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Amtliches Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Losheim am See
Ausgabe 17/2026
Losheim am See aktuell
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Grün, das verbindet – wie unsere Gemeinde Lebensqualität, Artenvielfalt und Zukunft gestaltet

Repräsentative Bepflanzung vor dem Rathaus

Teilweise gemäht, der Rest bleibt stehen für Bienen und Insekten

Auch rund um die Kreisel von Losheim sieht man repräsentative Bepflanzung

 

Losheim liebt Vielfalt

Spätestens, wenn Krokusse die noch kalte Erde durchbrechen und Osterglocken den Ort in leuchtendes Gelb tauchen, beginnt eine Zeit, in der sich vieles verändert. Die Grünanlagen unserer Gemeinde erwachen sichtbar zum Leben – und mit ihnen die Arbeit der Menschen, die sie pflegen.


In den vergangenen Wochen waren die Gärtner-Teams des Fachbereichs 4 (Umwelt und Gemeindeentwicklung) intensiv im Einsatz. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in drei Kolonnen um die öffentlichen Grünflächen in allen 12 Ortsteilen – und um rund 100 Kilometer Bachläufe. Sie pflegen Friedhöfe, Spiel- und Bolzplätze, Barfußpfade und das Straßenbegleitgrün, gestalten Kreisverkehre und sorgen dafür, dass die Gemeinde ein einladendes Gesicht zeigt. Ergänzt wird dieses Bemühen auch von den neun Mitarbeitern des Stauseeteams, die alle Flächen im See-Umfeld sowie Losheims 12 Premiumwanderwege ins beste Licht rücken.


„Unsere Arbeit beginnt lange bevor man das Ergebnis sieht. Wir planen, wählen Pflanzen aus, bereiten Flächen vor – und denken dabei oft mehrere Jahre voraus. Am Ende soll ein Ort entstehen, der funktioniert, gut aussieht und gleichzeitig ökologisch sinnvoll ist“, erklärt ein Mitarbeiter des Fachbereichs.


Mehr als Pflege: Ein System mit Wirkung

Grünflächen erfüllen viele Aufgaben zugleich. Sie verbessern die Luftqualität, speichern Wasser und helfen, Hitze sowie Starkregen abzufedern. Bäume spenden Schatten, Pflanzen kühlen ihre Umgebung, Böden nehmen Regen auf und entlasten die Kanalisation.

Besonders deutlich wird die Funktion beim Straßenbegleitgrün. Pflanzen strukturieren den Straßenraum, machen Kurven, Kuppen und Kreuzungen besser erkennbar und erhöhen so die Verkehrssicherheit. Baumreihen verengen optisch die Fahrbahn und tragen dazu bei, dass langsamer gefahren wird. Hecken schützen vor Wind und Schnee, Wurzeln stabilisieren Böschungen und verhindern Erosion.


„Straßenbegleitgrün ist kein dekoratives Beiwerk. Es erfüllt viele technische, ökologische und sicherheitsrelevante Funktionen gleichzeitig. Sehr viele Effekte werden erst auf den zweiten Blick sichtbar – sind aber für den Alltag enorm wichtig“, führt Bürgermeister Helmut Harth aus.


Zwischen Ordnung und Wildnis

Nahezu alle Grünflächen werden heute unter ökologischen Gesichtspunkten gepflegt. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu fördern und stabile Lebensräume zu schaffen. Deshalb setzt die Gemeinde konsequent auf heimische Pflanzen. Bei Sträuchern ist dieses Prinzip bereits vollständig umgesetzt.


Das verändert auch das Erscheinungsbild. Nicht jede Fläche wirkt „aufgeräumt“ im klassischen Sinne. Blühende Wiesen, stehen gelassene Randstreifen oder bewusst weniger gemähte Bereiche sind Teil eines neuen Verständnisses von Grünpflege.


