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Waldecker Nachrichten
Ausgabe 47/2021
Vereine und Verbände
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Förderverein Wajuku

Ich habe einen Traum

Günther Treptow inszenierte das Leben von Martin Luther King, auf Einladung von WaJuKu e.V. und der Evangelischen Gemeinschaft Waldeck-Sachsenhausen.

Der große Traum von Freiheit und Gleichheit bestimmte sein Leben. Die amerikanische Verfassung benennt keinen Unterschied zwischen Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe. Aber die Realität sah ganz anders aus. Rassismus und die damit verbundene Ausgrenzung und Gewalt erlebte Martin Luther King schon in seiner Kindheit.

Der 1929 als Sohn eines Baptistenpfarrers und einer Lehrerin geborene intelligente Junge begann schon sehr früh für Gleichberechtigung einzutreten. Geprägt durch die christliche Erziehung und den Glauben an Gerechtigkeit war er schon während seines Soziologie- und Theologiestudiums in verschiedenen Bürgerrechtsgruppen aktiv.

Der Wiener Schauspieler Günther Treptow schaffte es, das Leben Martin Luther Kings eindrucksvoll und spannend seinen gebannt lauschenden Zuschauern im Gemeinderaum der Evangelischen Gemeinschaft in Sachsenhausen zu vermitteln. Gekonnt präsentierte er mit Mimik, Gestik und Sprache alle Facetten wichtiger Protagonisten in Kings Leben, auch den erbärmlichen Kampf seiner Widersacher.

So wurde die Afroamerikanerin Rosa Parks lebendig, die 1955 gegen die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln demonstrierte: Sie weigerte sich, im Bus von einem für Weiße reservierten Sitzplatz aufzustehen, wurde verhaftet und eingekerkert.

Die Folge davon war der „Montgomery Bus Boykott", wie die Besucher erfuhren. Aus Protest gegen die Rassentrennung weigerten sich von nun an viele Schwarze, mit dem Bus zu fahren und erzwangen damit letztlich eine Gesetzesänderung.

Treptow ließ teilhaben an den auch von Mutlosigkeit und Verzagtheit gezeichneten Grübeleien, die King zeitweilig überfielen. Weiße Rassisten bedrohten ihn und seine Familie immer wieder massiv.

Aber sein Glauben an Gott habe ihm immer wieder zur Seite gestanden im Kampf für die Bürgerrechte. Zeit seines Lebens war King gegen jegliche Gewalt. Als glühender Verehrer Mahatma Gandhis war er stets davon überzeugt, dass Gewaltlosigkeit das einzige Mittel zum Frieden sein müsse.

„Ich bin der Gewalt müde, die ich zu oft gesehen habe. Ich habe diesen Hass auf den Gesichtern zu vieler Sheriffs im Süden gesehen… Ich werde mich nicht auf ihre Ebene herab begeben.“

"I have a dream" Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können." Diese berühmte Rede hielt Martin Luther King 1963 auf dem Höhepunkt seiner Popularität vor 25000 Menschen in Washington D.C. Und auch die Sachsenhäuser Zuschauer erlebten dank intensiven Spiels noch einmal den Moment, der den Sieg ganz nah erscheinen ließ. 1964 wurde per Gesetz die Rassentrennung aufgehoben, King erhielt den Friedensnobelpreis und ein Jahr später trat ein neues Wahlrecht in Kraft, durch das alle schwarzen Amerikaner wählen gehen konnten. Am 4. April 1968 wurde King in Memphis erschossen. Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht geklärt. Nachdenklich und aufgewühlt zeigten sich etliche Besucher im Anschluss. Und auch die Frage: Was können wir – was kann ich – tun gegen Ungerechtigkeit, drängte sich bei einigen auf.