So manchem mögen sie in den vergangenen Wochen in den drei Kirkeler Ortsteilen aufgefallen sein: Größere Gruppen von Menschen, die sich augenscheinlich sehr für den einen oder anderen Punkt in Kirkel-Neuhäusel, Limbach und Altstadt interessiert haben. Tatsächlich ging es dabei um den zukünftigen Starkregen- und Hochwasserschutz. Verantwortliche Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Dominik Hochlenert an der Spitze machten sich zusammen mit dem mit den Planungen beauftragten Büro Hömme sowie Vertretern der Kirkeler Feuerwehr, des THW und des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie des saarländischen Umweltministeriums ein Bild von den Zonen, die im Falle von Hochwasser und Starkregen als besonders gefährdet eingestuft sind. Das Ziel: Ein funktionierendes Hochwasser- und Starkregen-Schutzkonzept.
Seit einigen Monaten arbeitet die Gemeinde intensiv zusammen mit dem Spezialisten vom Planungsbüro Hömme, einem Ingenieurbüro für Wasserbau und Wasserwirtschaft, an diesem Konzept. Die Ortsbegehungen seien dabei auf Basis von „Erfahrungswerten der Vergangenheit, Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie der vorliegenden Starkregengefahrenkarten zu möglichen Gefahrenstellen bei einem Starkregenereignissen ausgewählt worden“, so Pascal Fries, bei der Kirkeler Bauverwaltung auch zuständig für den Bereich Gewässerschutz. „Gemeinsam wurden die bereits bekannten Wirkungsbereiche und Einsatzstellen früherer Ereignisse besichtigt und aufgenommen sowie die in Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten ausgewiesenen potenziellen Gefahrenbereiche der Ortslagen überprüft.“
Diese inzwischen abgeschlossenen Begehungen sind aber nur ein Teil des Weges hin zum fertigen Konzept. Auch Bürgerworkshops in den drei Ortsteilen gehören zum Prozess. Bei diesen Workshops, das wurde bei der ersten Veranstaltung in Kirkel-Neuhäusel deutlich, geht es nicht nur darum, Grundlegendes zu vermitteln. Vielmehr liegt der Fokus auf die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger auf das Thema Eigenvorsorge. Denn die, das wurde beim Bürgerworkshop in Kirkel-Neuhäusel deutlich, ist eine entscheidende Grundlage für einen erfolgreichen Hochwasser- und Starkregenschutz.
All das hat zwischenzeitlich schon zu einem konkreten Maßnahmenpaket geführt, Maßnahmen, die zum Teil schon kurz vor der Umsetzung stehen. Pascal Fries: „In Altstadt geht es da um die Reinigung der Entwässerungsanlagen im Bereich der Homburger Straße und um Absprachen mit dem Landesbetrieb für Straßenbau. Das ist nötig, weil die Homburger Straße eine Landesstraße ist, für die der Landesbetrieb zuständig ist.“
In Limbach stünden Rückschnitt und Rodung an den Durchlassbauwerken am Mutterbach, ebensolche Arbeiten im Bereich des Entwässerungsbauwerks im Gewerbegebiet „An der Autobahn“ auf der Agenda. „Auch geht es um die Erstellung eines Gewässerentwicklungs- und Unterhaltungsplans für den Mutterbach“, so Fries.
In Kirkel-Neuhäusel schließlich soll die Durchgängigkeit des Kirkeler Bachs im Bereich „Im Kammerscheiber Weiher“ wiederhergestellt werden, ebenso am Grätenbruchgraben. Als weitere Maßnahmen nennt Fries die Sanierung der Weiheranlage „am Mühlenweiher“ in Verbindung mit der Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Kirkeler Bachs in diesem Bereich. Auch am Eingang zum Kirkeler Wald im Bereich der so genannten „Eller Schranke“ werde man aktiv. Hier liege die Unterhaltungsplicht beim Saarforst. „Gräben sowie Bauwerk werden zeitnah unterhalten, Stufen werden angepasst sodass eine Einleitung in das Bauwerk möglich ist. Dadurch wird der Schlammaustrag auf die Burgstraße verringert beziehungsweise verhindert. Zusätzlich wird eine kleinere Versickerungsmulde entlang weiter oberhalb angelegt“ beschreibt Fries die Arbeiten dort. Auch eine Überarbeitung der Abflusssituation am Frauenbrunnenweg und die Schaffung von besseren Wasserabflussverhältnisse Richtung Tal vor dem Spielplatz „Im Talgarten“ ist Ergebnis der bisherigen Planungen. Weitere Maßnahmen würden noch folgen, kündigt Fries an. Das fertige Konzept solle dann Ende des Jahres auf dem Tisch liegen.