Sie laden in die Ausstellung ein (v.l.): Pfarrer Dierk Glitzenhirn (Altenhilfe Treysa) und Regionalmanagerin Sonja Pauly (Leader-Region Schwalm-Aue); Architekt Johannes Biskamp und Stadtplaner Martin Hering informierten über die kostenlose architektonische Erstberatung.
Schwalmstadt-Treysa. Vier Wochen lang ist die Ausstellung "Schön hier. Architektur auf dem Land" im Treysaer "RoSenhaus" zu sehen. Im Begleitprogramm laden die Altenhilfe Treysa, das Evangelische Forum Schwalm-Eder und die LEADER-Region Schwalm-Aue wöchentlich zu Vorträgen ein. Der erste Abend stand unter der Überschrift "schön hier: Das Begegnungshaus". Sonja Pauly begrüßte zwei Referenten sowie gut ein Dutzend Gäste. "Uns ist es wichtig, dass die Ausstellung nicht nur vier Wochen hier steht, sondern durch das Programm auch mit Leben gefüllt wird", betonte die LEADER-Regionalmanagerin. "Die Initiative {{gt}}Möglich machen{{lt}} hat sich zur Aufgabe gemacht, mit gezielter Innenentwicklung in den Kommunen Leerstände zu füllen, Baulücken zu schließen, die gewachsenen Ortskerne zu beleben und individuellen Raum zum Wohnen und Arbeiten zu schaffen", erklärte Stadtplaner Martin Hering aus Erfurt. Am Beispiel der Begegnungsstätte "RoSenhaus" zeigte Architekt Johannes Biskamp aus Willingshausen die konkrete Umsetzung eines Projekts. "Das Ensemble sollte sich in die bestehende Struktur einfügen", erläuterte er seine Herangehensweise im Blick auf die Ortslage. Das geschieht in der Fachwerkumgebung auch durch die Holzbauweise. "Außerdem liegt der Dämmwert um einiges höher als bei klassischem Mauerwerk", begründete Biskamp die Wahl der Bauweise.
Im zweiten Teil der Veranstaltung mahnte Stadtplaner Hering den immer noch steigenden Flächenverbrauch beim Hausbau an, "weniger auf die Grüne Wiese und mehr in die Bestände" müsse die Devise lauten, sagte er. Zur Innenentwicklungsstrategie gehört es daher, festzustellen wo sich Leerstände und Baulücken im Ort befinden. Zur Initiative "Möglich machen" gehören eine Steuerungsgruppe und sogenannte Baulotsen, die als wichtige Schnittstelle der Verwaltung zu den Bürgerinnen und Bürgern dienen. Sie vermitteln Interessenten an externe Fachbüros, die eine kostenlose architektonische Erstberatung übernehmen, so Martin Hering. "Für die Erstberatung ist ein Ortstermin ganz wichtig, nur der Blick auf den Bauplan wäre zu wenig", betonte Architekt Biskamp. "Das Gespräch dient einerseits der Ideenfindung, aber darüber hinaus auch als Basis für die Bauplanung, einschließlich des Erkennens von Problemen und Zwangspunkten", führte er weiter aus. "Dabei geben wir Hilfestellung bei der Ermittlung des Grundstückswerts, der Kosteneinschätzung für Umbauideen sowie bei der Auswahl geeigneter Ansprechpartner in den Bereichen Förderung, Denkmalschutz oder energetischer Sanierung", umschrieb der Berater seine Aufgabe. Zum Ende des interessanten Abends warb Martin Hering: "Durch Baukultur schaffen wir eine lebenswerte Umwelt mit sozialen, ökologischen, ökonomischen sowie emotionalen und ästhetischen Dimensionen."
Die Ausstellung "Schön hier. Architektur auf dem Land" des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt ist noch bis zum 06.03. in Schwalmstadt zu sehen. Öffnungszeiten: So, 14 bis 17 Uhr, Di bis Fr, 15 bis 18 Uhr - zzgl. Vorträge am Mittwoch. Infos: www.altenhilfe-treysa.de/aktuelles/aktuelle-beitraege/schoen-hier-architektur-auf-dem-land