Nicht nur Jens Ratz vom Wohraer Stammtisch war positiv beeindruckt, als das Weihnachtskonzert der „Jungen Zillertaler“ kurz vor Mitternacht vorbei war. Proppenvoll war das Bürgerhaus. Viele anerkennende Worte erhielt der Stammtisch für ihre vergangenen Veranstaltungen. Der anwesende Hessische Innenminister Roman Poseck: „Als Innenminister komme ich viel im Bundesland Hessen herum, aber was hier in Wohratal auf die Beine gestellt wurde, das ist beeindruckend. Komm mach mit, das ist eigentlich das Motto unserer Gesellschaft, weil alle mitwirken können, alle einbeziehbar sind. Tratsch dich fit, auch das ist etwas ganz Wichtiges, weil wir ja miteinander im Gespräch sein wollen und besonders beeindruckend ist, was der Stammtisch in den letzten 30 Jahren an sozialen Aktivitäten auf die Beine gestellt hat. Das ist bürgerschaftliches Engagement, das ist Gemeinsinn, das ist vorbildhaft für das gesamte Bundesland Hessen“. Die Landtagsabgeordnete Marie-Sophie Künkel: „Aber vor allen Dingen sind 30 Jahre voller Zusammenhalt, Gemeinschaft und wirklicher ehrenamtlicher Einsatz, was Wirkung gezeigt“.
Anerkennende Worte kamen auch vom Kreistagsmitglied Klaus Weber, der im Auftrag des Landrats anwesend war.
Oliver Mohr, 1. Beigeordneter der Gemeinde Wohratal, der den verhinderten Bürgermeister vertrat, betonte, dass die Menschen in Wohra, Halsdorf, Langendorf und Hertingshausen näher gerückt seien. Er meinte damit im Besonderen die Aktion mit dem „Rollenden Weihnachtsmarkt“.
Nach den Grußworten gehörte den drei Vollblutmusikern aus dem Zillertal die Bühne. In der ersten Stunde luden bekannte Lieder zum Mitsingen und Mitschunkeln ein. In der zweiten brachten sie musikalisch und darstellerisch Weihnachten ins Wohratal, wie dieses früher im Zillertal gefeiert wurde. Zum Beispiel: Die drei backten praktisch und musikalisch in der Weihnachtsbäckerei, fuhren Ski, rodelten und schmückten sogar einen Weihnachtsbaum, der in der Mitte abbrach. Sie stellten auch ihre Heimat in Worten und Bildern vor. Im Gegensatz zur heimischen Region ist das Zillertal meist um die Weihnachtszeit mit Schnee bedeckt. Die „Jungen Zillertaler“ waren vormals bei den ersten Krebsfestivals als Fremde nach Wohra gekommen und werden jetzt als Freunde gehen, so ihre einhellige Meinung. Sie schlossen ein nochmaliges Konzert in Wohratal nicht aus. Das fand den Beifall aller. Nach dem gemeinsamen Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ beeindruckte der „Stammtischbruder“ Jens noch als Sänger und er bedankte sich bei allen, die zu diesem unvergesslichen Weihnachtskonzert beigetragen haben.
Ein gelungenes Debüt als Moderator in Wohratal feierte Jakob Janik, der im Oktober des Jahres 2021 bei einem schweren Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt wurde und sich in der folgenden Zeit mit Hilfe von vielen Operationen ins Leben zurückgekämpft hat. Darüber hat er ein lesenswertes Buch mit dem Titel „Vom Überleben zum Aufblühen“, das selbst Jens Ratz bekennender „Nichtbucheleser“ gelesen hat und das an diesem Abend zum Kauf angeboten wurde. Den Wohratalern werden in Zukunft die Aktivitäten des Stammtisches fehlen, aktuell zu merken: In diesem Jahr rollte kein Weihnachtsmarkt mehr zu den vier Ortsteilen.
Fotos: Herbert Schildwächter