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Amtsblatt VG Landau-Land
Ausgabe 6/2026
Aus den Institutionen, Schulen, Behörden in Landau-Land
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NABU

Jahresprogramm

Die NABU-Regionalstelle Süd hat ihr Jahresprogramm für 2026 veröffentlicht. Auf 50 Seiten finden sich 160 Veranstaltungen rund um das Thema Natur. Dutzende Ehrenamtliche aus den 11 NABU-Gruppen der Region Süd- und Vorderpfalz sind an der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen beteiligt.

Das vielfältige Programm deckt eine Fülle von Themen ab. Neben naturkundlichen Vorträgen und Exkursionen, wie Fledermausexkursionen, Pilzwanderungen und Glühwürmchen Beobachtungen bieten die Naturschützer diverse Ausflüge und Radtouren an. Außerdem gibt es Workshops und Kurse, z.B. zum Sensenmähen, Permakultur oder Schwalbenschutz. Viele Veranstaltungen sind für Familien geeignet. Speziell für Kinder und Jugendliche bietet die Naturschutzjugend (NAJU) zusammen mit dem NABU spannende Naturerlebnisse und mehrtägige Ferienfreizeiten an. Praktische Naturschutz- und Biotoppflegeaktionen ermöglichen eine konkrete Beteiligung. Alle Veranstaltungen des NABU werden von fachkundigen Referentinnen und Referenten geleitet und sind für Naturinteressierte mit und ohne Vorkenntnisse gleichermaßen geeignet.

Ab sofort kann der Veranstaltungskalender im Naturschutzzentrum Hirtenhaus in Landau-Mörzheim abgeholt oder gegen Einsendung eines DIN lang Rückumschlages und einer 1,80 Euro Briefmarke bei der NABU-Regionalstelle Süd angefordert werden.

Unter www.nabu-rlp-sued.de/termine/ steht das Programm auch als PDF-Datei zum kostenlosen Download bereit.

NABU-Regionalstelle Süd

im Naturschutzzentrum Hirtenhaus

Brühlstraße 21, 76829 Landau

Tel. 06341-31628; Email: nabu.sued@nabu-rlp.de

www.NABU-RLP-Sued.de

Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 Ein kleiner Feldbewohner mit großer Botschaft

Mit dem Rebhuhn rückt ein stark gefährdeter Agrarvogel ins Rampenlicht – und das aus gutem Grund: Sein Lebensraum sind Äcker und landwirtschaftlich genutzte Flächen, wo in den frühen Morgen- und späten Abendstunden die raue Stimme der Hähne erklingt. Doch das Rebhuhn wird immer seltener.

Der Name ist Programm – beim Rebhuhn hört man, was Sache ist

Ob in heutiger Schreibweise oder als „Rep- oder Repphuhn“ in älteren Quellen: Der deutsche Name wie auch die wissenschaftliche Bezeichnung Perdix perdix gehen direkt auf den markanten Revierruf des Männchens zurück: Mit seinem rauen, schnarrenden Ruf macht das Rebhuhn in den frühen Morgen- und späten Abendstunden deutlich, wem das Feld gehört – und liefert damit gleich selbst die Erklärung für seinen Namen.

Das Rebhuhn gehört zur Familie der Hühnervögel und wird den Fasanenartigen zugeordnet. Anders als seine schillernden Verwandten verzichtet es auf auffälligen Federschmuck. Männchen und Weibchen sehen sich erstaunlich ähnlich – nur der markante Bauchfleck verrät das erwachsene Männchen. Beim Weibchen ist dieser weniger ausgeprägt. Ihr graubraunes Gefieder ist perfekt getarnt für ein Leben am Boden, wo sie scharrend und pickend nach Nahrung suchen oder genüsslich Sand- und Staubbäder nehmen.

Die Ernährung des Rebhuhns ist überwiegend vegetarisch – mit Vorliebe für Grasspitzen, Wildkräutersamen und Getreide. Kleine Steinchen helfen bei der Verdauung der faserreichen Kost. Doch gerade die Küken brauchen mehr: In den ersten Lebenswochen stehen Insekten, Spinnen und andere Kleintiere ganz oben auf dem Speiseplan – wichtig für ein gesundes Wachstum.

Die Weibchen legen bis zu 20 Eier in gut versteckte Bodennester. Nach dem Schlüpfen – meist am selben Tag – führen beide Eltern ihre Küken gemeinsam. Auch wenn die Jungvögel nach fünf Wochen selbstständig sind, bleibt die Familie als sogenannte „Kette“ bis zum Winter zusammen.

Rebhühner sind tag- und dämmerungsaktiv, aber selten zu sehen. Meist hört man nur den rauen Revierruf des Männchens – ein schnarrendes „girrhäk“ in der Morgendämmerung. Wenn sie sich zeigen, dann oft als Familie auf Nahrungssuche oder beim Sandbad in der Sonne.

Vom Steppenbewohner zum Kulturfolger

Als Kulturfolger steht es heute symbolisch für viele Feldvogelarten, die durch die moderne Landwirtschaft zunehmend unter Druck geraten.

Die Intensivierung der Landwirtschaft hat dem Rebhuhn stark zugesetzt. Neben großen Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden ist es vor allem der Verlust von unproduktiven oder ungenutzten Offenlandflächen, wie mehrjährigen Brachen, Blüh- und Altgrasflächen, der maßgeblich die Populationsentwicklung beeinflusst. Seit 1980 ist der Bestand in Deutschland um 87 Prozent zurückgegangen – eine alarmierende Entwicklung.

Was das Rebhuhn jetzt braucht

Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft! Vor allem aber mehr ungenutzte, große Flächen für eine erfolgreiche Brut. Schmale Blühstreifen und andere kleinräumige Saumstrukturen werden oft nicht genutzt oder sie sind eine ökologische Falle, weil Bodenprädatoren hier leichtes Spiel haben. Mehrjährige Brachen und eine extensivere Bewirtschaftung helfen dem Rebhuhn, wieder Fuß zu fassen. Auch der Verzicht auf Pestizide und eine angepasste Düngung fördern die Vielfalt von Insekten und Wildkräutern – und damit die Nahrung für Alt- und Jungvögel.