Das sogenannte Umkleidehaus am Sportplatz ist mehr als 50 Jahre alt. Im Erdgeschoss befinden sich die Umkleideräume, Toiletten, Duschen und Nebenräume für den Sportbetrieb. Das Haus wurde 2002 durch den FC Körle aufgestockt, im Obergeschoss sind seitdem die Clubräume des Fußballvereins. Während der ab 2027 geplanten Sanierung der Berglandhalle wird der Sportplatz, das oberhalb befindliche Kleinfeld und damit auch das Umkleidehaus eine wichtige Rolle als Ausweichmöglichkeit spielen. Die Gemeinde Körle plant, das Kleinfeld mit einer teiloffenen Trainingshalle zu überdachen. Diese Trainingshalle wird keine eigenen Toiletten oder Duschen haben, genutzt werden muss dann das Umkleidehaus.
Mit der umfassenden Sanierung der Duschen und Umkleiden beginnt für die Gemeinde Körle die erste Phase umfangreicher Investitionen in die Sportanlagen. Die Gemeindevertretung bewilligte in der Sitzung am 18. Mai einen Betrag von 350.000 € für die umfassende Sanierung des Umkleidegebäudes. Rohbauarbeiten, Fliesenarbeiten, die Erneuerung der Fenster und Türen, die komplette Sanitärinstallation und Heizung/Lüftung mit einem Austausch der Ölheizung gegen eine Luftwärmepumpe sind in diesen Kosten enthalten. Die Arbeiten beginnen im Juni und sollen im Oktober abgeschlossen sein.
Den überwiegenden Teil dieser Investition trägt die Städtebauförderung „Lebendige Zentren“, die mit einer Förderquote von 67 % auch den Großteil der geplanten Trainingshalle mitfinanzieren wird. Im Sommer wird es noch eine weitere Abstimmung mit den Sportvereinen zu Details der Trainingshalle geben. Hierzu lädt der Gemeindevorstand noch ein.
Ein ortsbildprägendes Gebäude mit einer bewegten Geschichte ist die ehem. Grundschule in der Nürnberger Straße. Das Haus wurde im Jahre 1938 als „Hitlerjugend-Heim“ gebaut und konnte im Jahre 1939 von den NS-Jugendorganisationen genutzt werden. Nach dem Kriegsbeginn im Jahre 1939 war die Nutzung jedoch sehr eingeschränkt. Kurz nach dem Ausbruch des sogenannten Frankreichfeldzuges wurden französische Kriegsgefangene hier untergebracht. Kurze Zeit später, nachdem die Kriegsgefangenen nach Wagenfurth verlegt worden waren, nutzte die Kasseler Heinrich-Schütz-Schule das Haus als sogenanntes KLV-Lager. Die „Kinder-Land-Verschickung“ sollte die Schülerinnen und Schüler vor den Luftangriffen schützen. Während der letzten Kriegsmonate war das Haus Ausbildungslager für den „Volkssturm“. Nach dem Krieg ließ die Gemeinde notdürftig Wohnungen für Heimatvertriebene in dem Haus herrichten. Die Gemeindeverwaltung bekam einen Raum und in der Vorhalle eröffnete ein Friseur sein Geschäft. Wegen der großen Wohnungsnot fehlte es im Dorf an Badezimmern; deshalb hatte die Gemeinde für kurze Zeit in Kellerräumen des ehemaligen HJ-Heimes Badewannen und Duschen für die allgemeine Benutzung einbauen lassen. Im Jahre 1949 wurde das Haus dann in eine Schule umgebaut. Nachdem im Jahre 1949 die Körler Schule in den Neubau am Eselspfad umgezogen war, konnte man das Gebäude wieder als Wohnhaus nutzen. Das Haus wurde 1990 umgebaut, es bestehen seitdem dort sechs Wohnungen, die von der Gemeindeverwaltung vermietet werden.
Aufgrund der relativ alten Bausubstanz stehen nun größere Investitionen in das denkmalgeschützte Haus an. Nachdem der Erhalt der Wohnungen bereits als Ziel im städtebaulichen Entwicklungskonzept im Jahr 2021 formuliert wurde, befasste sich die Gemeindevertretung 2023 mit den verschiedenen Optionen für eine Sanierung. Eine Herausforderung stellt dabei nicht nur der Denkmalschutz und die asbestfaserhaltige Verschindelung dar, sondern auch beim Brandschutz müssen heutige Maßstäbe berücksichtigt werden. Das Dach wird zudem komplett erneuert und auf der Talseite sollen Dachgauben für mehr Platz in den oberen Wohnungen sorgen. Nach diesen Arbeiten soll auch das Außengelände von Asphalt befreit und neu gestaltet werden.
In der Sitzung der Gemeindevertretung sowie in der vorhergehenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses befassten sich die Gemeindevertreterinnen und -vertreter ausgiebig mit dem Thema. Für eine nachhaltige Sanierung des Hauses sprach nicht nur der Bedarf an Wohnraum, sondern auch die Möglichkeit, jetzt mit Hilfe der Städtebauförderung diese Gemeindeimmobilie deutlich aufzuwerten und damit immerhin sechs zentrumsnahe Wohnungen zu erhalten.
Bei zwölf anwesenden Mitgliedern der Gemeindevertretung erfolgte die Bewilligung der Sanierungskosten in Höhe von 845.000 € einstimmig.
Als Vertreter der Gemeinde Körle in die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Schwalm-Eder wurden auf Vorschlag der SPD-Fraktion Frau Sandra Fuchs und als Stellvertreter Herr Dr. Patrick Blank gewählt.
Die Anfrage der CDU-Fraktion wurde wie folgt beantwortet:
1. Wie ist der aktuelle Stand der drei geplanten Windenergieanlagen?
Der beim Regierungspräsidium (RP) Kassel einzureichende Antrag nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) wird momentan von Eurowind vorbereitet. Die dafür notwendigen Untersuchungen (z. B. naturschutzfachliches Gutachten) liegen vor.
2. Wie ist der Stand der Nutzungsvereinbarung mit der Firma Eurowind?
Die Nutzungsvereinbarung für die gemeindliche Fläche ist am 15.01.2025 unterzeichnet worden. Zu Nutzungsvereinbarungen für die beiden anderen Standorte liegen hier keine Informationen vor.
3. Welche nächsten Schritte sind vorgesehen?
Für Juni ist ein Abstimmungstermin beim RP Kassel vereinbart, bei dem mit Eurowind und einem Planungsbüro die Verfahrensschritte zur eventuellen Anpassung des Flächennutzungsplans und für einen eventuell erforderlichen Bebauungsplan geklärt werden. Danach wird die Gemeindevertretung zu entscheiden haben, ob und für welche Standorte ein baurechtliches Verfahren eingeleitet wird.
4. Wann ist mit einer Fertigstellung zu rechnen?
Dies hängt unter anderem vom weiteren Planungsaufwand ab. Eine Einschätzung kann vermutlich nach dem RP-Termin im Juni gegeben werden.