Kurz vor den Weihnachtsferien durften sich die zehnten Klassen der Realschule Plus in Kandel auf nicht alltägliche Art mit dem Thema: Radikalisierung auseinandersetzen. Am ersten Tag des Antiradikalisierungstrainings nahmen die Schüler*innen am interaktiven Theaterstück „Die Letzte Mission“ teil, das sich rund um das Thema „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ drehte. Am zweiten Tag folgte dann als weiteres Highlight die Durchführung der sogenannten „X-Games“. Die beiden Referenten des Stuttgarter Vereins Inside Out e.V. Daniel Andone und Paul Marx stifteten in dem Spiel durch Manipulation und Wettbewerb die Schüler*innen der Klassen auf subtile Art und Weise dazu an, moralisch fragwürdige Entscheidungen zu treffen und sich somit im Rahmen des interaktiven Spiels zu radikalisieren. Unter anderem führte die Aussicht auf einen anschließenden Gewinn letzten Endes dazu, dass alle Gruppen versuchten, das Spiel für sich zu entscheiden. In der anschließenden Reflexion wurden dann die Mechanismen und Methoden aufgearbeitet, die zur Radikalisierung innerhalb des Spiels geführt haben. Dadurch wurden die Schüler*innen in die Lage versetzt, diese Methoden bei z.B. rechtsextremistischen oder islamistischen Gruppen wiederzuerkennen, um so immun zu werden gegenüber entsprechenden Verfahrensweisen radikaler Gruppen. Sowohl „Die Letzte Mission“ als auch die „X-Games“ kamen dabei bei Schüler*innen und Lehrer*innen sehr gut an, trotz der heiklen und schwierigen Thematik.
Die X-Games sind wegen ihrer besonderen Methodik ein bundesweit einzigartiges Programm in der Extremismus- und Radikalisierungsprävention und wurden mit dem ersten Preis des Stuttgarter Präventionspreises ausgezeichnet.
Die Finanzierung fand über das „JMD (Jugendmigrationsdienst) Wörth Respekt Coach Programm“ in Trägerschaft des CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e.V.) Rhein-Pfalz statt. Die Mittel für das Respekt Coach Programm wiederum werden durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereitgestellt.
Die Realschule plus Kandel ist seit diesem Schuljahr „Modellschule für Partizipation und Demokratie“. Das o.g. Antiradikalisierungstraining bildet gemeinsam mit den Demokratietagen und Demokratiebildenden Workshops in den Klassenstufen 7-10 einen neuen Baustein des Schulkonzeptes.