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Losheim am See
Ausgabe 30/2021
Aus unserer Gemeinde in Wort und Bild ...
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Neues Partnerprojekt im Kongo - Regenwald

Gerard und Eric sind von Anfang an dabei: in der Versorgung der Bevölkerung und bei der Schulung von Gesundheitsarbeitern

Der Biologe von Anamed-Congo Augustin Konda zu Besuch im NABU - Naturgarten am Stausee

Die Produkte der Bienen spielen eine wichtige Rolle in der Naturmedizin. Hier: Expertenaustausch.

Für die Waldbauernfamilien im Tshuapa - Regenwald ist die schulmedizinische Versorgung oft unerschwinglich und gefährlich. Es gibt keine Krankenversicherung, die sie absichern könnte; alles muss bezahlt, bzw. teuer erkauft werden; die mageren Haushaltskassen reichen oft nicht einmal für das Lebensnotwendigste. Viele sterben so an Krankheiten, die eigentlich gut behandelbar wären. Hinzu kommt, dass Medikamente oft nur an den offenen Marktständen unter glühender Sonne zu kaufen sind, ohne produktgerechte Lagerung; nicht selten sind darunter auch gefälschte Medikamente mit keinen oder schädlichen Inhaltsstoffen.

Daneben ist der Regenwald eine echte Apotheke mit all seinen Heilpflanzen (Zitronengras zur Fiebersenkung, Artemisa gegen Malaria, Papaya gegen Parasiten, ...), und auch vorbeugend kann man einiges tun, z.B. in der Hygiene (Moringa-Samen zur Trinkwasserdesinfektion, Seifenherstellung,...) und der Nahrungsverbesserung (Moringablätter mit Proteinen, etc.). Da es zwar die Tradition der Heiler gibt, aber fundiertes Wissen oft fehlt, wurde 2003 auch mit deutscher Unterstützung das Programm "Natürliche Medizin" eingeführt, begleitet durch die vom kongoerfahrenen Apotheker Hans - Martin Hirt gegründete internationale Organisation anamed sowie durch den kongolesischen Zweig unter Leitung des Biologen und Entwicklungsaktivisten Konda Ku Mbuta (2010 konnte dieser bei einem Besuch in Losheim seine Arbeit den Gemeindevertretern und Vereinigungen der Zivilgesellschaft vorstellen).

Auch heute sind noch mehr als 15 Initiativen aktiv, die ungezählten Familiengärten nicht mitgerechnet. Von Zeit zu Zeit sind Auffrischungsschulungen nötig, um das Niveau der Gesundheitsversorgung zu halten, Austausch zu ermöglichen und neue Multiplikatoren zu gewinnen. Im Ikela - Territorium konnten solche Veranstaltungen dank der Unterstützung der Kolpingfamilie Olching Anfang Jahr durchgeführt werden. Für das Bokungu - Territorium (22.000 km2, > 300.000 Bewohner) fehlt noch ein Grossteil der nötigen Mittel. Die Teilnehmer legen für das Seminar oft weite Strecken zurück, manchmal mehr als 100 km Regenwaldpiste zu Fuss. Die Unterkunft organisieren sie sich selbst und auch einen Teil der Verpflegung. Geld braucht es für Schulungsmaterialien wie Handbücher für Multiplikatoren, Saatgut der anerkannten Heilpflanzen, für die zentrale Verpflegung während der Mittagspause, Transportkosten für die Animateure und den Leiter, sowie ein kleines Honorar der Unterrichtenden.

An zwei zentralen Orten, in Bokungu und in Yangambo (Hauptort der Chefferie des Nkole im Bokungu - Territorium), sollen 50 Multiplikatoren in natürlicher Medizin geschult werden. Die Herstellung von Medikamenten mit lokalen Mitteln / Pflanzen wird gezeigt und geübt. Der aus der Regenwaldregion stammende Pojektleiter, Roger Enyeka vom Partnerschaftskomitee Bokungu (2017 zu Besuch in Losheim im Rahmen seiner Teilnahme an der Bonner Klimakonferenz), kann auf eine fast 20 jährige Erfahrung auf diesem Gebiet zurückblicken und ist zudem ein studierter Experte für die ländliche Entwicklung, der seine Kenntnisse seit Jahrzehnten gerne weitergibt.

Die Präsentation des Projektes mit Fotos finden Sie auf der Engagementplattform von Trierischer Volksfreund / betterplace:

meine-hilfe-zaehlt.engagementportal.de/projects/97513 . Dort gibt es zudem eine Onlinespendenmöglichkeit. Der Volksfreund übernimmt dabei alle Kosten, so dass die Spenden vollständig dem Projekt zukommen. Via betterplace werden zudem Spendenquittungen zugesandt. Die Projektgalerie mit Bildtexten ist auf betterplace.org/de/projects/97513-natuerliche-medizin-gesundheit-fuer-alle-mit-ressourcen-des-regenwaldes einsehbar.

Mit einer kleinen Fotoausstellung werben wir für dieses Partnerprojekt am Kongo - Pavillon auf dem Markt des Seefestivals, in guter Nachbarschaft mit dem Stand der "Fairtrade - Kommune Losheim". Herzliche Einladung! Und: wenn Menschen im Regenwald besser leben können, hat auch die grüne Lunge unserer Welt gute Aussichten.

regenwald.leben.mensch

Übrigens: Seit diesem Jahr anerkennt das Finanzamt Einzahlungsbelege bis 300 EUR als Spendenquittung. Unterstützt werden kann das Projekt auch über Konga eV IBAN: DE88 3706 0193 3014 2580 18 Pax Bank Trier "Gesundheit für alle". Auch wir stellen auf Wunsch und bei Adressenangabe gerne Spendennachweise aus. Kontakt: W. Leinen, info@konga-ev.de .