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Amtsblatt VG Kandel
Ausgabe 10/2026
Verbandsgemeinde
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NABU und Forstamt melden Beginn der Amphibienwanderung

Durch die aktuell frühlingshaften Temperaturen hat an vielen Orten in der Pfalz die Amphibienwanderung begonnen. Kröten, Frösche und Molche verbringen die kalte Jahreszeit in einem geschützten Versteck im Wald, in Feldgehölzen oder Hecken unter Laub und Erde. Sobald die Temperaturen wieder steigen, machen sie sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer. Erdkröten können dabei mehrere Kilometer zurücklegen. Da die Tiere noch geschwächt und sehr langsam unterwegs sind, endet ihre Reise oftmals tödlich. In milden Nächten werden jedes Frühjahr unzählige Tiere beim Überqueren von Straßen überfahren. Deshalb stellt der NABU an Straßenabschnitten, die von vielen Amphibien gequert werden, Schutzzäune auf und bittet Autofahrer um Rücksichtnahme. An folgenden „Hotspots“ im Kreis Südliche Weinstraße ist in der Dämmerung und nachts mit erhöhtem Amphibienaufkommen zu rechnen:

an der L505 bei Eußerthal sowie an der Klinikstraße und an der Birkenthalstraße in Eußerthal

an der L507 zwischen Frankweiler und Albersweiler

an der K3 zwischen Annweiler und Bindersbach

an der L493 vom Wild- und Wanderpark Pilz bis Ortseingang Silz

an der L490 zwischen Vorderweidenthal und Darstein

an der B48 zwischen Klingenmünster und Annweiler

an der Totenkopfstraße bei Sankt Martin

sowie im Kreis Germersheim an der L538 am Mehlsee bei Schwegenheim und am Silbersee zwischen Bellheim und Westheim.

Von behördlicher Seite wurden an den Wanderstrecken Warnschilder für Autofahrer aufgestellt und vorübergehend Geschwindigkeitsbegrenzungen eingerichtet. Der NABU weist darauf hin, dass bei Geschwindigkeiten höher als 30 km/h nicht nur die Amphibien sterben, die direkt von den Autorädern erfasst werden. Unter dem Auto entsteht ein Sog, dem die fragilen Lurchlungen nicht standhalten. Die Lunge platzt, und das Tier bleibt verendet auf der Straße zurück - ohne äußerlich verletzt zu sein. Dieses Phänomen wird als Barotrauma bezeichnet. Die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung ist deshalb sehr wichtig und schützt auch die ehrenamtlichen Helfer, die versuchen, möglichst viele Tiere gefahrlos über die Straße zu bringen.

Laut Jörg Sigmund, Revierleiter im Forstrevier Scharfeneck, gibt es im Pfälzerwald eine große Vielfalt an Amphibienarten, wie Erdkröten, Laub- und Grasfrösche, verschiedene Molcharten und Feuersalamander. Einige dieser Tierarten sind gefährdet, Laubfrosch und Feuersalamander stehen sogar auf der Roten Liste. Sie genießen daher einen sehr hohen Schutzstatus. Beispielsweise im Hainbachtal befinden sich in den vielen Klein- und Kleinstbiotopen ideale Laichmöglichkeiten für sämtliche Amphibienarten. Diese liegen zum Teil unmittelbar an den Waldwegen. Hundeführer sollten ihre Tiere zum Schutz der Amphibien nicht darin baden lassen.

Kontakt:

NABU-Regionalstelle Süd, 06341-31628, nabu.sued@nabu-rlp.de

Forstamt Haardt, 06341-92780