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Ausgabe 14/2026
Allgemeine Nachrichten
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7900 Euro für Menschen mit besonderen Schicksalen

Stolze 7900 Euro konnten dieses Jahr aus dem Erlös der Adventskranz-Party gespendet werden.

Adventskranz-Team Nonnweiler übergibt Spenden

Der große Adventskranz in Nonnweiler ist längst weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Was vor 25 Jahren als kleine Idee begann, ist heute eine feste Größe in der Vorweihnachtszeit. Doch hinter der Party steckt vor allem eines: ein großes Herz für Menschen in Not. Vergangene Woche war es wieder so weit: Das rund 20-köpfige Team um Klaus Simon und Ortsvorsteher Günther Barth lud zur Spendenübergabe ein und konnte stolze 7900 Euro an drei Empfänger und zwei Vereine übergeben.

 

„Wir wollten dieses Jahr bewusst regionaler bleiben", erklärte Klaus Simon bei der Übergabe. Der Reingewinn der diesjährigen Adventskranz-Party, die trotz Regens Ende November wieder einige Hundert Besucher anzog, liegt bei beachtlichen 7900 Euro. „Das ist ein absolut bemerkenswertes Ergebnis", freute sich Simon, der mit seinem Team bereits seit 45 Jahren den Weihnachtsbasar in Nonnweiler organisiert und vor 25 Jahren den Grundstein für die Adventskranz-Tradition legte.

Ortsvorsteher Günther Barth zeigte sich tief beeindruckt: „Die Adventskranzfeier ist über die Region hinaus bekannt, und das Ergebnis ist ganz großartig. Ich möchte mich im Namen der Aktionsgemeinschaft Weihnachtsmarkt und persönlich bei diesem tollen Team bedanken, das so viel Zeit und Herzblut investiert."

Hilfe für die „lebenden Toten"

Zwei der Spenden gingen an Familien aus der Region, die mit besonders schweren Schicksalsschlägen kämpfen.

2400 Euro übergab das Team an die Familie Emmerich aus Bierfeld. Deren Tochter Kristina litt seit ihrer Corona-Infektion im Jahr 2022 an Long Covid und der schweren Folgediagnose ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom). Die 27-Jährige ist seit Weihnachten bettlägerig und verbringt ihre Tage im abgedunkelten Zimmer. Ihr Vater, der selbst Teil des Adventskranz-Teams war, stand bei der Übergabe sichtlich bewegt im Namen der Familie Rede und Antwort.

„Es ist eine Krankheit, die nicht publik wird. Das soziale Umfeld bricht oft zusammen – die Betroffenen sind die,lebenden Toten‘", schilderte der Vater die Situation seiner Tochter. Kristina Emmerich selbst hatte den Wunsch geäußert, dass ein Teil der Spende nicht nur der Symptombehandlung dienen, sondern gezielt in die Forschung fließen soll. Daher wird das Geld an die ME/CFS-Research-Foundation weitergegeben. „Es muss endlich in die Forschung gehen, wir müssen die Ursachen bekämpfen", so die Botschaft der Familie.

Einen ebenso hohen Betrag von 2400 Euro erhielten die Eltern von Felix Weber aus Wadern-Oberlöstern. Der 20-Jährige leidet am Pallister-Killian-Syndrom, einer extrem seltenen, genetisch bedingten Erkrankung. Mit dem Geld soll eine Delfin-Therapie für den jungen Mann finanziert werden, die ihm und seiner Familie neue Hoffnung gibt.

Unterstützung für Rett-Syndrom und Inklusion

Neben den Einzelfallhilfen profitieren auch zwei große Organisationen von der Spendensumme. Je 1200 Euro erhielten die Vereine Rett-Syndrom Südwest und Rett-Syndrom Deutschland e. V. Das Rett-Syndrom ist eine tiefgreifende, genetisch bedingte Entwicklungsstörung, die fast ausschließlich bei Mädchen auftritt und mit schweren körperlichen und geistigen Einschränkungen einhergeht. Mit der Spende sollen unter anderem Workshops zur „Unterstützten Kommunikation" finanziert werden, um betroffenen Kindern eine Stimme zu geben.

700 Euro gingen zudem an die Eltern der dreijährigen Zoe aus Lebach-Steinbach, die ebenfalls von einer schweren Erkrankung betroffen ist. Auch hier möchte das Adventskranz-Team mit der Spende eine kleine Erleichterung im Alltag der Familie schaffen.

Eine Tradition mit Geschichte

Dass die Adventskranz-Party überhaupt solche Summen generieren kann, ist das Ergebnis jahrelanger, engagierter Kleinarbeit. „Angefangen hat es damals mit der Idee,Wir machen Adventskranz‘ in Nonnweiler-Bierfeld", erinnert sich Klaus Simon. „Dass es so wachsen würde, hätte ich nie gedacht." Mittlerweile ist das Team ein eingespielter Haufen: „Wir lachen und zanken, aber jeder weiß, was er zu tun hat."

In den vergangenen 20 Jahren kamen so insgesamt bereits über 50.000 Euro für soziale Zwecke zusammen. „Wir legen auch Rücklagen an, denn es muss immer wieder etwas repariert oder neu angeschafft werden", so Simon. Ab Oktober wird die rund 20-köpfige Truppe wieder mit vollem Einsatz an den Vorbereitungen für die 26. Adventskranz-Party arbeiten, die am Freitag, dem 27. November, steigen soll.

Ortsvorsteher Günther Barth dankte abschließend im Namen der gesamten Gemeinde: „Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. Danke, dass Sie Jahr für Jahr zeigen, was Gemeinschaft bewirken kann." Damit verwies er auch auf das Engagement des Weihnachtsbasars – hier kamen auch nochmal 6000 Euro zusammen, die an soziale Zwecke gestiftet werden. (LeWe)