Akupunktur kann, sofern sie richtig angewandt wird, Schmerzen lindern.
Wie sie funktioniert und wann sie helfen kann
Knie- oder Rückenschmerzen können Betroffene im Alltag stark einschränken. Neben der klassischen Behandlung mit Tabletten oder Spritzen gibt es auch alternative Methoden, die hier helfen können. Besonders beliebt ist die Akupunktur. Solveig Haw, Gesundheitsexpertin der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt, was Akupunktur ist und wann sie eingesetzt werden kann. AuÃerdem gibt sie Tipps, wie Betroffene einen dafür ausgebildeten Arzt finden.
Was ist Akupunktur und wie funktioniert sie?
Die Akupunktur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und kann bei verschiedenen Krankheiten und Schmerzzuständen als alternative Behandlungsmethode helfen. Abhängig von den Beschwerden sticht der Arzt feine Nadeln in die Haut, die sogenannten Akupunkturpunkte. Die Nadeln bleiben dann etwa 20 bis 30 Minuten im Körper. Währenddessen kann sich der Patient auf einer Liege entspannen. âDer stimulierende Reiz der Nadeln soll den Energiefluss anregen und dadurch Störungen und Blockaden lösenâ, erläutert Solveig Haw. Viele Patienten bemerken schon nach der ersten Behandlung eine Besserung.
Anwendungsbereiche
Akupunktur kann bei unterschiedlichen Beschwerden zum Einsatz kommen, bei einigen Diagnosen ist die Wirkung allerdings umstritten. Allgemein anerkannt ist die Anwendung bei Schmerzerkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates wie Bandscheibenvorfall, Knieproblemen, Rücken- oder Hüftschmerzen. Wichtig zu wissen: âDie Nadelbehandlung kann zwar dazu beitragen, Schmerzen zu beseitigen, aber für die Schmerzen ursächliche Schädigungen an Gelenken, wie etwa einen Meniskusriss, kann sie nicht heilenâ, so die Gesundheitsexpertin der DKV. âPatienten sollten sich daher von einem Arzt beraten lassen, ob bei ihrem Krankheitsbild eine Akupunkturbehandlung infrage kommtâ, so Haw.
Gibt es Nebenwirkungen?
Zu Beginn der âReizbehandlungâ kann es vorkommen, dass sich die Symptome durch die sogenannte Erstreaktion zunächst verstärken. In manchen Fällen kommt es nach einer Sitzung zu Nebenwirkungen wie kleinen Blutergüssen, kurzfristigen Hautrötungen oder einem Wärmegefühl. Auch Kreislaufreaktionen können möglicherweise auftreten. Diese verschwinden allerdings meist nach kurzer Zeit von allein. âInfektionen durch die Nadeln sind nicht zu befürchten: Sterile Einmal-Akupunkturnadeln sind Standard in den Arztpraxen und Schmerzzentren. Sie werden nach festgelegten Normen hergestellt, sind TÃV-geprüft und werden nach jedem Gebrauch entsorgtâ, erklärt die DKV-Expertin.
Einen passenden Akupunkturarzt finden
Damit ein Arzt im medizinischen Alltag eine Schmerzbehandlung durch Akupunktur anbieten darf, benötigt er eine zusätzliche Ausbildung. Patienten sollten sich nur von einem gut ausgebildeten, erfahrenen Arzt behandeln lassen. âWichtig ist eine gründliche Untersuchung vorab sowie die Möglichkeit, die Behandlung â falls nötig â mit schulmedizinischen Verfahren zu kombinierenâ, so Haw. âDadurch ist sichergestellt, dass eventuell zugrundeliegende Erkrankungen nicht unentdeckt bleiben und sich positive Behandlungseffekte verstärken können.â (per)
Interessierte finden zum Beispiel auf der Website der Deutschen Ãrztegesellschaft für Akupunktur e.V. ausgebildete Ãrzte in ihrer Nähe.