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Marpinger Nachrichten
Ausgabe 25/2026
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„Handball mit Herz“ - Die Geschichte der Black Bulls Alsweiler endet nach 19 Jahren

Mit dem Ende der Saison 2025/2026 endet in Alsweiler eine außergewöhnliche Geschichte des regionalen Handballsports in unserer Gemeinde: Nach 19 Jahren legen die Black Bulls den Ball aus der Hand - leider für immer. Was 2007 mit einer kleinen Männerhandball-Abteilung begann, entwickelte sich über fast zwei Jahrzehnte zu einem Verein, der weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt wurde. Nicht nur wegen sportlicher Erfolge, sondern vor allem wegen seines außergewöhnlichen sozialen Engagements.

Vom kleinen Dorfverein bis in die Saarlandliga

Gegründet wurden die Black Bulls im Jahr 2007 unter dem Dach des SC „Eintracht“ Alsweiler. Nach langer Tradition des Frauenhandballs im Ort sollte der Männerhandball wiederbelebt werden. Inspiriert vom damaligen „Handball-Sommermärchen“ entstand aus Begeisterung, Leidenschaft und Teamgeist eine Mannschaft, die sich Schritt für Schritt nach oben arbeitete.

Mit dem stetigen Wachstum des Vereins wurde im Jahr 2014 zusätzlich eine zweite Mannschaft gegründet. Bereits ein Jahr später folgte der nächste bedeutende Schritt in der Vereinsgeschichte: Die Black Bulls lösten sich vom SC „Eintracht“ Alsweiler und gründeten einen eigenständigen Verein.

Insgesamt vier Aufstiege gelangen den Bulls in ihrer Vereinsgeschichte. Besonders bemerkenswert war der sportliche Weg bis in die Saarlandliga, die höchste saarländische Spielklasse. In der Saison 2022/2023 sicherte sich die Mannschaft mit dem zweiten Platz in der Verbandsliga den Aufstieg in die Saarlandliga und gehörte zuletzt sogar als einziges Team aus dem Landkreis St. Wendel der Männer-Oberliga an.

Dabei galten die Black Bulls stets als Außenseiter. Als kleinster Verein der Liga standen sie sportlich oft größeren Clubs gegenüber. Doch genau daraus entstand ihre besondere Stärke: Zusammenhalt, Leidenschaft und der Wille, niemals aufzugeben.

 

Mehr als nur Handball

Doch wer auf die Geschichte der Black Bulls zurückblickt, erkennt schnell: Der Verein war weit mehr als “nur" ein Sportverein. Unter dem Motto „Handball mit Herz“ engagierten sich Spieler, Verantwortliche und Unterstützer über Jahre hinweg mit großem Einsatz für soziale Projekte und Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Immer wieder organisierten die Bulls Benefizspiele, Spendenaktionen und Unterstützungsprojekte für Einrichtungen und Menschen aus der Region. Unterstützt wurden unter anderem das Mutter-Kind-Haus in St. Wendel, die Eric-Carle-Schule in Mainzweiler oder die Stefan-Morsch-Stiftung.

Ein besonderer Meilenstein war das 10-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 2017. Anlässlich dieses Jubiläums veranstalteten die Black Bulls ein Benefizspiel gegen ein Allstar-Team des Deutschen Handball-Bundes. Ehemalige deutsche Meister, Bundesligisten, Pokalsieger und Weltmeister kamen damals nach Marpingen, um gemeinsam mit den Bulls für den guten Zweck zu spielen.

Die gesamten Einnahmen sowie zusätzliche Spendengelder wurden an soziale Einrichtungen gespendet. Unterstützt wurden unter anderem die Uli Roth Stiftung zur Prävention und Aufklärung von Prostatakrebs, die Stefan-Morsch-Stiftung sowie regionale soziale Einrichtungen.

Die Black Bulls beschrieben sich selbst einmal als „einen Verein unterschiedlichster Charaktere, die zwei Dinge vereinen: die Liebe zum Handball und den Ansporn, etwas Gutes zu tun.“ Dieser Gedanke prägte den Verein bis zuletzt.

Freundschaft über Ländergrenzen hinweg

Das besondere Engagement der Black Bulls beschränkte sich nicht nur auf unsere Region. Über viele Jahre pflegte der Verein enge freundschaftliche und sportliche Beziehungen zur ungarischen Stadt Simontornya, die über die Städtepartnerschaft mit der Gemeinde gewachsen waren.

Im Rahmen dieser Partnerschaft nahmen die Black Bulls regelmäßig an Begegnungen und Veranstaltungen in Ungarn teil und trugen Freundschaftsspiele sowie Turniere gegen ungarische Mannschaften aus. Ein besonderer Höhepunkt war das Jahr 2013, als die Mannschaft im Rahmen der Feierlichkeiten in Simontornya unter anderem gegen die ungarische Polizeiauswahl antrat.

