Voller Überraschungen und unglaublich witzig gespielt: Das Theaterstück „MS Rosta – Kreuzfahrt kuriosa!“ von Jasmin Leuthe begeisterte am Wochenende das Publikum im Bürgerhaus „Alte Schule“ in Herzhausen. Der Kultur- und Heimatverein sorgte dafür, dass die mehr als 160 Gäste, die sich die erste Aufführung am Samstagabend ansahen, aus dem Lachen nicht mehr herauskamen. Auch am Sonntag zeigten die Darsteller noch einmal ihr Können.
Bei den wenigen Texthängern und Minipannen improvisierten die Laienschauspieler zudem locker und lustig, sodass die Aufführung dadurch nur gewann. In den drei Akten der Komödie nahmen sie nicht nur die Spezies „deutscher Tourist“ liebevoll auf die Schippe, sondern ebenso männer- und frauentypische Klischees – und das alles im Umfeld einer Kreuzfahrt. Dabei wurde keine Peinlichkeit ausgespart.
Los ging es mit der Anreise der befreundeten Ehepaare Vroni (Susanne Stracke) und Alfred (Harald Henkler), Mathilde (Christine Scheffer) und Franz (Rüdiger Arnold) sowie Mariele (Joana Stracke) und Heini (Chris Lehmann). Für jede der Frauen steht fest, dass sie beim Kapitäns-Dinner neben dem Kapitän sitzen müssen. Kaum sind die Kabinen bezogen, beschwert sich Franz, dass seine Badehose übel kneift, aber seine Mathilde erkennt: „Du hast wieder mein Bikinihöschen erwischt – deins ist das große blaue Viereck.“ Und als Heini nach seiner Hämorrhoidensalbe fragt, hilft Mariele freundlich: „Im Kulturbeutel – aber verwechsle sie nicht wieder mit der Zahnpasta.“
Während die Männer sich ein Bierchen gönnen, beobachten sie, wie ihre Frauen nach der Schlacht um die Pool-Liegen Kapitän Schifferlein (Michael Gressler) anhimmeln. Ihr Kommentar: „Ein Sascha Hehn für Arme.“
Als der Kapitän versehentlich Alfreds selbstgebautes Fernglas in die Hände bekommt, erblindet er vorübergehend, weil es so super-superscharf ist. Von den Frauen bekommt er Kamille-Teebeutel auf die Augen: „Die helfen bei Franz‘ Hühneraugen auch immer“, meint Mathilde.
Für Alfred, Franz und Heini ist es Ehrensache, dass sie sich nun um das Schiff kümmern. Echte Männer können so etwas, und außerdem hat Franz den VHS-Kurs „Ich und mein ferngesteuertes Boot“ belegt. Leider legen sie das Schiff nach dem Landgang in Marseille zu früh ab, sodass das Animationsteam im Hafen zurückbleibt. Kapitän Schifferlein bekommt nun wirklich Panik, denn an Bord sind auch die Reiseunternehmer-Schwestern Britta (Birgit Stracke) und Gitta (Ulrika Raabe) Strohbach-Strümpfelbaum. Und in deren Katalog will der Kapitän unbedingt aufgenommen werden. Aber auch hier wissen die sechs Freunde Rat: In Rolle und Uniform des Kapitäns gezwängt, lädt Franz die Reisefachfrauen zu einem Cocktail ein, der so ziemlich alles enthält, was die Bar hergibt. „Wie ein Feuerwerk an Silvester und im Abgang kribbelig wie Ameisenfüßchen“, schwärmen die Schwestern über das Getränk.
Und was ist nun mit der Travestiekünstler-Modenschau? Da sie ja die Künstlerinnen des Abends in Marseille vergessen haben, schlüpfen Heini, Franz und Alfred selbst in deren „allerschönsten Kleider“. An dieser Stelle wurde das Publikum Teil der Komödie und zum Publikum auf dem Kreuzschiff. Als die drei Ehemänner zu fetziger Musik durch die Reihen tanzten und kurze Flirts mit Zuschauerinnen und Zuschauern hinlegten, erreichte auch die Stimmung im Saal ihren Höhepunkt. Am Ende des Stücks löste sich alles zum Guten auf. Nicht nur die Damen vom Reisebüro waren Feuer und Flamme: „Unfassbar, was Sie hier abgeliefert haben.“ Auch das Publikum war so begeistert, dass es die Menschen von den Stühlen riss und sie lange Applaus im Stehen gaben.
Fotos der Vorstellung gibt es unter wlz-online.de. (Quelle: WLZ 23.3.2026, Astrid Rau)
Die Theatergruppe des Kultur- und Heimatvereins Herzhausen bedankt sich nochmals ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung.
(Foto: privat)