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Nachrichtenblatt VG Maikammer
Ausgabe 41/2026
Seite 3
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Fortsetzung vom Titel

ST. MARTIN. Das zwei mal drei Meter große Bild zieht wie in den Vorjahren mehrere tausend Besucherinnen und Besucher aus der Region und darüber hinaus an. Aus mehr als einer Million Körnern, Kräutern und Früchten entsteht in Handarbeit ein Bild, dessen feine Details sich erst aus der Nähe erschließen. Der Früchteteppich ist ab sofort bis 28. November täglich von 10 bis 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin zu sehen. Der Eintritt ist frei.

„Das diesjährige Motiv ist der bisher künstlerisch und handwerklich anspruchsvollste Früchteteppich“, berichten Anke, Mareike und Pia Ruzika sowie Gabi Glaser und Rita Dick, die das Kunstwerk seit vielen Jahren ehrenamtlich gestalten.

Was tun, wenn jemand vor der Tür steht?

Jeden Herbst lädt der Früchteteppich in der Pfarrkirche St. Martin zur Besinnung ein. Das diesjährige Motiv der Herbergssuche von Maria und Josef greift unter dem Leitmotiv „Gutes liegt im Tun“ eine zeitlose Frage auf: Wie begegnen wir Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind? Maria sitzt hochschwanger und verzweifelt auf einem Esel, geführt von Josef. Vor ihnen steht ein Wirt in einer erleuchteten Türöffnung und weist das Paar ab.

„Das Bild hält uns einen Spiegel vor. Das Gute geschieht nicht von selbst. Mitgefühl und Menschlichkeit dürfen nicht im bloßen Gefühl verharren, sondern müssen sich im konkreten Handeln gegenüber unseren Mitmenschen zeigen“, erklären die Initiatorinnen. Gerade in einer von Krisen und Unsicherheit geprägten Zeit soll der Früchteteppich dazu anregen, im Alltag aufeinander zuzugehen und Türen zu öffnen.

Kunst mit sozialem Herz: Jeder Besuch hilft

Der Früchteteppich verbindet in St. Martin künstlerische Gestaltung mit einem sozialen Anliegen. Im vergangenen Jahr kamen durch freiwillige Spenden der Besucherinnen und Besucher mehr als 8.000 Euro zusammen – eine Rekordsumme, die Hilfsprojekten wie „Lichtblick Neustadt“ und der Partnergemeinde in Tansania zugutekommt. 

„Uns ist wichtig, dass die Botschaft des Teppichs nicht in der Kirche verbleibt, sondern ganz praktisch weiterwirkt“, sagen die Künstlerinnen.

Wie groß die Aufmerksamkeit für den Früchteteppich inzwischen ist, zeigte auch der Besuch des Speyerer Bischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann im vergangenen Jahr. Er besichtigte das Kunstwerk vor Ort und informierte sich über seine Entstehung und den sozialen Zweck der Ausstellung.

Text: Alexander Kern