Schlittenfahren in den fünfziger Jahren in Landwehrhagen.
Endlich war die Schule aus,
durch den tiefen Schnee ging es schnell nach haus.
Das Mittagsessen stand schon auf dem Tisch,
ja es war Freitag, da gab`s immer frischen Fisch.
Grüne Heringe aus der Fulle wurden dann verzehrt,
aus dem noch klaren, sauberen Wasser waren sehr begehrt.
Ein Zehner kostete so ein Teil,
heute bietet man die Ware feil.
Das Essen wurde schnell vollbracht,
dannach die Hausaufgaben gemacht.
Mutter schaute auf`s Papier, mach`s ordentlich,
sonst gibt`s kein Schlittenfahren und du bleibs`t hier.
Alles wurde genau und richtig gemacht,
dann ging`s in die weiße Winterpracht.
Schnell hatten sich Freunde zusammengefunden,
für schöne lustige, fröhliche Nachmittagsstunden.
Steuerschlitten nach Spiekershausen, das war unser Hit,
da machten Alle gerne mit.
Freunde aus dem Dorf, der Nachbarsjunge von neben an,
der kleine Werner war unser Steuermann,
fünf oder sechs Schlitten hängten sich noch hinten dran.
Er hatte die Sache voll im Griff,
das Steuer fest in der Hand, wie auf einem sinkendem Schiff.
Der Schlitten war seine Kaffeejippe,
standen wir auch manchmal damit, auf der Kippe.
Mit Spaß ging`s vom Unterdorf die Höhle nach Spiekershausen runter,
wir waren alle fröhlich und putzmunter.
Der Wind uns um die Ohren wehte,
ich mich auch mal, nach hinten umdrehte.
Wir Freunde waren guter Dinge,
das die Schlittenfahrt gelinge.
Die Fahrt wurde schneller, wir rasten über die Piste,
aber trotz Vorsicht, landeten wir auch mal in Spohr´S Miste.
Aber keiner hatte sich verletzt,
die Kleinen wurden auf den Schlitten draufgesetzt,
die Höhle rauf, wieder nach Landwehrhagen gezogen.
Manchmal habe ich auch etwas gelogen.
Spohr`s Miste wurde schnell vergessen,
denn große Freude hatten ich ja besessen.
Zuhause wurde nicht´s davon erzählt,
sondern schnell die Ofenmulde ausgewählt.
Die Füße waren eisekalt, aber noch trocken,
die Wärme tat gut und dicke warme Socken.
Eiszapfen hingen überall,
an den Skihosen mit dem berühmten Überfall.
Ja es war eine schöne Zeit,
wäre zu den Späßen immer wieder bereit.
Vielleicht findet sich ja noch mal die Gelegenheit,
Schlittenfahren wie damals,mit Klaus Dieter, Manfred,Karl-Otto, Edith und so weiter,
wir sind zwar schon älter, aber immer noch munter und heiter.
Wie wird es wohl sein mit dem Winterspaß in 70 Jahren,
das werde ich wohl nicht mehr erfahren.
Ich liebe Landwehrhagen, den Heimatort,
hier bin ich geboren und fand meinen sicheren Hort.