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Stadtgespräch Spangenberg
Ausgabe 3/2026
Vereine und Verbände
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Sängerkreis Heiligenberg

Herzlichen Glückwunsch: Karin Proll vom Gesangverein Wollrode, links, wurde beim Kreissängertag für 50 Jahre Singen im Chor ausgezeichnet. „Sie ist seit 50 Jahren aktive Sängerin im Sopran und wird als treue Seele des Vereins beschrieben“, sagte Sängerkreis-Vorsitzende Monika Asthalter. Auch Volker Bergmann, Ehrenpräsident des Mitteldeutschen Sängerbundes, und Sängerkreis-Geschäftsführerin Simone Huy gratulierten.

Musikalische Einstimmung und zum Abschluss „Abendstille überall“: Gisela Weber mit der Gitarre beim Kreissängertag des Sängerkreises Heiligenberg in Röhrenfurth.

Gemeinsam für den Sängerkreis

Röhrenfurth – „Es gibt viele und gute Gründe, um unseren Sängerkreis zu erhalten und an seinem Fortbestand mitzuarbeiten. Nur gemeinsam können wir den Fortbestand verwirklichen.“ Das erklärte die Vorsitzende des Sängerkreises Heiligenberg, Monika Asthalter (Spangenberg). beim Kreissängertag in Röhrenfurth. Sie erinnerte an das im Vorjahr gefeierte 100-jährige Bestehen. Es sei ein schönes und erfolgreiches Jahr für den Sängerkreis gewesen. Das sei schon Geschichte „und wir sehen uns neuen Aufgaben und Herausforderungen gegenüber. Sie vertraue auf eine weiterhin gute und zukunftsorientierte Zusammenarbeit

Die größte Herausforderung sei nicht ausschließlich das Schrumpfen der Sängerinnen und Sänger in den Chören sondern auch das Schrumpfen der Anzahl der Chöre – siehe auch Bericht Sängerkreis in Zahlen. Eine weitere Herausforderung sei aber auch „die hier und da fehlende Bereitschaft, sich in der Vorstandsarbeit in den Chören und im Vorstand des Sängerkreises zu engagieren.“ Zudem werde es beim Ausscheiden von Chorleiterinnen und Chorleitern immer schwieriger, geeignete Nachfolger zum finden.

Nach 24 Jahren im Sängerkreis-Vorstand werde sie im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren, kündigte Asthalter an. Nicht die Kreisvorstandsmitglieder, sondern die Chöre bilden nach ihren Worten den Sängerkreis und aus ihnen heraus gelte es, den Fortbestand des Sängerkreises zu gestalten und neue Ideen einzubringen. Manche fragen, so die Vorsitzende, wofür man das heute noch brauche. Die Antwort sei: Der Sängerkreis sei ein wichtiger Verbund der Chöre, das Bindeglied zum Mitteldeutschen Sängerbund (MSB). Das Interesse der Chöre sollte an der kulturellen und sozialen Teilhabe, dem Austausch und gemeinsamen musikalischen Zielen über den eigenen Chor hinaus gelten, betonte die Vorsitzende: „Wir brauchen dringend die Mitarbeit und die Ideen unserer Jüngeren, die bereit sind, ihre Vorstellungen einzubringen, nicht nur an den eigenen Verein zu denken, sondern sich auch für die anderen einzusetzen.“

„Wir Chöre bieten eine Gemeinschaft, wir sind das kulturelle Zentrum der Region“, betonte Kreischorleiter Pascal Rohde. Es lasse sich nicht aufhalten, dass die Chöre überaltern. Entscheidend aber sei, „dass wir unsere Chöre präsentieren“. Für die Menschen sei wichtig, zu sehen und zu erleben, „dass wir Spaß am singen haben“. Mit der musikalischen Entwicklung im Sängerkreis sei er sehr zufrieden, „es war ein ganz tolles Jahr 2025“. Die Chöre seien das kulturelle Zentrum der Region. Rohde: „Wir gehören in die Mitte der Gesellschaft, wir müssen den Menschen die Musik bringen – auf die Marktplätze, auf die Dorffeste und in die Kirche.“

Das 100-jährige Bestehen des Sängerkreises im vergangenen Jahr sei eine tolle Feier gewesen, „herzlichen Dank“, sagte Landrat Winfried Becker. Und: „Wir brauchen mehr Gemeinschaft, mehr Miteinander, die Menschen müssen wieder mehr zusammenkommen.“ Die Chöre seien Bausteine für diese Gemeinschaft. Man dürfe niemals den Kopf in den Sand stecken. „Herzlichen Dank, dass Sie den Chorgesang weiter ober halten“, rief Becker den Delegierten des Kreissängertages zu.

„Ich wünsche Ihnen vor allem Nachwuchs“ betonte Stadtrat Martin Gille namens der Stadt Melsungen. Als „junger Mann“ habe er einmal bei der Melsunger Liedertafel angefangen. Vereine seien als Kulturträger sehr wichtig, „ohne Vereine wäre das Leben trostlos“.

Die zehn Chöre des Sängerbezirks Unteres Fuldatal waren im Vorjahr mit 171 Sängerinnen und Sängern aktiv, davon waren 45 Kinder und Jugendliche, berichtete Berthold Weber. Für dieses Jahr seien zwei Konzerte in Vorbereitung: am 9. Und 10. Mai in der Sankt-Georg-Kirche in Immenhausen und in der Klosterkirche Guxhagen. Unter Chorleiter Guy Kiewe wirken der Gesangverein Wollrode, Crescendo Martinhagen und Da Capo Immenhausen mit. Am 28. Und 29. November werden die beiden Kinderchöre ein Weihnachtsmusical im Wollröder Krug aufführen. Aktuell gebe es Chorproben der Kinder mit einer neuen Chorleiterin aus Moskau, die die jüngsten Sängerinnen und Sänger mit „stimmbildnerischen Maßnahmen“ und entsprechender Liedauswahl auf das richtige Anwenden der Stimme und die Mehrstimmigkeit vorbereite: „Eine gute Sache.“

Bedauerlich sei, sagte Weber, dass sich der Männergesangverein Ellenberg abgemeldet habe. So gebe es im Bezirk Unteres Fuldatal nur noch fünf Chöre. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde sich auch dien Chorvereinigung Röhrenfurth zum Jahresende abmelden. Am 20. Juni ab 14 Uhr werde noch das 150. Jubiläum gefeiert: „Es wird voraussichtlich die letzte Aktivität des Vereins sein.

Sängerkreis in Zahlen

2 Kinderchöre gibt es im Sängerkreis Heiligenberg: Gesangverein 1889 Grifte und Gesangverein Wollrode 1896.

3 Vereine sind „nicht mehr singfähig“, wie es in der Statistik der Kreisgeschäftsführerin Simone Huy heißt: Gemischter Chor der Harmonie 1863 Gensungen, FTSV 09 Gemischter Chor Kehrenbach und Chorvereinigung 1876 Röhrenfurth.

5 singende Jugendliche sind in der Statistik vermerkt, ebenso fünf Männerchöre,

10 gemischte Chöre singen allein oder in Gemeinschaft.

17 Vereine hat der Sängerkreis Heiligenberg.

40 Kinder singen in den Vereinen.-

356 singende Erwachsene, im Jahr davor waren es noch 383.

663 fördernde Mitglieder gibt es noch gegenüber 758 im Jahr davor.

1064 Mitglieder sind es insgesamt gegenüber 1192 im Jahr davor. m.s.

Fotos und Bericht Manfred Schaake