Berlin ist für viele weit weg. Doch bei unserem Termin zur Zukunft der Wasserbewirtschaftung des Edersees wurde deutlich: Entscheidungen, die dort getroffen werden, haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Heimat, auf Arbeitsplätze, den Tourismus, die Natur und die Menschen vor Ort.
Gemeinsam mit den Bürgermeisterkollegen der Edersee-Region, Vertretern des Landkreises Waldeck-Frankenberg haben wir deshalb in Berlin unsere Position eingebracht. Organisiert wurde der Austausch durch den Bundestagsabgeordneten Jan-Wilhelm Pohlmann. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die zukünftige Wasserbewirtschaftung des Edersees ausgewogen und zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Für mich war wichtig, deutlich zu machen: Der Edersee ist nicht nur ein Speicherbecken. Er ist Identität, Lebensraum und wirtschaftliche Grundlage für unsere Region. Tausende Arbeitsplätze und zahlreiche Betriebe profitieren direkt oder indirekt von einem attraktiven Edersee. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für Natur, Landschaft und die unterschiedlichen Anforderungen entlang des gesamten Wassersystems.
Gerade deshalb halte ich es für entscheidend, die Diskussion nicht als Gegeneinander verschiedener Interessen zu führen. Weder die Belange der Weser noch die Interessen unserer Region dürfen gegeneinander ausgespielt werden. Ziel muss es sein, Lösungen zu entwickeln, die den Herausforderungen des Klimawandels gerecht werden und gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort sichern.
Besonders positiv habe ich erlebt, dass die Region in Berlin geschlossen aufgetreten ist. Unterschiedliche Kommunen, Institutionen und Akteure haben gemeinsam deutlich gemacht, wie wichtig der Edersee für Nordhessen ist. Dieses gemeinsame Auftreten verleiht unserer Region Gewicht und zeigt, dass wir bereit sind, konstruktiv an Lösungen mitzuwirken.
Auch die Gespräche am Abend waren wertvoll. Im Austausch mit Vertretern aus Landwirtschaft, Politik und Region konnten weitere Themen vertieft und Perspektiven diskutiert werden. Oft entstehen gerade in diesen persönlichen Gesprächen die Ansätze, die später zu tragfähigen Lösungen führen.
Mein Eindruck aus Berlin: Der Dialog hat begonnen. Jetzt kommt es darauf an, ihn konsequent fortzuführen. Der Edersee verdient eine Zukunftsperspektive, die Natur, Tourismus, Wirtschaft und die Menschen unserer Region gleichermaßen berücksichtigt.