durch den Abriss eines Teils an anderer Stelle neu gebaut werden und so vielleicht neue räumliche Qualitäten auf architektonischer, städtebaulicher und landschaftlicher Ebene entstehen?
  • Wie schnell muss das Ganze realisiert werden? Ist das alles realisierbar?
  • Welche Aspekte sind Breuna-spezifisch, welche allgemeingültig?
  • Welche Beispiele inspirieren?
  • Was bedeuten Dorf und Dorfleben heutzutage? Und welche Vision steckt dahinter?
  • Wie können die einzelnen Standorte auch ein gemeinsames Gesamtkonzept für Breuna entwickeln? Inwieweit ist die Übertragbarkeit auf andere Regionen möglich?
  • Wie können zukünftige Mitbewohnerinnen schon früh im Entwicklungsprozess involviert werden (die Bewohnerinnen aus Breuna reichen ja nicht aus)?