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Heimatzeitung der Gemeinde Staufenberg
Ausgabe 36/2025
Heimatpflege
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Heimatpflege

Die Zwillinge Erika und Lotte Axmann, 1930

Spiegeltanz der Geschwister Axmann, 1932

Erika und Lotte Axmann

Erika und Lotte Axmann im Gruppentanz, 1932

Erika und Lotte Axmann, 1931

Erika Gollong mit Nienhäger Schulkindern, 1952, es wurden Balletttänze einstudiert

Von Erich Haldorn

Teil 3

Erika Gollong, geb. Axmann, wurde 1901 in Dessau geboren. Sie hatte 5 Geschwister. Zwei Brüder waren Elektriker und zogen nach Amerika. Nach dem Krieg 1945 kamen Pakete zu den Eltern nach Nienhagen, sie wohnten im Haus Gollong, weil sie ihr Haus durch Bombenangriff in Dessau verloren hatten.

Da der Vater gerne Zigarren rauchte, gab es auch diese in den Paketen. Der Schwiegersohn Gollong rauchte auch Zigarren, aber er wurde vom Schwiegervater nicht Teilhabe einer Zigarre.

Die Zwillingsschwester von Erika Gollong, Lotte Axmann, war unverheiratet und im Kassler Staatstheater als Balletttänzerin noch aktiv angestellt. Als Gast war sie sehr oft in Nienhagen bei der Schwester. Erika und Lotte waren eineiige Zwillinge und hatten gemeinsam als Tänzerinnen große Erfolge in Kassel erreicht. Es wurde ein sogenannter Spiegeltanz in Kassel gezeigt. In einem großen Holzrahmen ohne Spiegel, tanzten sie spiegelverkehrt ihren Tanz. Das Publikum war im Glauben, dass eine Tänzerin vor einem Spiegel tanzte. Wenn der Holzrahmen weggezogen wurde, standen zwei Tänzerinnen auf der Bühne. Diese Vorführung und ähnliche Tänze brachte den Axmann-Geschwistern große Anerkennung. Ich würde sagen, man könnte sie mit den später bekannten Kessler-Zwillingen vergleichen.

Der Vater der Axmann Töchter war Buchhalter. Er wollte nicht, dass seine Töchter Tänzerinnen werden, er meinte, es sei ein Zigeunerleben. Ohne Wissen vom Vater nahmen sie heimlich, neben ihrer Ausbildung zur Sekretärin, mit Wissen der Mutter, Ballettunterricht. Später war der Vater stolz auf seine Töchter und besuchte oft das Theater in Dessau bei ihren Auftritten.

Die Geschwister Lotte und Erika Axmann hatten auch in den zwanziger Jahren große Erfolge bei den Deutschen Schwimmmeisterschaften 1921 in Leipzig. Erika gewann den ersten Platz im Rückenschwimmen, Lotte gewann den gleichen Preis im Brustschwimmen.

Am 28. März 1936 heirateten Christian und Erika Gollong, geb. Axmann. Es war die zweite Ehe von Christian Gollong. Erika Axmann und Zwillingsschwester Lotte waren beide als Balletttänzerin beim Theater in Kassel angestellt.

Nach der Heirat 1936 mit Christian Gollong, wollte der Ehemann nicht, dass Erika als Tänzerin am Theater blieb.

Christian Gollong wurde in Frankfurt-Höchst 1901 geboren und hatte 4 Geschwister. Die Eltern verzogen mit der Familie nach Bayern. Christian Gollong verbrachte nun seine Kindheit in Bayern und erlernte somit den bayerischen Dialekt. In seiner späteren Theaterzeit brachte er in den Vorstellungen oft seine Worte in bayerischem Dialekt zum Ausdruck.

Die Ausbildung absolvierte er nach der Schulzeit, so berichtete mir die Schwägerin, als Bankkaufmann in einer Münchner Bank. Als er aus dem Weltkrieg 1918 zurück kehrte, besuchte er eine Schauspielschule in München.

Nach den Renten Versicherungsunterlagen war die erste Anstellung als Schauspieler im traditionsreichen Münchner Lustspieltheater in Schnitzlers "Liebelei".

Fortsetzung und Schluss folgt