Hans Niederländer und Marianne Feix
Im Jahr 1952 war ich gerade 20 Jahre alt und mit dem was sich auf politischer Ebene an der Saar abgespielt hat, überhaupt nicht einverstanden. An der Saar gab es zwar politische Parteien wie CVP, vergleichbar mit der CDU, SPS, vergleichbar mit der SPD in Deutschland. Mein Vater und ich waren jedoch weder CVP noch SPS, weil wir uns nämlich in einem anderen politischen Lager wohler fühlten, nämlich der CDU. Die Sache nahm durch die politischen Spannungen zwischen den Parteien mehr und mehr Gestalt an. Das heißt also, es wurde dann eine richtige Widerstandsbewegung ins Leben gerufen. Wir schafften nachts Saar-Zeitungen, die in Zweibrücken gedruckt wurden, über die Grenze und verteilten sie dann mitsamt den Flugblättern. Das hatte zur Folge, dass die Angelegenheit bei gewissen Leuten anrüchig wurde und wir sehr bald eine Hausdurchsuchung hatten. Wir hatten ca. 100 bis 200 kg Saar-Zeitungen im Haus, glücklicherweise versteckt unter einer Ladepritsche und es wurde dann auch nichts gefunden. Diese Zeit der Nacht- und Nebelaktionen zog sich dann zwei bis drei Jahre hin, bis es zum Referendum kam. Uns wurde es so dargestellt, als ginge es um die Zugehörigkeit des Saargebietes zu Frankreich oder Deutschland (Fortsetzung folgt).