Für rund 125.400 Schülerinnen und Schüler hat im Saarland in dieser Woche der Unterricht wieder begonnen. Nach den Sommerferien kehrt damit auch in die Schulen in Mandelbachtal und im gesamten Saarpfalz-Kreis der Alltag zurück. Für etwa 9.200 Kinder ist der Schulstart in diesem Jahr etwas ganz Besonderes: Sie wurden Anfang der Woche eingeschult und starteten in ihr Schulleben.
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt im Saarland erneut leicht an. Im Vergleich zum vergangenen Schuljahr werden rund 790 Kinder und Jugendliche mehr erwartet. Der Zuwachs fällt damit allerdings geringer aus als im Vorjahr, als die Schülerzahl noch um etwa 1.500 gestiegen war. Nach Angaben des saarländischen Bildungsministeriums verzeichnen nahezu alle Schulformen einen leichten Anstieg. Lediglich an den beruflichen Schulen wird mit einem Rückgang gerechnet.
Auch bei den Lehrkräften gibt es einen leichten Zuwachs. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot verbindet mit dem neuen Schuljahr unter anderem das Ziel, die Zahl der Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher weiter zu senken. An vier saarländischen Standorten sollen dazu sogenannte Kompass-Klassen erprobt werden. Sie sollen Schülerinnen und Schüler gezielter unterstützen und gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften sowie Arbeitgebern neue Wege zu einem Schulabschluss eröffnen.
Eine wichtige Neuerung betrifft in diesem Schuljahr die Betreuung an Grundschulen. Seit dem 1. August gilt bundesweit ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung – zunächst für Kinder, die neu in die erste Klasse kommen. Der Anspruch wird in den kommenden Jahren schrittweise ausgeweitet. Ab dem Schuljahr 2029/30 soll er für alle Kinder der Klassenstufen eins bis vier gelten.
Vorgesehen ist eine Betreuung von insgesamt acht Stunden an fünf Werktagen. Dazu zählen auch die Unterrichtszeiten. Die Betreuung kann beispielsweise in einer Ganztagsschule oder in einem Hort angeboten werden. Im Saarland können zum Schulstart nach Angaben des Saarländischen Rundfunks einschließlich der Hortplätze rund 27.600 Kinder ganztags betreut werden.
Allerdings ist der Ausbau noch nicht überall abgeschlossen. Vor allem im Regionalverband Saarbrücken übersteigt die Nachfrage an manchen Schulen das vorhandene Angebot. Dort standen nach Angaben des Bildungsministeriums zuletzt Betreuungsplätze für mindestens 66 Prozent der Grundschulkinder zur Verfügung. In einzelnen Fällen mussten Plätze deshalb ausgelost werden. Für das gesamte Saarland geht das Ministerium davon aus, dass bis zum Schuljahr 2029/30 noch knapp 4.000 zusätzliche Plätze geschaffen werden müssen.
Für Familien ist die Ganztagsbetreuung längst mehr als eine freiwillige Ergänzung des Unterrichts. Sie ist ein wichtiger Baustein, wenn Eltern Beruf und Familie miteinander vereinbaren müssen. Gleichzeitig stellt der Ausbau die Schulträger vor erhebliche Aufgaben: Es braucht geeignete Räume, eine verlässliche Mittagsverpflegung und ausreichend qualifiziertes Personal.
Für den Ausbau stehen Mittel von Bund und Land zur Verfügung. Im Rahmen des saarländischen Investitionsprogramms sind auch für den Saarpfalz-Kreis Fördermittel vorgesehen. Nach der veröffentlichten Förderrichtlinie sind dafür rund 4,65 Millionen Euro eingeplant. Wie die Angebote konkret ausgestaltet werden, hängt jedoch von den jeweiligen Schulen, Trägern und Kommunen ab.
Im Saarland soll zudem stärker darauf geachtet werden, dass Unterricht am Vormittag und Betreuung am Nachmittag besser miteinander verbunden werden. Für die Kinder sollte der Schultag nicht aus zwei völlig getrennten Teilen bestehen. Gemeinsame Absprachen zwischen Lehrkräften und Betreuungspersonal können dazu beitragen, dass Hausaufgaben, Freizeit, Förderung und Erholung sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.
Der erste Schultag ist für viele Familien ein einschneidendes Erlebnis. Die Schultüte, der neue Ranzen, das Klassenfoto und der erste Weg ins Klassenzimmer bleiben oft über Jahrzehnte in Erinnerung. Während die Erstklässlerinnen und Erstklässler ihre ersten Schritte im Schulalltag machen, starten ältere Schülerinnen und Schüler mit neuen Klassen, neuen Lehrkräften und vielleicht auch guten Vorsätzen in das Schuljahr. Auch die Redaktion von „mein Mandelbachtal“ wünscht allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start ins neue Jahr!