Seit zehn Jahrzehnten war und ist sie das beliebte Zuhause der Turner in Marienhagen, der Ort, an dem sie ihren Sport betreiben, wo Klein und Groß üben, mit Freude trainieren, schwitzen und oft auch über viele Übungsstunden hinweg neue Bewegungen an unterschiedlichsten Turngeräten und Abläufe mal mühevoll, dann jedoch auch eher leicht daherkommend, jedoch immer zielführend einstudieren konnten: die „Turnhalle in der Kahne“.
Nur vier Jahre nach der Gründung des Turnvereins im Jahr 1922 wurde sie in Eigenregie erbaut. Seit 1926 steht sie da; direkt neben ihr entstand auf einem großen Freigelände der Turnplatz, heute meistens Sportplatz genannt.
Von ungezählten Festen und munteren Feiern könnte sie erzählen, von spannenden Wettkämpfen und Übungsstunden verschiedener Arten und Formen, von Versammlungen oder Quizturnieren, von Gymnastikabenden, von Ringen, die einst an der Decke hingen, und einem Hochreck, von einem Volleyballfeld und Sängerfesten, von Sitzungen und Familienfeiern, von der Dorfbücherei in der ersten Etage ebenso wie von der Kegelbahn, von Tischtennisspielen, dem Jugendraum, vom beliebten Kindergarten sowie Umbaumaßnahmen. Doch auch von dem, was sie bei Blicken nach draußen beobachten durfte, würde sie mit guter Laune plaudern und (manchmal wohl auch wehmütig) erzählen: von riesigen Turnwettkämpfen, von Leichtathletikveranstaltungen, von einem Weltrekordversuch, sehr vielen Fußballspielen, von Zeltlagern der Pfadfinder oder der Jugendfeuerwehren, vom Feldbandball oder Faustball, vom Volleyballteam rund um Nationalspieler Burkhard Sude, von herrlichen Sängerfesten und tollen Gauturnfesten sowie Rock- und Folkmusikkonzerten des „Saskatchewan“, Theateraufführungen; auch Schleuderball, Basketball, Speerwürfe, der Ortsstraßenlauf, Altennachmittage, Diavorführungen, Ausstellungen, stets wichtige Blutspende-Termine und sogar winterliche Skilanglauf-Events unter Flutlicht erfreuten sie. Was es hier oben - beinahe unter der Bismarck-Eiche und nahe am Jahn-Denkmal - nicht so alles gab…
Nun also wird sie ein Jahrhundert alt: die alte und doch stets junge Turnhalle – und das wird, das muss und soll gewürdigt und gefeiert werden.
Unsere beiden Bilder zeigen fröhliche Turnmädchen im Jahr 1951 „beim Bau einer lustigen Pyramide“ sowie eine Ansichtskarte aus Marienhagen mit verschiedenen Motiven, so auch mit der „Geburtstags-Halle“ in ihrer Jugendzeit.
Bilder: Anneliese Kubat (Foto der Turnerinnen), Hans-Friedrich Kubat (Sammlung)