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mein Mandelbachtal
Ausgabe 9/2026
mein Ormesheim
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Verein für Heimatkunde Ormesheim

Die Schülerin Inge Wack

Meine Schulzeit - Ein Blick zurück.

Bericht von Inge Wack

Ich bin 87 Jahre und stöbere gerne in meinen alten Fotos. Da fielen mir einige Bilder aus der Zeit meiner Hauswirtschaft-Schule in die Hände. Auf ihnen stand: Mein letztes Schuljahr.

Als ich das las, wurden viele Erinnerungen wach.

Eingeschult wurde ich im September 1944 in der Volksschule in Ormesheim.

Es gab damals keine Fotos und auch keine Schultüten mit Süßigkeiten.

Jedoch hatte ich eine neue Schürze und in meinem Schulranzen war eine Schiefertafel, eine Griffeldose, sowie eine Schwammdose. Zum Trocknen der Tafel hat mir meine Mutter zwei Läppchen gestrickt, die mit einer Kordel an der Tafel befestigt waren.

Soweit die Ausstattung.

Also ging ich frohgemut an der Seite meiner Mutter zur Schule. Aufgeregt war ich schon, wer und was mich da erwartet.

Das war mein erster Schultag!

Am Zweiten war alles vorbei, denn es war Krieg und wir mussten die Heimat verlassen. Noch ein Jahr Freiheit!

Doch auch diese Zeit ging vorbei. Nun mussten wir die erste und zweite Klasse in einem Jahr absolvieren. Dritte, vierte und fünfte Klasse in einem Schulsaal. Wir hatten Heimatkunde, Rechnen, Deutsch, Französisch und Religion. Es waren nicht alle meine Lieblingsfächer, aber ich habe mich bemüht.

Von wegen Smartphone, Taschenrechner, oder Computer, wir mussten auswendig rechnen, das Einmaleins aufsagen. Wir übten Lesen und lernten Gedichte. Hatten die Gedichte viele Strophen, war es oft schwierig, alle zu können. Zum Beispiel: Das Lied von der Glocke. Aber es machte mir auch Freude, viele kann ich auch heute noch aufsagen. Aufsätze habe ich gerne geschrieben, da konnte ich meinen Gedanken freien Lauf lassen, so dass ich oft nicht auf die Rechtschreibung geachtet habe.

In den oberen Klassen hatten wir dann noch Erdkunde, es hat mich fasziniert, über ferne Länder und Menschen zu hören. Auch heute sehe ich mir gerne im TV Dokus über ferne Länder an.

Nun zum Sportunterricht. Der fand auf dem Schulhof statt. Wir spielten Völkerball, Seilhüpfen, Fangenspielen. Da fällt mir noch ein, wir spielten in der Pause auch Klicker. Es gab Lehmklicker und welche aus Glas. Wer viele Glasklicker hatte, konnte sich "Von" schreiben, denn die waren kostbar.

Im Winter, wenn es schneite, machten wir Schneeballschlachten.

Ich denke, wir haben auch viel gelernt, anders als heute, doch sehr viel fürs Leben.

Unser Unterricht begann um 08:00 und endete um 13:00 Uhr. Auch am Samstag war Schule. Wir hatten noch viel Freizeit, nach den Hausaufgaben trafen wir uns auf der Straße und hatten unseren Spaß.

Gerne denke ich an meine Schulzeit zurück.

Doch wenn ich auf meine Enkel schaue, war für sie eine andere Zeit des Lernens.

Ja, man muss mit der Zeit gehen, Smartphone und Computer sind im Alltag nicht mehr wegzudenken.

Darum habe ich mich mit 80 Jahren ans Smartphone und mit 82 an den Computer gewagt.

Als Seniorin sage ich: Man ist nie zu alt zum Lernen.

Einladung

Am Mittwoch, dem 25.02.2026, findet um 18:00 Uhr wieder ein Heimatabend des Vereins für Heimatkunde Ormesheim statt. Ein kultureller Beitrag wird den Abend einleiten. Der anschließende Bildervortrag dauert ca. 45 Minuten, das „Schwätzchen danach“ bei einem oder mehreren Gläschen …. in gemütlicher Runde kann sich länger hinziehen. Das gute Essen aus der Küche von Peter Maas kann zum Abschluss des Abends auch gekostet werden. Wir freuen uns über alle Besucher.