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Nachrichtenblatt Maikammer
Ausgabe 26/2021
Amtlicher Teil
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Glasfasertechnologie – was ist das eigentlich?

Derzeit wird in unserer Verbandsgemeinde viel über Internetgeschwindigkeiten und die sog. Glasfasertechnologie diskutiert. Wir möchten ihnen mit diesem Artikel die Unterschiede der verschiedenen Anschlussarten und Geschwindigkeiten (Bandbreiten) erläutern.

Bisher liegen in unseren Straßen überwiegend die alten Kupferkabel, die früher ausschließlich zum Telefonieren genutzt wurden. Diese Leitungen werden auch als Datenleitungen für das Internet genutzt und übertragen die Daten von der Vermittlungsstelle bis in ihr Gebäude (sog. DSL-Anschluss). Da die Daten mit hohen Frequenzen komplett über eine Kupferleitung transportiert werden, können nur sehr wenige Daten übertragen werden, d.h. die Datenleitung ist sehr langsam. Dies liegt daran, dass Kupfer hohe Frequenzen sehr stark dämpft. Die Daten werden je länger die Kupferleitung ist immer stärker gedämpft.

Um dies zu verhindern, wurden in unserer Verbandsgemeinde bereits viele Verteilerkästen in den Straßen mit einer Glasfaserleitung angebunden. Von dem Verteilerschrank aus verläuft aber immer noch ein Kupferkabel bis zu ihrem Gebäude. Diese Anschlusstechnik nennt man auch VDSL-Technik oder FTTC (Fibre to the Cabinet oder Curb = Glasfaserkabel bis zum Schrank/Bordstein). Das Glasfaserkabel bis zum Verteilerschrank transportiert die Daten als Lichtwellen und somit in Lichtgeschwindigkeit. Ab dem Verteilerkasten geht es dann deutlich langsamer in Kupfer bis zu den Gebäuden weiter. Dennoch lassen sich mit der VDSL-Technik gute Bandbreiten erzielen, die von den meisten Privatnutzern heute als durchaus ausreichend angesehen wird.

Ähnlich verhält es sich mit den TV-Kabeln, die ursprünglich für den reinen TV- und Radioempfang in den Straßen verlegt wurden. Hierbei handelt es sich um so genannte Koaxialkabel, die ebenfalls aus Kupfer bestehen und deshalb bei gewissen Geschwindigkeiten an ihre Grenzen stoßen. Dies ist insbesondere dann deutlich spürbar, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig online sind.

Wem diese Geschwindigkeit nicht genügt (z.B. Gewerbebetriebe, Homeoffice, viele Nutzer in einem Gebäude etc.) benötigt einen FTTH-Anschluss (Fibre to the Home = Glasfaserkabel bis in die Wohnung). Hier wird ein eigenes komplettes Glasfaserkabel verlegt und jede Wohnung (bei Mehrfamilienhäusern) erhält einen eigenen Glasfaseranschluss. Damit lassen sich maximale Datenmengen in Höchstgeschwindigkeit transportieren. Die Geschwindigkeit eines Glasfaseranschlusses verringert sich auch nicht, wenn viele Personen gleichzeitig online sind oder wenn die Datenmenge steigt. Letzteres ist besonders entscheidend, wenn sie sich verdeutlichen, in welchem rasanten Tempo die Datenmengen in den letzten Jahren angestiegen sind (z.B. TV-Angebote im Internet, Videotelefonie, Homeoffice und Homeschooling, Musik- und Videostreaming).

Wir hoffen, ihnen mit diesen Erläuterungen die verschiedenen Anschlusstechniken erläutert zu haben, damit sie an den momentan geführten Diskussionen teilhaben können.

Text: Verbandsgemeinde Maikammer