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Neues aus Merzig
Ausgabe 22/2026
Redaktioneller Teil
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Informationsveranstaltung zum Welt-Lipödem-Tag am 18. Mai 2026

Anlässlich des Welt-Lipödem-Tages luden die Kreisstadt Merzig und die Interessengemeinschaft Gesundheitscampus am Montag, 18. Mai 2026, zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel „Leben mit Lipödem“ in den Gesundheitscampus Merzig ein. Ziel der Veranstaltung war es, über die chronische Erkrankung Lipödem aufzuklären, Betroffene zu informieren und den Austausch zwischen Fachleuten, Selbsthilfegruppen und Patientinnen zu stärken.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Campusmanagerin und Gesundheitsbeauftragte der Kreisstadt Merzig, Pia Schäfer auch stellvertretend für Oberbürgermeister Marcus Hoffeld, alle Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Gesundheitswesen, Selbsthilfegruppen sowie alle Gäste. Auch Michael Kiens als Verwaltungsdirektor der SHG, Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstandsvorsitzender der IKK Südwest und der Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung richteten ihre Grußworte an die vielen Besucherinnen und Besucher. Alle waren sich einig, dass dem Thema Lipödem mehr Sichtbarkeit und Unterstützung gegeben werden muss und gerade im Saarland dringend Handlungsbedarf besteht, ist doch fast jede 10. Frau inzwischen von der Krankheit betroffen.

„Gerade Erkrankungen, über die selten gesprochen wird, geraten schnell in eine Grauzone. Deshalb gehört das Thema Lipödem in die Öffentlichkeit und in den Gesundheitscampus Merzig“, betonte die Gesundheitsbeauftragte der Kreisstadt Merzig.

Als Referentin konnte mit Anke Dörr, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, eine ausgewiesene Expertin gewonnen werden. In ihrem Fachvortrag informierte sie über Ursachen, Symptome und moderne Behandlungsmöglichkeiten des Lipödems und beantwortete im Anschluss die zahlreichen Fragen der Betroffenen.

 

Unter den Gästen befanden sich unter anderem Dirk Mathis von „Das Saarland lebt gesund“ / PuGiS, Dr. h.c. Armin Streit als Campusvorsteher, Dr. Alexandros Mekras und Dr. Vogt vom Adipositas-Zentrum der SHG sowie Dr. Matthias Schelden. Ebenfalls vertreten waren Selbsthilfegruppen aus dem Saarpfalz-Kreis mit Petra Schwender-Becker und Bianka Schmeer sowie Michelle Bothen von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland (KISS). Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem vom Sanitätshaus Sanisaar sowie der Firma Bauerfeind, die gemeinsam die Versorgung mit Kompressionsbekleidung präsentierten. Auch die ambulante Physiotherapie der SHG sowie das Adipositaszentrum der SHG beteiligten sich mit Informationen und Beratung.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Herausforderungen, mit denen viele Betroffene im Alltag konfrontiert sind. Neben langen Wegen bis zur Diagnose berichten viele Patientinnen von Schwierigkeiten bei der Suche nach spezialisierten Ärztinnen und Ärzten, Physiotherapiepraxen oder einer passenden Kompressionsversorgung.

Die Veranstaltung sollte bewusst dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Verständnis für die Erkrankung zu schaffen. Denn nicht jede körperliche Veränderung ist auf Lebensstil oder Ernährung zurückzuführen. Viele Betroffene leiden trotz großer Anstrengungen, regelmäßigem Sport und zahlreichen Diäten unter starken Schmerzen und erheblichen Einschränkungen im Alltag.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Veranstaltung von der Campusmanagerin die Vision formuliert, den Gesundheitscampus Merzig langfristig zu einem Fachzentrum für Lipödem im Saarland weiterzuentwickeln, da es ein solches Angebot saarlandweit bisher nicht gibt. Mit den im Gesundheitscampus Merzig bereits etablierten Angeboten in den Bereichen Physiotherapie und Sanitätshaus sind wichtige Grundlagen hierfür bereits vorhanden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends lag auf dem Thema Selbsthilfe. Bislang gibt es weder im Landkreis Merzig-Wadern noch im Landkreis Saarlouis eine Selbsthilfegruppe speziell für Frauen mit Lipödem. Gemeinsam mit der KISS bietet die Kreisstadt Merzig deshalb interessierten Betroffenen die Möglichkeit, eine neue Selbsthilfegruppe in Merzig aufzubauen. Zahlreiche Interessierte trugen sich während und nach der Veranstaltung in ausliegenden Listen ein und zeigten damit das große Interesse solch eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Die Kreisstadt Merzig prüft bereits die Rahmenbedingungen und wird in wenigen Wochen einen Termin für ein erstes Treffen im Gesundheitscampus Merzig veröffentlichen.

Interessierte für die Selbsthilfegruppe können sich gerne an gesundheitscampus@merzig.de wenden.