Titel Logo
Vom Kuckuck und Esel (Guxhagen-Körle)
Ausgabe 2/2026
Aktuelles aus Körle
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Aktuelles aus Körle

Die Sanierung des Neuen Weges soll insbesondere für Kindergarten- und Schulkinder Verbesserungen bringen.

Das Bild zeigt den Start der Abrissarbeiten am Dorfplatz.

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Empfershausen soll 2026 starten.

4,5 Millionen Euro und damit fast viermal so viel wie im Jahr 2025 muss die Gemeinde Körle 2026 investieren. Die Kassenlage sei „besorgniserregend“, wie Bürgermeister Mario Gerhold in der jüngsten Gemeindevertretersitzung ausführte. „Wir leben von unserer Substanz.“ Denn: Um den Haushalt mit dem schmalen Plus von knapp 90.000 Euro abschließen zu können, mussten Rücklagen aus den Vorjahren aufgelöst werden. „Zu viele Aufgaben, zu viele Vorgaben ohne eine solide Finanzierung. Ja, wir haben gute Steuereinnahmen, doch diese halten mit den schnellersteigenden Ausgaben längst nicht mehr mit. Die Konsequenz:

Mittel für notwendige oder sinnvolle Investitionen bleiben nicht mehr übrig“, erklärte der Rathaus-Chef.

Um die Investitionen stemmen zu können sei eine Nettokreditaufnahme von mehr als 2,65 Millionen Euro nötig. Und diese Zahl sei noch bedenklicher, wenn man sich vor Augen führe, dass die millionenschweren, absehbaren Investitionen in die Sanierung der Berglandhalle und in die Kita Pfiffikus noch gar nicht enthalten seien. Jedoch sei es keine Alternative NICHT in die Infrastruktur zu investieren. Und so gebe die Gemeinde Geld aus „was wir nicht haben und befinden uns damit in „guter“ Gesellschaft mit anderen Kommunen“, sagte Mario Gerhold mit ironischem Unterton. Auch der Bund gehöre selbst dazu. „Dort nennt man die Milliardenschulden eben nur Sondervermögen.“

Investitionen

Sanierung Neuer Weg

Mit 1,47 Millionen Euro stellt diese Maßnahme den größten Einzelposten im Investitionsprogramm dar, führte der Bürgermeister aus. Hauptgründe für die Erneuerung des Neuen Weges auf einer Länge von ca. 350 m seien der Zustand der Wasser- und Kanalleitungen sowie die schadhafte Straßenoberfläche selbst. Die im Jahr 2020 umgesetzte Grundsteuererhöhung helfe bei der Finanzierung dieser hohen Summe. Der Gemeindevorstand gehe weiterhin davon aus, dass die Straßenbaukosten teilweise förderfähig sind, denn mit dem Straßenbau soll der Gehweg deutlich verbreitert werden. „Das bedeutet vor allem mehr Sicherheit für die Kindergarten- und Schulkinder und hilft durch die Förderfähigkeit auch noch, diese große Investition zu tragen“, erklärte Bürgermeister Mario Gerhold.

Tagespflegestation

Neu veranschlagt wird der Kaufpreis für die Tagespflegestation. 2026 werden mit Baustart und Fertigstellung des Rohbaus voraussichtlich 800.000 Euro fällig, 2027 dann der Restbetrag von 400.000 Euro. „Eine für die gesamte Gemeinde wichtige Einrichtung, zumal die Zahl pflegebedürftiger Menschen stetig ansteigen wird. Ich bin mir sicher, dass wir uns in Zukunft glücklich schätzen werden, ein solches Angebot für unsere Einwohner in Körle zu haben“, sagte Mario Gerhold. Zumal jetzt der richtige Zeitpunkt für eine solche Investition sei. Erstens gebe es Unterstützung durch das Städtebauförderprogramm Lebendige Zentren mit einem sechsstelligen Betrag. „Zweitens war unsere Kaufentscheidung maßgeblich für die VR Bank Hessenland, in den Neubau zu investieren,

in Folge dessen sieben neue Wohnungen im Ortszentrum entstehen und der Dorfplatz eine hervorragend städtebauliche Abrundung erhält.“

Sanierung ehem. Schule

450.000 Euro sollen in die Grundsanierung des Gebäudes Nürnberger Str.

2 fließen, in dem sich sechs Wohneinheiten befinden. Die ehemalige Grundschule sei ein denkmalgeschütztes und ortsbildprägendes Gebäude, das auch mit Hilfe des Förderprogramms Lebendige Zentren saniert werden solle, so Mario Gerhold.

Kanal Ladestraße

Für 420.000 Euro muss der Kanal in der Ladestraße stellenweise erneuert werden. Dort fließen die Abwässer aus dem südlichen Bereich von Körle und aus Empfershausen zusammen in Richtung Abwasserpumpwerk, erklärte der Bürgermeister in der Sitzung. „Das bedeutet, wir stecken fast eine halbe Million Euro in eine unverzichtbare Sammelleitung.“

Ortsdurchfahrt Empfershausen

Die lang ersehnte Erneuerung der Ortsdurchfahrt Empfershausen wird laut HessenMobil nun im Jahr 2026 starten, berichtete Mario Gerhold. Mit 350.000 Euro trage die Gemeinde Körle die Kosten für den Rad-/Gehweg im

ersten Bauabschnitt, jeweils 100.000 Euro kommen bis 2029 jährlich hinzu.

Rathausplatz

Der Umbau des ehem. Bauernhof der Familie Wenzel zum Rathaus und die Anlage des Rathausplatzes sei in 1986 eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung gewesen, von der die Bürgerinnen und Bürger noch heute profitieren. Nun sei der Rathausplatz 40 Jahre alt, hieß es vom Bürgermeister, und damit die Zeit gekommen, diesen wichtigen Platz für die nächsten Jahrzehnte zu modernisieren.

Mit einem Betrag von 180.000 € soll im Wesentlichen die Barrierefreiheit sowie Funktionalität als Veranstaltungsort, Biergarten und Parkplatz verbessert werden. Auch dieses Projekt werde die Gemeinde Körle nur bewältigen können, weil momentan noch Mittel aus dem Städtebauförderprogramms zur Verfügung stünden. Die Förderung mache regulär 67 % aus, hieß es in der Sitzung der Gemeindevertretung.

Bürgerbus

Für den Kauf eines neuen Bürgerbusses sind 70.000 Euro eingeplant –„damit das allgemein anerkannte und beliebte Angebot erhalten bleibt“. Die Einnahmen aus der Firmenwerbung auf dem Bus sowie der ehrenamtliche Fahrdienst mache es der Gemeinde Körle möglich, den Bürgerbus auch in den nächsten Jahren für die Fahrgäste und Vereine günstig anbieten zu können, drückte der Bürgermeister seine Hofnung aus.