„Wir müssen uns ein Stück weit von der Vorstellung lösen, dass nur kurz gemähter Rasen gepflegt ist. Eine Wiese, die blüht und summt, ist ökologisch viel wertvoller – auch wenn sie zunächst ungewohnter aussieht“, erklärt Patrik Mertes, zuständig für Grünflächenplanung in der Gemeinde Losheim am See. „Mit jedem stehen gelassenen Quadratmeter schaffen wir Lebensraum für Insekten. Und wo Insekten sind, kommen auch wieder mehr Vögel.“


Um diese Idee sichtbar zu machen, wurden die sogenannten „Losheimer wilde Quadrate“ angelegt – kleine, bewusst naturnah gestaltete Flächen an zentralen Orten wie z. B. vor Turnhallen. Sie zeigen, wie viel Leben in vermeintlich unscheinbaren Pflanzen steckt.


Bewusste Gestaltung – auch für das Auge

Neben naturnahen Flächen gibt es gezielt gestaltete, repräsentative Bereiche. Hier steht der Blühaspekt im Vordergrund. Farben, Formen und eine ganzjährige Wirkung spielen eine wichtige Rolle. In diesen Bereichen kommen vereinzelt auch nicht-heimische Pflanzen zum Einsatz, wenn sie das Gesamtbild unterstützen.


„Es wird bewusst mit Kontrasten gearbeitet. Naturnahe Flächen für die Biodiversität und gestaltete Bereiche für die Wahrnehmung. Beides gehört zusammen und prägt das Bild unserer Seegemeinde“, so Bürgermeister Helmut Harth über das Konzept.


Verantwortung beginnt vor der eigenen Haustür

Nicht alles, was wächst, ist unproblematisch. Invasive Pflanzen können heimische Arten verdrängen und bieten oft keinen Nutzen für Tiere. Manche verursachen sogar gesundheitliche Beschwerden wie Hautausschläge oder Allergien. Deshalb richtet sich ein klarer Appell auch an die Grundstückseigentümer/innen: Heimische Pflanzen im eigenen Garten oder auch auf Firmengeländen stärken die Artenvielfalt. Ebenso wichtig ist der richtige Umgang mit Grünschnitt.


„Wer Gartenabfälle einfach in der Natur entsorgt, schadet aktiv dem Gleichgewicht. Viele invasive Arten verbreiten sich genau auf diesem Weg. Jeder kann hier mit einfachen Mitteln Verantwortung übernehmen“, betont Patrik Mertes aus dem Fachbereich 4.


Grün als Gemeinschaftsaufgabe

Grünflächen sind Orte der Erholung und Begegnung. Sie laden zum Verweilen ein, schaffen Raum für Bewegung und Austausch. Das Gefühl ist vielen vertraut: Nach getaner Gartenarbeit im eigenen Garten sitzen, durchatmen und den Moment genießen. Genau dieses Gefühl entsteht auch im öffentlichen Raum – wenn er gut gestaltet ist. Gleichzeitig ist Grün eine Investition in die Zukunft. Besonders bei Bäumen zeigt sich das deutlich.


„Wenn wir heute einen Baum pflanzen, wissen wir, dass wir sein volles Potenzial vielleicht selbst nicht mehr erleben. Aber wir schaffen damit die Grundlage für kommende Generationen. Diese Perspektive gehört zu unserer täglichen Arbeit dazu“, erklärt der Bürgermeister.


Am Ende entsteht so ein Gesamtbild, das von vielen getragen wird: von den Fachkräften, die planen und pflegen, und von den Menschen, die die Flächen nutzen, schätzen und mitgestalten. Und nicht zuletzt profitiert auch der Tourismus rund um Losheim von durchdachter Grünflächenbepflanzung.

Oder, wie es ein Gast der Gemeinde formuliert: „Man merkt erst, wie wichtig diese ökologisch gepflegten Orte sind, wenn man sie bewusst wahrnimmt – und versteht, wie viel Arbeit und Überlegung dahintersteckt.“ Viele Gäste empfinden sie aber einfach nur als schön.