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Neues aus Merzig
Ausgabe 2/2026
Redaktioneller Teil
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Notschlafstelle mit zusätzlichem Hilfsangebot für wohnungslose Menschen soll in Merzig geschaffen werden

Stadtverwaltung wartet schon seit Monaten auf Genehmigung des Ministeriums

Mit sinkenden Temperaturen wird die Situation für wohnungslose Menschen immer prekärer. Während viele Menschen in warmen Wohnungen Schutz vor Kälte, Nässe und Wind finden, kämpfen Obdachlose mit diesen Bedingungen und nicht selten um ihr Überleben. Besonders im Winter verschärfen sich mit verändernden Witterungsbedingungen die Lebensumstände. Kälte, Nässe und mangelnde Hygienemöglichkeiten erhöhen das Risiko für schwere Erkrankungen. Auch in der Kreisstadt Merzig sind Menschen davon betroffen.

Dabei hat Obdachlosigkeit oft mehrere, sich gegenseitig verstärkende Ursachen wie zum Beispiel Armut, Arbeitslosigkeit oder persönliche Schicksalsschläge und Krisen. Auch nicht gut versorgte psychische Erkrankungen spielen häufig eine Rolle dabei, dass Menschen ihre Wohnungen verlieren.

Für dauerhaft Hilfesuchende hält die Stadtverwaltung ihrem gesetzlichen Auftrag entsprechend Unterkünfte bereit.

Für Obdachlose, die dieses Angebot zur festen Unterbringung nicht annehmen möchten, versucht die Kreisstadt Merzig seit 2022 gemeinsam mit dem Caritasverband Saar-Hochwald und dem Landkreis Merzig-Wadern zusätzliche Abhilfe zu schaffen und eine Notschlafstelle mit einem sogenannten tagesstrukturierenden Angebot in Merzig möglich zu machen. Hier sollen Menschen ein sauberes Bett für die Nacht sowie eine Möglichkeit zur Körperhygiene finden. Tagsüber soll das tagesstrukturierende Angebot Beratung und Unterstützung zur besseren Bewältigung des Alltags anbieten. Im Winter soll durch einen beheizten Anlaufpunkt weiterer Schutz vor Kälte angeboten werden.

Oberbürgermeister Marcus Hoffeld und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs Soziales hatten sich deswegen gemeinsam mit dem Caritasverband bereits mehrfach an das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit gewandt, das für diese Art von Hilfen zuständig ist. Die Realisierung einer notwendigen Einrichtung für Hilfsbedürftige hat sich bisher immer wieder verzögert. Gründe hierfür waren Nachforderungen des Ministeriums, wie zum Beispiel die Schaffung eines barrierefreien Zugangs des von der Caritas zur Verfügung gestellten Gebäudes oder die Ergänzung eines Zusatzprojektes zur Betreuung von Menschen, die versuchen, wieder eine Wohnung für sich zu finden.

Um eine Notschlafstelle und ein Hilfsangebot für wohnungslose Menschen bald auch in Merzig anbieten zu können, konnten in den letzten Wochen zwischen dem Caritasverband Saar-Hochwald als Träger und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit inhaltliche Unklarheiten geklärt werden. Weitere Gespräche sind für den Januar 2026 geplant.

„Es sind, seitdem wir uns an das Land gewandt haben, vier Winter vergangen, in denen Menschen hier in Merzig, die dringend Hilfe benötigen, keine erhalten haben. Anforderungen, die an den Caritasverband und die Kreisstadt Merzig gestellt wurden, sind erfüllt. Nun erwarte ich, dass die restlichen Verhandlungen zur Bewilligung der Hilfeeinrichtung zügig vorangehen. Hier ist vor allem das Land aufgefordert, die benötigte, ausreichende und dauerhafte Finanzierung zu gewähren, so dass ab dem nächsten Winter Hilfebedürftige in Merzig nicht mehr alleine gelassen werden“, so Oberbürgermeister Marcus Hoffeld.