49 Schwarzweiß-Porträts über Haltung, Verantwortung und das Rückgrat der Dörfer
Wolfershausen, 23. Mai 2026 – Mitten im Dorf, unter freiem Himmel, wind- und wetterfest auf großformatigen LKW-Planen: Am Ehrentag, dem 23.05.2026, eröffnet in Wolfershausen die Open-Air-Ausstellung „DorfGestalten“. Auf 18 Bauzäunen werden 49 eindrucksvolle Schwarzweiß-Porträts von Menschen gezeigt, die Verantwortung übernehmen – leise, beharrlich und mit großer Wirkung.
„Wer bleibt, verändert“ – dieser Satz ist mehr als ein Untertitel. Er ist Haltung.
„DorfGestalten“ rückt nicht das ländliche Idyll in den Mittelpunkt, sondern Gesichter. Hände. Haltung.
Die fotografische Serie zeigt Menschen, die bleiben. Menschen, die gestalten. Menschen, die Verantwortung tragen. Ungeachtet politischer Herausforderungen und gesellschaftlicher Verwerfungen sorgen sie für ein tragfähiges Mit- und Füreinander.
Das kleine nordhessische Wolfershausen wird dabei zum exemplarischen Schauplatz – stellvertretend für unzählige Dörfer bundesweit, in denen Engagement das soziale Rückgrat bildet. Rund 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lebt im ländlichen Raum. „DorfGestalten“ erinnert daran, dass diese Räume keine Randnotiz sind – sondern Lebensrealität.
Was hält dörfliche Gemeinschaften zusammen?
Nicht Infrastruktur.
Nicht politische Programme.
Sondern Menschen mit innerem Antrieb.
Die Serie ist in sieben Kapitel gegliedert – von „Die, die immer schon da sind“ über „Die Neuen im Dorf“ bis zu „Die freien Vögel“. Sie greift eine oft zitierte These auf, die im Rahmen des Bundesprojekts „Engagiertes Land“ immer wieder formuliert wurde: Die Geschicke eines Dorfes werden von sieben bis neun Familien bestimmt.
Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher ein, selbst hinzusehen – und diese Annahme zu überprüfen.
Konzeptionell folgt das Projekt den Spuren von August Sander, dem bedeutenden Fotografen der Weimarer Republik, der der Landbevölkerung ein Gesicht gab und ihre gesellschaftliche Bedeutung sichtbar machte. Gut hundert Jahre später knüpft „DorfGestalten“ an diese Idee an – mit heutiger Technik, aber ähnlicher Haltung.
Schwarzweiß ist hier kein Stilmittel, sondern eine Entscheidung.
Die Bilder entstehen mit einer digitalen Mittelformatkamera, mit Altglas und teilweise selbstgebauten Objektiven. Natürliche Lichtverhältnisse, organische Unschärfen und eine entschleunigte Arbeitsweise prägen den besonderen Bildlook. Close-ups machen Gesichter zu Landschaften. Die Umgebung bleibt schemenhaft – wie eine leise Erinnerung an vergangene Zeiten und zugleich seltsam gegenwärtig.
Initiator und Fotograf ist Frank Gerhold – gebürtiger Wolfershäuser und seit über 30 Jahren professioneller Engagementförderer. Er ist Mitgründer des Freiwilligenzentrums Kassel, war Prozessbegleiter im Bundesprojekt Engagiertes Land, bildet für das Land Hessen Freiwilligenmanagerinnen und -manager aus und arbeitet heute in der Fachstelle Engagementförderung der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck.
Seine Biografie ist selbst Teil der Erzählung: „DorfGestalten“ zeigt, dass Mitgestaltung auch aus der Ferne möglich ist – aus innerer Verbundenheit heraus.
Zu jedem Porträt führen QR-Codes zu kurzen, rohen Texten: Zitate, Gedanken, Hinweise auf Vereine oder Aktionen.
Sätze wie:
„Wenn ich es nicht mache, macht es keiner. Also mache ich es.“
Ungekünstelt. Handschriftlich. Nahbar.
Die Ausstellung macht Engagierte sichtbar und ansprechbar. Sie ist Einladung, Gesprächsanlass und Impuls zugleich – für Wolfershausen und darüber hinaus.
„DorfGestalten“ setzt ein bewusstes Gegengewicht zu:
Es zeigt:
Das Land ist kein Problemraum.
Es ist ein Beziehungsraum.
Eröffnung: 23. Mai 2026
Ort: Dorfmitte Wolfershausen
Format: Open Air, barrierefrei zugänglich
Präsentation: Großformatige, wetterfeste LKW-Planen auf Bauzäunen
DorfGestalten – Land. Leute. Haltung.
Ein fotografisches Statement.
Ein Dank an die, die bleiben.
Und eine Einladung an alle, die gestalten wollen.