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Blick in unsere Grossgemeinde
Ausgabe 2/2026
Vereine und Verbände
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Förderkreis 'Synagoge in Vöhl' e. V.

Am 17. Juli 1827 wurde sie als Schule für die zahlreichen jüdischen Kinder „in Stant gebracht“, wie es in der Balkeninschrift zwischen den zwei Etagen des Fachwerkhauses heißt. Am Freitag, dem 28. August 1829, wurde sie im Gottesdienst zum Beginn des Schabbat zur Synagoge geweiht. Sie diente bis in die zweite Hälfte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts den Juden von Vöhl, Basdorf und Marienhagen als Versammlungs- und Gottesdienstraum. Als einziges Gebäude in Waldeck-Frankenberg ist sie heute noch als Synagoge erkennbar. Der bis in die Dachspitze reichende Sakralraum mit Sternenhimmel und Frauenempore ist erhalten geblieben. Grund dafür, dass sie in der Pogromnacht des 9. November 1938 nicht zerstört wurde, mag der Verkauf des Gebäudes an einen christlichen Eigentümer drei Monate vorher gewesen sein. Grund dafür, dass sie auch das so genannte „Zweite Sterben der Synagogen“ nach dem Krieg unbeschadet überstand, war die Nutzung des großen Raumes zunächst als Lager- und Verkaufsraum für Baumaterialien und später als Trockenraum für die Wäsche.

Die frühere Einrichtung des Sakralraums – Thoraschrein, Bima, Bänke, Menora usw. - ist wahrscheinlich noch im nationalsozialistischen Deutschland entfernt und zerstört worden.

1999 kaufte der extra dafür gegründete Förderkreis „Synagoge in Vöhl“ mit Unterstützung der Gemeinde das Gebäude, restaurierte es und entwickelte es zu einem Kultur-, Bildungs- und Gedenkort mit zahlreichen mit zahlreichen Veranstaltungen, die von jährlich ca. 2000 Menschen besucht werden.

Am Sonntag, 11. Januar ist die Synagoge von 15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Um 15 Uhr wird eine Führung angeboten.

„Die Große Flucht“ aus Ostpreußen

Am Dienstag, 13. Januar, 19 Uhr, wird im Rahmen der Reihe Dienstagskino ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Die große Flucht“ gezeigt. Vor 81 Jahren, im Januar 1945, sind 2 Millionen Menschen aus Ostpreußen bei eisigen Temperaturen wegen der nahenden Roten Armee der Sowjetunion nach Westen geflohen. Die Zahl der Menschen, die während dieser Flucht ums Leben kamen, wird auf 50.000 geschätzt. Karl-Heinz Stadtler wird den historischen Zusammenhang erläutern und einen von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Dokumentarfilm zeigen. Eine Rolle wird auch das Tagebuch des Zeitzeugen Adolf Rogowski spielen, der diese Flucht miterlebte.