Die von ukrainischen Frauen gehaltene Schrift „Wir zusammen“ bei einer Kundgebungsveranstaltung in Saarbrücken zum Jahrestag des Kriegsbeginns.
Was 2022 als umfassende Invasion begann, hat sich zu einem langwierigen Konflikt entwickelt, der das Gesicht Europas nachhaltig verändert und unermessliches Leid über die Bevölkerung gebracht hat. Während auf internationaler Ebene – etwa bei den aktuellen Gesprächen in Abu Dhabi oder Davos – zaghafte diplomatische Hoffnungen keimen, bleibt die tägliche Realität vor Ort von den harten Folgen des Krieges geprägt.
Besonders die gezielten Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben die humanitäre Lage in diesem Winter massiv verschärft. Aktuelle Berichte verdeutlichen, dass in Kiew zeitweise knapp 4.000 Haushalte ohne Strom und Heizung in der bitteren Kälte ausharren mussten. Auch im Partnerlandkreis Lwiw im Westen des Landes ist die Situation angespannt, es kommt immer wieder zu Stromausfällen. Landrat Frank John verfolgt diese Entwicklungen mit großer Sorge und betont die tiefe Solidarität des Saarpfalz-Kreises. Er hebt hervor, dass die Verbindung nach Lwiw in den vergangenen vier Jahren stetig gewachsen sei und weit über eine formale Partnerschaft hinausgehe. Die Kooperation sei ein Symbol dafür, dass man in schweren Zeiten zusammenstehe und die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Gewalt teile.
Seit Kriegsbeginn wurden zahlreiche Hilfstransporte organisiert, Spenden gesammelt und geflüchtete Menschen im Kreisgebiet aufgenommen. Deren Schutzstatus wurde jüngst durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) offiziell bis März 2027 verlängert. Um diese Hilfe effektiver und auf die aktuellen Umstände angepasst zu gestalten, eruierte die Europabeauftragte Dr. Violetta Frys während der jüngsten Deutsch-Ukrainischen Partnerschaftskonferenz in Münster neue Möglichkeiten der Unterstützung. Parallel dazu engagiert sich das Frauenbüro des Kreises in Kooperation mit der Stabsstelle Europa, um Spendengüter aus dem orthopädischen Bereich in die Ukraine zu liefern und die Not der verwundeten und gehbehinderten Menschen zu lindern. Das Frauenbüro unter der Leitung der Frauenbeauftragten Dr. Susanne Nimmesgern hat hierzu eine große Spendenaktion organisiert.
Trotz der dramatischen Umstände sieht Landrat Frank John in der Widerstandskraft der Menschen in Lwiw ein starkes Zeichen der Hoffnung.
„Wir unterstützen, wo wir können, doch die wichtigste Hilfe bleibt die Aussicht auf einen gerechten Frieden“, so der Landrat.