Seit Aschermittwoch ist alles vorbei – zumindest der närrische Ausnahmezustand. Mit großem Engagement haben Karnevalsvereine und Vereinsgemeinschaften wirklich tolle Kappensitzungen und Umzüge organisiert und die Narren damit begeistert. Bunt und vielfältig wurde in unseren Stadtteilen gefeiert und geschunkelt, Ehrenamtler haben unzählige Stunden investiert, um die Tradition und das Kulturgut der Faasend lebendig zu halten. Von der Planung der Programme über den Bühnenbau bis hin zur Organisation der Umzüge – hinter den fröhlichen Kulissen stecken monatelange Arbeit und große Verantwortung.
Mit dem Ende der Faasend hat die Fastenzeit begonnen – eine Phase, die auf den ersten Blick im starken Kontrast zu den ausgelassenen Tagen zuvor steht. Traditionell verstehen Christen die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern, als eine Zeit der inneren Einkehr, des Nachdenkens und der Neuorientierung. Doch auch unabhängig vom religiösen Hintergrund gewinnt das bewusste Verzichten für viele Menschen an Bedeutung. Es geht nicht nur darum, auf Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten, sondern generell um einen kritischeren Blick auf das eigene Konsumverhalten.
In einer Zeit, in der Shopping rund um die Uhr möglich ist und Werbung ständig neue Bedürfnisse weckt, kann bewusster Konsumverzicht eine ganz persönliche und bewusste Entscheidung sein. Fasten bedeutet dann nicht Mangel, sondern beinhaltet die Überlegung, ob man das, was man kauft, auch wirklich braucht.
Die Fastenzeit kann auch ein Anlass sein, achtsamer mit sich selbst umzugehen und bewusster zu leben. Möglichkeiten sind beispielsweise, die Zeit am Smartphone zu reduzieren oder ganz bewusst Pausen in einem hektischen Tagesablauf einzulegen. Statt nebenbei zu essen oder zu stark verarbeiteten Produkten zu greifen, kann die Fastenzeit dazu motivieren, frischer, regionaler und saisonaler einzukaufen. Weniger Zucker, weniger Fertigprodukte, dafür mehr Gemüse, Obst und vollwertige Lebensmittel – das tut nicht nur dem Körper gut, sondern stärkt auch nachhaltig das Bewusstsein für gesunde Ernährung.
in der fünften Jahreszeit hat Lebach wieder einmal gezeigt, was sich mit Lebensfreude, Kreativität und gemeinschaftlichem Engagement erreichen lässt. Mein herzlicher Dank gilt allen, die eine fröhliche, ausgelassene und friedliche Faasend möglich gemacht haben.
Die nun folgende Fastenzeit bietet eine gute Gelegenheit, einen Gang zurückzuschalten. Vielleicht ist es auch für Sie die richtige Zeit, bewusst innezuhalten und dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun – durch eine ausgewogenere Ernährung oder einfach mehr Bewegung an der frischen Luft. Fasten ist nicht zwangsläufig ein Verzicht im negativen Sinne. Es kann vielmehr eine Bereicherung sein – für mehr Vitalität, für unsere Gesundheit und für die bewusste Wertschätzung dessen, was wir haben. Und vielleicht auch eine große Portion Dankbarkeit für das starke Miteinander, das unsere Dorfgemeinschaften auszeichnet – nicht nur zur Faasend, sondern das ganze Jahr über.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute, bewusste und zuversichtliche Fastenzeit.