Auch bei diesen internationalen Kontakten stand nicht allein der Sport im Mittelpunkt. Gemeinsam mit ihren Partnern engagierten sich die Black Bulls für soziale Projekte und unterstützten unter anderem die Arbeit der Stefan-Morsch-Stiftung im Kampf gegen Blutkrebs. Damit lebten die Bulls auch über Ländergrenzen hinweg die Werte, für die sie während ihrer gesamten Vereinsgeschichte standen: Gemeinschaft, Solidarität und die Bereitschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Hilfe, wenn Hilfe gebraucht wurde

Immer wieder bewiesen die Bulls, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt für sie nicht nur ein Schlagwort war.

So sammelte der Verein bei einem Heimspiel Spenden für eine geflüchtete ukrainische Familie. Gemeinsam mit Eintrittsgeldern und zusätzlichen Spenden konnte eine vierstellige Summe übergeben werden.

Auch beim Freundschaftsturnier „PFM-Medical-Cup“ stand nicht nur der Sport im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung riefen die Black Bulls regelmäßig zur Stammzellspender-Registrierung auf und unterstützten gleichzeitig soziale Einrichtungen aus der Region. Das Preisgeld des Turniers wurde vollständig gespendet und zusätzlich von den Bulls aufgestockt.

Besonders große Aufmerksamkeit erhielt Ende 2023 das Benefizspiel „Handball hilft - Helft Jessica wieder auf die Beine“. Gemeinsam mit den DJK Hornets organisierten die Black Bulls ein großes Benefizspiel zugunsten einer jungen Frau, die nach einem schweren Reitunfall querschnittsgelähmt war. Durch die Veranstaltung konnten beeindruckende 13.000 Euro gesammelt werden, die vollständig für eine notwendige Operation verwendet wurden.

Auch im Kleinen half der Verein immer wieder unkompliziert und direkt: neue Sportbälle für die Eric-Carle-Schule, Unterstützung bei Schulfesten und Veranstaltungen oder Spenden für junge Sportlerinnen und Sportler aus der Region.

Verwurzelt im Dorfleben

Die Black Bulls waren über viele Jahre ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Alsweiler und darüber hinaus. Ob Vereinsfeste, Turniere, Dorffeste oder soziale Aktionen. Der Verein war stets präsent und engagiert.

Dabei entstanden Freundschaften, Erinnerungen und ein Gemeinschaftsgefühl, das weit über den Handballsport hinausging. Viele Menschen verbinden mit den Bulls nicht nur sportliche Momente, sondern vor allem Begegnungen, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft.

„Mit den Black Bulls endet nicht einfach nur die Geschichte einer Handballmannschaft. Es endet ein Stück gelebtes Vereinsleben in unserer Gemeinde. Über viele Jahre haben die Black Bulls eindrucksvoll gezeigt, was Zusammenhalt, Leidenschaft und soziales Engagement bewirken können. Der Verein war sportlich erfolgreich, vor allem aber ein echtes Vorbild, wenn es darum ging, Verantwortung für andere zu übernehmen und Menschen zu helfen. Dafür gebührt allen Spielerinnen und Spielern, Verantwortlichen, Helferinnen und Helfern sowie den vielen Unterstützern großer Dank und Anerkennung. Auch wenn der Spielbetrieb endet, bleibt das, was die Black Bulls für unsere Gemeinde geschaffen haben, erhalten.“, so Bürgermeister Volker Weber.

Der letzte Tanz

Am 2. April 2026 verkündete der Verein offiziell das Ende seines Spielbetriebs. Nach 19 Jahren endet damit eine besondere Ära des Handballsports in Alsweiler.

In ihrer Abschiedsbotschaft schrieben die Black Bulls:

„Es waren nicht nur Spiele. Es waren Erinnerungen, Freundschaften, Emotionen - Momente, die bleiben, auch wenn das Licht in der Halle erlischt.“

Mit dem letzten Heimspiel am 18. April verabschiedete sich die Mannschaft ein letztes Mal von ihren Fans und Unterstützern. Wehmut und Dankbarkeit lagen dabei eng beieinander.

Auch wenn der Spielbetrieb endet, verschwindet der Name Black Bulls nicht aus dem Dorfleben. Der Verein bleibt weiterhin bestehen und wird auch künftig Veranstaltungen, Aktionen und Freizeitangebote organisieren. Ob Benefizaktionen, Dorfveranstaltungen, sportliche Freizeitturniere oder Charity-Läufe, die Gemeinschaft hinter den Black Bulls lebt weiter.

Oder wie es der Verein selbst formuliert:

„Black Bulls never die.“ Foto: Black Bulls Handball e.V./Uwe Hinsberger