Seit dem 21. Mai gehört das Gymnasium am Stefansberg offiziell zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Damit ist die Schule Teil des größten Schulnetzwerks Deutschlands, dem bundesweit rund 5.000 Schulen angehören – davon 75 im Saarland.
In ihrer Ansprache rückte Schulleiterin Beate Kiehn das Thema Rassismus in den Mittelpunkt und berichtete dabei auch von persönlichen Erfahrungen aus ihrem familiären Umfeld. Sie betonte, wie wichtig es sei, dem Thema ausreichend Raum zu geben und Schülerinnen und Schüler frühzeitig dafür zu sensibilisieren – auch wenn es eine Welt ohne Rassismus vermutlich nie geben werde. Es brauche Courage, hinzusehen, sich einzumischen, Fragen zu stellen und manchmal auch den Mut, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen. Abschließend zeigte sich die Schulleiterin stolz über die Auszeichnung und dankte der gesamten Schulgemeinschaft für ihr Engagement.
Der stellvertretende Schülersprecher Julius Franzen begrüßte die Gäste und erklärte, dass die Auszeichnung erst der Anfang sei auf dem Weg zu einer Schule ohne Rassismus. „Es gibt nur menschliches Blut, seit Menschen“, lautete sein eindringlicher Appell.
Im Anschluss spielte das Stefansberg-Orchester den „Earth Song“ von Michael Jackson, der thematisch hervorragend zur Veranstaltung passte.
Nach dem musikalischen Beitrag stellte der stellvertretende Schülersprecher die AG FREDO vor, die den Anstoß für die Bewerbung um die Aufnahme in das Netzwerk gegeben hatte. Die AG FREDO – Freiheitliche Demokratie – hatte sich bereits vor rund neun Monaten darum bemüht, Teil des Netzwerks zu werden. Jeden Dienstag treffen sich Schülerinnen und Schüler in der 9. und 10. Stunde, um Projekte rund um Demokratie und gesellschaftliches Miteinander zu entwickeln sowie bei Konflikten unterstützend in den Klassengemeinschaften tätig zu werden. Begleitet und unterstützt wird die AG von den Lehrkräften Steffen Aug und Johanna Paulus.
Die Landeskoordinatorin des saarländischen Netzwerks, Michelle Revilla, erläuterte die Vorteile des Netzwerks und hob hervor, wie Schulen voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können. Einmal jährlich findet zudem ein Landesnetzwerktreffen statt, bei dem sich die Schulen persönlich austauschen. Die Schülerinnen und Schüler der AG FREDO hatten selbst Kontakt zur Landeskoordinatorin aufgenommen, um die Aufnahme der Schule in das Netzwerk zu beantragen. Michelle Revilla machte deutlich, dass ein Schild an der Schule allein nicht ausreiche – die Werte müssten auch im Schulalltag gelebt werden. Gleichzeitig lobte sie das große Engagement der AG und zeigte sich erfreut über die Aufnahme des Gymnasiums am Stefansberg in das Netzwerk.
Als Paten begleiteten der ehemalige Schulleiter Albert Ehl sowie der frühere Schüler Jonas Stark die Veranstaltung. Beide betonten, wie sehr sie sich noch immer mit der Schule verbunden fühlen, und zeigten sich stolz, die Patenschaft übernehmen zu dürfen.
Jonas Stark, inzwischen ein vielfach ausgezeichneter Konzertpianist, begeisterte das Publikum anschließend mit einem eindrucksvollen Klavierstück am Flügel.
Auch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, zugleich Schulträgerin der Schule, gratulierte zur Auszeichnung und würdigte besonders das Engagement der AG FREDO. Oberbürgermeister Marcus Hoffeld schloss sich den Glückwünschen an und dankte ebenfalls den Schülerinnen und Schülern sowie den betreuenden Lehrkräften für ihren Einsatz.
Den feierlichen Abschluss bildete die offizielle Übergabe der Auszeichnung, die bei allen Beteiligten für strahlende Gesichter sorgte.