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Neues aus Merzig
Ausgabe 14/2026
Redaktioneller Teil
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Nachhaltiges Heizen und Kühlen an der Grundschule Hilbringen mit kostenloser Sonnenenergie und Erdwärme nach dem NULLplusNULL-Konzept

Die Grundschule Hilbringen und die Freiwillige Ganztagsschule erhalten eine neue Heizungsversorgung, die in den Sommermonaten auch zur Kühlung der Räume genutzt werden kann. Ausgangspunkt des Projekts ist das NULLplusNULL-Konzept, das Sonnenenergie in Kombination mit Erdwärme nutzt, um die Gebäude ganzjährig zu temperieren. Zum Einsatz kommen dabei Heiz- und Kühldeckensysteme, die eine besonders effiziente und gleichmäßige Temperierung ermöglichen. Die Förderung des Bauvorhabens erfolgt durch eine Bedarfszuweisung des Ministeriums für Inneres, Bauen und Sport in Höhe von 605.000 Euro. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1.200.000 Euro.

Am vergangenen Freitag wurde das Konzept im Rahmen einer Vorführung auf dem Sportplatz der Grundschule Hilbringen vorgestellt. Oberbürgermeister Marcus Hoffeld begrüßte den Staatssekretär für Finanzen und Wirtschaft, Wolfgang Förster, die Landtagsabgeordneten Martina Holzner, Stephan Toscani und Frank Wagner, die Schulleitung Angelika Groß, die Ortsvorsteherin Doris Darimont-Doll, die Vertreter des Kreistags, Stadtrats und Ortsrates sowie alle Anwesenden. Hoffeld dankte besonders Professor Edwin Kohl, der das Konzept NULLplusNULL entwickelt hat und dem Innenministerium für die Förderung.

„Die Vorteile dieser Technik sind eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes sowie eine geringere Abhängigkeit von externen Energiequellen. Zudem soll die neue klimafreundliche Lösung zum Heizen und Kühlen den Schulalltag an der Grundschule Hilbringen nachhaltiger gestalten und als Vorbild für weitere kommunale Einrichtungen dienen in Bund und Land“, erklärte Oberbürgermeister Marcus Hoffeld.

Staatssekretär Wolfgang Förster zeigte sich begeistert vom NULLplusNull-Konzept und betonte wie wichtig solch neue Impulse für das Land sind.

SPD-Landtagsabgeordnete Martina Holzner beschrieb die großen Herausforderungen im Gebäudesektor, da dieser einen erheblichen Kostenfaktor darstelle. Das Projekt zeige, wie nicht nur energieeffizient geheizt, sondern auch gekühlt werden könne. 

Stephan Toscani, CDU-Landtagsabgeordneter, erklärte, wie wichtig es sei, dass der Staat Ziele vorgibt aber die Wege dorthin offen lässt, um Erfindungsreichtum Raum zu geben. So können wegweisende Projekte wie an der Grundschule Hilbringen im Kleinen entstehen und den Grundstein für etwas Großes legen.

Professor Edwin Kohl, Geschäftsführer der NULLplusNULL Baukonzept GmbH, betonte ebenfalls die Vorteile des Konzeptes: „NULLplusNULL steht für die konsequente Nutzung kostenloser Energie aus Sonne und Erde. So schaffen wir nicht nur nachhaltige Lösungen für Heizen und Kühlen, sondern auch ein gesundes und angenehmes Lernklima – wie hier in den Räumlichkeiten der Grundschule Hilbringen.“

Erdwärme und Solarenergie bilden bei diesem System die Grundlage für eine ganzjährige Temperierung. Die neue Anlage an der Grundschule ermöglicht sowohl das Heizen als auch das Kühlen der Gebäude und reduziert gleichzeitig den externen Energiebedarf. Hierfür werden Erdkollektoren auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes minimalinvasiv verlegt, ohne die gesamte Fläche aufzugraben. Erdschleifen übertragen die gespeicherte Energie auf das System zur Beheizung und Kühlung und nutzen je nach Bedarf die im Boden vorhandene Wärme oder Kälte.

Ergänzend werden eine Solarthermieanlage und eine Photovoltaikanlage installiert, um den Betrieb nahezu autark zu gestalten. Im Kühlfall wird die über die Solarthermiekollektoren gewonnene Sonneneinstrahlung mithilfe spezieller Anlagentechnik zur Erzeugung der erforderlichen Kälte genutzt. Überschüssige solare Energie wird in das Erdreich geleitet, trägt zur Regenerierung des Erdreichs bei und steht dort bei Bedarf erneut als Backup zur Verfügung. Im Heizfall wird die solarthermische Energie weitgehend direkt zur Beheizung genutzt und zusätzlich unter Einbeziehung des vorhandenen Speichers im Erdreich als Energiequelle für die Erzeugung der erforderlichen Wärme über eine installierte Wärmepumpe eingesetzt. Die Photovoltaikanlage wird entsprechend den Vorgaben des Landes errichtet und vorrangig zur Deckung des allgemeinen Strombedarfs genutzt. Aufgrund des geringen Betriebsstrombedarfs der eingesetzten Anlagentechnik kann der erzeugte Strom zu einem großen Teil für die Versorgung der Einrichtungen verwendet werden.