LPV-Mitarbeiterin Isabel Schmidt erklärt den Teilenehmenden die anstehenden Arbeiten © LPV Schwalm-Eder
Helfer bei Unterhaltung des festen Schutzzaunes © LPV Schwalm-Eder
Aktuell kehren die Kiebitze aus dem Süden zu ihren nördlichen Brutplätzen zurück © Christian Gelpke
„Wir freuen uns, dass sich so viele helfende Hände aus allen Ecken des Schwalm-Eder-Kreises gefunden haben“, begrüßt Franziska Mehlhorn, Geschäftsführerin des LPV Schwalm-Eder e.V. (LPV) die kleinen und großen 16 Helfer und Helferinnen, die am letzten Samstag gemeinsam mit den drei LPV-Mitarbeitern auf der Kiebitzbrutfläche bei Wabern fleißig mit angepackt haben.
Bei dem freiwilligen Einsatz wurden letzte Arbeiten vor dem Rückflug der Kiebitze aus dem Süden durchgeführt, damit die in Nordhessen so seltenen Bodenbrüter möglichst gute Bedingungen auf der Brutfläche vorfinden. Die Fläche ist seit einigen Jahren mit einem Festzaun und stromführenden Litzen zum Schutz vor Füchsen und Waschbären ausgestattet, dessen Unterhaltung für einen erfolgreichen Kiebitznachwuchs enorm wichtig ist. Daher stand auch in diesem Jahr der Festzaun im Fokus des LPV-Arbeitseinsatzes: herabhängende Äste und aufkommende Vegetation entlang des Zaunes wurden mit Freischneidern zurückgenommen, problematische Brombeertriebe ausgegraben, die stromführenden Litzen erneuert, lockere Zaunbereiche nachgespannt und die schützende Gummimatte unterhalb des Zaunes von Gras, Laub und Erde befreit. „Aufkommender Bewuchs in direkter Zaunnähe kann den Stromfluss entlang des Zaunes stark beeinträchtigen. Auch Durchschlupfmöglichkeiten im Zaun sind ein großes Risiko für das Eindringen von Fuchs oder Waschbär. Durch die vielen fleißigen Helfer konnten wir das Risiko für Stromableitungen und Eindringmöglichkeiten während der Brutzeit deutlich reduzieren“, lobt Isabel Schmidt vom LPV.
Die Teilnehmer legten außerdem aus Schnittmaterial einer Gehölzentnahme im letzten Winter einen Totholzhaufen an und beseitigten potenzielle Trittstellen für Nesträuber an einem kleinen Erdhügel. Trotz angekündigtem Regen blieben alle Teilnehmer trocken und wurden insbesondere durch den Biobetrieb Till Döring aus Zennern und den „Erlebnishof Singliser Mühle“ mit schmackhaften regionalen Produkten verpflegt.
Kreisvogelschutzbeauftragter und Arbeitskreisleiter der HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) Christian Gelpke betreut die Fläche bereits seit knapp 20 Jahren und freut sich: „In Verbindung mit den verschiedenen Maßnahmen des letzten Winters, wie den Gehölzrückschnitten, der Flächenerweiterung und der Rohbodenherstellung sorgen die gemeinsamen Arbeitseinsätze im Februar für gute Brutbedingungen für den Kiebitz und andere Vogelarten.“ Die Brutfläche in Wabern wird durch die HGON und den LPV intensiv betreut, da sie einen großen Teil der gesamten in Nordhessen brütenden, sehr standorttreuen Kiebitzbrutpaare umfasst.
Neben den vielen Helfern aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis am letzten Samstag, sind Gelpke und der LPV besonders auch der Gemeinde Wabern dankbar: „Die eng mit den zuständigen Behörden und Akteuren abgestimmten, jährlichen Pflegemaßnahmen auf der Fläche sind nur möglich, weil die Gemeinde als Flächeneigentümer die ehemaligen Schlämm- und Kiesteiche für die Artenschutzmaßnahmen zur Verfügung stellt.“
Die Arbeit des LPV wird gefördert durch das Land Hessen.
Weitere Informationen zum Vogelschutzgebiet und dessen Zielarten finden Sie auf unserer Website unter: www.lpv-schwalm-eder.de