Bereits um 9.30 Uhr begann der närrische Tag mit einem der traditionellen Höhepunkte: der Rathausstürmung. Die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten die Rathaustreppe kurzerhand mit Mülltonnen verbarrikadiert und versuchten, die anstürmende närrische Schar mit gelben Säcken vom Eindringen abzuhalten.
Doch alles half nichts: Unter dem lautstarken Beifall der Zuschauerinnen und Zuschauer erstürmten die Narren das Rathaus. Schließlich musste Bürgermeister Hartmut Spogat kapitulieren und übergab symbolisch den Rathausschlüssel in die Hände der Tollitäten.
Nach einer kurzen Ansprache lud Spogat zu einem kleinen Umtrunk in den Rathaussaal ein. Dort wurde bei guter Stimmung angestoßen, bevor die närrische Schar nach einem kurzen Aufenthalt weiter durch die Stadt zog und den Rosenmontag offiziell einläutete.
Schon am Morgen lag noch eine geschlossene Schneedecke über der Stadt – ein fast märchenhaftes Bild. Der städtische Bauhof räumte ab den frühen Morgenstunden nicht nur die Straßen sondern auch die Festzugstrecke.
Zum Start des Festzuges zeigte sich das Wetter gnädig: Die Wolken rissen auf, zeitweise strahlte sogar die Sonne über dem närrischen Lindwurm.
Angeführt von den Närrischen Hoheiten präsentierte sich ein Festzug, der die ganze Region widerspiegelte. Alle Fritzlarer Karnevalsvereine waren vertreten, ebenso Gruppen aus den Stadtteilen, aus dem Kreisteil Fritzlar-Homberg sowie aus der gesamten Region – etwa aus dem Edertal, aus der Schwalm und aus Melsungen.
Selbst Regierungspräsident Mark Weinmeister nahm erneut mit viel Freude am Umzug teil und zeigte damit seine Verbundenheit mit dem närrischen Treiben in der Region.
Mit dem Ende des Festzuges zeigte sich der Februar dann doch noch von seiner nassen Seite: Ausgiebiger Regen setzte ein, und die Straßen leerten sich rasch. Viele Besucherinnen und Besucher suchten Schutz in den Kneipen der Altstadt oder in der Stadthalle – das närrische Treiben verlagerte sich kurzerhand nach drinnen. Einen besonders kräftigen Applaus gab es während des Umzugs für das Sicherheitspersonal. Ob Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst oder private Sicherheitsdienste – ihr Einsatz sorgte dafür, dass tausende Besucherinnen und Besucher unbeschwert feiern konnten.
Auch der Fritzlarer Bauhof leistete Enormes. Selbst im strömenden Regen mussten nach dem Umzug die Fahrzeugsperren gemeinsam mit der Feuerwehr wieder abgebaut werden – ein Einsatz, der oft im Hintergrund bleibt, aber für Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf unverzichtbar ist.
Bürgermeister Hartmut Spogat betonte:
„Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften und Mitarbeitenden unseres Bauhofs. Während wir feiern, sorgen sie im Hintergrund für Sicherheit und Ordnung – und stehen auch im Regen und Schnee bereit. Das ist alles andere als selbstverständlich.“
Nach dem Umzug lud der Bürgermeister die Närrischen Hoheiten zu einem kurzen Empfang in die Filiale der Bäckerei Viehmeier ein. Bei Kaffee, einem Glas Sekt und leckeren Berlinern bot sich die Gelegenheit, einmal kurz zur Ruhe zu kommen, bevor es weiter ins närrische Getümmel ging.
Spogat bedankte sich ausdrücklich bei der Familie Viehmeier und Ihrer Mitarbeiterin für die erneute Gastfreundschaft. Es sei keine Selbstverständlichkeit, an einem eigentlich geschlossenen Tag Menschen zu finden, die dennoch arbeiten und ihre Türen öffnen. Gerade dieses Engagement zeige den besonderen Zusammenhalt in Fritzlar.
Der Rosenmontag 2026 hat einmal mehr gezeigt, was Fritzlar ausmacht: Gemeinschaft, Ehrenamt und Engagement – und die Fähigkeit, gemeinsam ausgelassen zu feiern. Trotz Schnee am Morgen und Regen am Abend bleibt vor allem eines in Erinnerung: ein starkes Miteinander in unserer Stadt.
Alle Wille!