Billigheimer Bruch war Ziel eines gemeinsamen Ortstermins der Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart (CDU) und Christian Moser (CSU), umweltpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Gemeinsam mit Vertretern der NVS NaturStiftung Südpfalz und des Naturschutzverbandes Südpfalz (NVS) informierten sie sich über die weitere ökologische Entwicklung des rund 54 Hektar großen Gebiets.
Neben Verbandsbürgermeister Torsten Blank nahmen der NVS-Vorsitzende Kurt Garrecht sowie die Vorstandsmitglieder der NVS NaturStiftung Dieter Zeiß, Kurt von Nida und Dr. Fritz Brechtel teil. Die Stiftung war außerdem durch ihren Geschäftsführer Bastian Bayer vertreten. Nach der Besichtigung wurde der Austausch im Rathaus fortgesetzt.
Langfristige Zusammenarbeit für den Naturschutz
Der Billigheimer Bruch ist ein wertvoller Lebensraum mit Feuchtwiesen, Schilfflächen und Gewässern. Die NVS NaturStiftung hat die Fläche seit 2020 für 30 Jahre von der Gemeinde Billigheim-Ingenheim gepachtet und übernimmt gemeinsam mit dem NVS das Biotopmanagement. Ziel ist es, die vorhandenen Lebensräume zu erhalten, miteinander zu vernetzen und ökologisch weiterzuentwickeln. Im Gebiet wurden bislang knapp 90 Vogelarten beobachtet, darunter Bekassine, Kiebitz, Rohrweihe und Wendehals.
Die NVS NaturStiftung wurde 2014 als Ewigkeitsstiftung gegründet und setzt auf die dauerhafte Sicherung und Pflege von Naturschutzflächen. Auch im Billigheimer Bruch spielen die langfristige Flächensicherung, der Biotopverbund und eine angepasste Bewirtschaftung eine zentrale Rolle.
Gebhart fordert weniger Bürokratie bei Fördermitteln
Im Mittelpunkt des anschließenden Gesprächs im Rathaus standen neben der ökologischen Entwicklung auch die Finanzierung und Umsetzung künftiger Naturschutzprojekte. Dr. Thomas Gebhart sprach sich dafür aus, regionale Verbände, Stiftungen und andere geeignete Partner stärker einzubinden und als verlässliche Akteure anzuerkennen.
Sein Ansatz: Organisationen, die dauerhaft Aufgaben im Naturschutz übernehmen, könnten nach entsprechender Prüfung langfristig mit konkreten Aufgaben betraut werden. Anstelle wiederholter, aufwendiger Förderverfahren für einzelne Projekte wären beispielsweise feste jährliche Beträge oder regionale Abrufkontingente denkbar. Damit sollen Fördermittel einfacher und zielgerichteter dort ankommen, wo die örtlichen Gegebenheiten bekannt sind und Projekte praktisch umgesetzt werden können.
Als Problem benannte Gebhart insbesondere den bürokratischen Aufwand nach der eigentlichen Antragstellung. Umfangreiche Verwendungsnachweise und mehrfach durchzuführende Prüfungen könnten gerade bei kleineren Förderbeträgen in keinem angemessenen Verhältnis zum erzielten Nutzen stehen.
„Die NVS NaturStiftung ist für uns ein verlässlicher und kompetenter Partner, wenn es um die Bereitstellung und die langfristige Pflege von Ausgleichsflächen geht. Gerade für die Kommunen ist es wichtig, dass Naturschutzmaßnahmen nicht nur geplant, sondern auch dauerhaft und fachgerecht umgesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung bietet hier große Chancen – für den Erhalt unserer Natur und für eine nachhaltige Entwicklung unserer Landschaft“, betont Verbandsbürgermeister Torsten Blank.