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Mitteilungsblatt der Gemeinde Nalbach
Ausgabe 3/2019
Seite 4
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Kleiderkammer zum Jahresende geschlossen

Fast drei Jahre hat die Kleiderkammer im Erdgeschoss der Hubertusstraße 26 im Ortsteil Nalbach hilfebedürftige Menschen unterstützt. Nun wurde die vom Freundeskreis Flüchtlingshilfe Nalbach betriebene Einrichtung im Dezember 2018 geschlossen. Anfang 2015 ist die Kleiderkammer aufgrund des damals großen Zuzugs der Geflüchteten eröffnet worden. Seit dem wurden die Räumlichkeiten durch Flüchtlinge sowie hilfebedürftige Menschen der Gemeinde aufgesucht.

In der Kleiderkammer gab es nichts, was es nicht gibt und für den täglichen Bedarf dringend benötigt wurde. Liebevoll sortiert, hatten die Besucher dort die Möglichkeit, sich mit den wichtigsten Dingen einzudecken. Bekleidung, Haushaltswaren, Bettwäsche, Schuhe, Spielzeug, Kinderwagen sowie viele andere Alltagsgegenstände konnte man finden. Die Spendenbereitschaft vieler Bürger hat dafür gesorgt, dass in der Kleiderkammer stets eine „kaufhausähnliche“ Auswahl bestanden hat.

Das Erfolgsmodell des Freundeskreises Flüchtlingshilfe war in den Hochzeiten der Flüchtlingswelle unverzichtbar in der Gemeinde, nun mittlerweile scheint die Zeit der elementaren Grundversorgung jedoch vorüber zu sein. Die Bedürfnisse der Geflüchteten und bedürftigen Menschen in der Gemeinde haben sich verändert, neue Schwerpunkte sind nun Wohnung, Praktikum, Ausbildung, Studium und Beruf geworden.

Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Helfer/-innen, welche die Kleiderkammer betrieben haben. Die Betreuung der Kleiderkammer fand vollständig im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit statt. „Der unermüdliche Einsatz und die Motivation der Helfer/-innen über diese Dauer verdient größte Anerkennung“, so Bürgermeister Lehnert am letzten Öffnungstag. Diese Freiwilligen sind Vorbilder für alle. „Das Engagement ist ein gesellschaftlicher Schatz“, lobte der Bürgermeister, es sei unverzichtbar und unbezahlbar. Die Einrichtung der Kleiderkammer trug in der Gemeinde Nalbach zur Integration erheblich bei.

Die Helfer/-innen blicken am letzten Öffnungstag stolz auf das Geleistete der vergangenen Jahre sowie die vielen neu entstandenen Freundschaften. Etwas Wehmut spielt beim Abschied mit, so ist es sehr schade, dass mit der Schließung der Kammer auch ein Ort der Kommunikation wegfällt. Die Kleiderkammer ist zu einem sozialen Treffpunkt in der Gemeinde geworden. Bürger/-innen tauschten sich dort zu den verschiedensten Themen aus, begegneten sich und halfen sich gegenseitig.

Die Näh- und Schneiderwerkstatt, die durch den Freundeskreis Flüchtlingshilfe Nalbach im Rahmen des Projekts „500 LandInitiativen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aufgebaut wurde, fand regelmäßig parallel zu den Öffnungszeiten der Kleiderkammer statt und wird weiter in den Räumlichkeiten, mittwochs in der Zeit von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr betrieben. Interessierte können dort unter fachlicher Anleitung den Umgang mit der Nähmaschine erlernen.

Noch vorhandene Gegenstände und Kleidung der Kammer werden dem Sozialkaufhaus Saarlouis übergeben, wo diese ebenfalls bedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt werden.