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Ausgabe 18/2026
Allgemeine Nachrichten
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Zwischen Maibaum und Hexennacht

Lebendiges Brauchtum zum 1. Mai

Kaum ein Dorf, in dem nicht Vereine, Feuerwehren oder Ortsgemeinden das Maibaumaufstellen mit großem Engagement pflegen. Der Ursprung dieses Brauchs reicht weit in vorchristliche Zeit zurück. Bereits germanische Stämme feierten Frühlingsfeste, bei denen ein junger Baum als Symbol für das Erwachen der Natur aufgerichtet wurde. Mit der Christianisierung wurden diese Bräuche in den kirchlichen Kalender integriert: Der 1. Mai wurde zugleich Gedenktag des Heiligen Josef, des Schutzpatrons der Arbeiter.

Rund um den Maibaum haben sich bis heute zahlreiche lebendige Traditionen erhalten. In vielen Orten wird der Baum über Nacht bewacht – denn nach altem Brauch darf er gestohlen werden. Gelingt dies, muss die „bestohlene“ Seite häufig ein Fass Bier als Lösegeld stellen. So verbindet sich Wettbewerb mit Geselligkeit und sorgt für so manche heitere Geschichte.

Ein besonders im Saarland verbreiteter Brauch ist das sogenannte Maienstecken. In der Nacht zum 1. Mai stellen junge Männer ihrer Angebeteten eine geschmückte Birke vor das Haus – ein stiller, aber sichtbarer Liebesbeweis. Mit einem Augenzwinkern existieren auch weniger schmeichelhafte Varianten: Der „Schandmaien“ in Form von Besen oder kuriosen Gegenständen steht für dörfliche Neckerei.

Parallel dazu lebt die Walpurgisnacht fort, im Volksmund besser bekannt als Hexennacht. Ihr Name geht auf die heilige Walpurga zurück, eine angelsächsische Missionarin, die im 8. Jahrhundert – genauer um das Jahr 710 geboren – in Deutschland wirkte. Ihre Heiligsprechung wurde auf den 1. Mai datiert, wodurch sich der Name der Nacht etablierte.

Doch die Wurzeln des Brauchs sind deutlich älter. Der Volksglaube besagte, dass in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der der Geister besonders durchlässig sei. Hexen und andere Wesen sollten ihr Unwesen treiben – vor allem auf Berggipfeln, wo sie ihren sogenannten Hexensabbat abhielten.

Um sich davor zu schützen, entwickelten sich Bräuche, die über Jahrhunderte gepflegt wurden. Im Saarland sowie in den angrenzenden Regionen des Hunsrücks und der Eifel versuchte man, mit Lärm, Feuer und allerlei Spektakel die bösen Geister zu vertreiben. Ratschen, Pfeifen, das Schlagen auf Töpfe und große Feuer gehörten fest dazu.

Heute steht vor allem der gesellige Charakter im Vordergrund. Beim „Tanz in den Mai“ wird in Gaststätten, auf Dorfplätzen und in Hallen gefeiert – oft bis Mitternacht und darüber hinaus, um gemeinsam den ersten Morgen des Mai zu begrüßen.

Auch kleinere Streiche gehören vielerorts noch zur Hexennacht: Gartentore werden ausgehängt, Gegenstände verstellt oder Nachbarschaften mit harmlosen Schabernack überrascht. Gleichzeitig achten viele Gemeinden darauf, dass diese Traditionen im Rahmen bleiben und niemand zu Schaden kommt. Der respektvolle Umgang steht im Vordergrund – ganz im Sinne eines Brauchtums, das Gemeinschaft stiften soll.

Die Veranstaltungen in der Gemeinde im Überblick

In Bierfeld stellt die Freiwillige Feuerwehr traditionell den Maibaum hinter dem Feuerwehrgerätehaus auf. Ab 18 Uhr sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, bei kalten Getränken und Speisen vom Grill gemeinsam zu feiern. Die Feuerwehr pflegt diesen Brauch bereits seit Jahrzehnten und sorgt damit für ein lebendiges Stück Dorfkultur.

Auch in Kastel steht das Maibaumstellen ganz im Zeichen der Gemeinschaft: Der Jahrgang 2007/2008 organisiert die Feier ab 17 Uhr auf dem Lothringer Platz. Für Musik sorgt die Pfarrkapelle, während die Straußjugend für das leibliche Wohl aufkommt und sich auf zahlreiche Gäste freut.

In Nonnweiler selbst wird der Maibaum an der Parkschenke Simon aufgestellt. Ab 18 Uhr übernehmen Feuerwehr und Helferinnen und Helfer diese Aufgabe, nachdem Kinder den Baum zuvor mit bunten Bändern geschmückt haben – ein Brauch, der besonders die jüngsten Dorfbewohner einbindet.

Primstal lädt zum traditionellen „Maibaumbier“ auf den alten Marktplatz am Haus der Vereine ein. Ab 19 Uhr steht hier der gesellige Umtrunk im Mittelpunkt des Abends.

In Schwarzenbach beginnt die Feier ebenfalls um 18 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. Von dort aus wird der Maibaum zum Dorfplatz gebracht und aufgestellt. Neben Speisen und Getränken sorgt die Pfarrkapelle für die musikalische Begleitung.

Sitzerath begeht die Hexennacht an der Grillhütte „Im Erker“. Bereits um 17.30 Uhr sind insbesondere Kinder eingeladen, den Maibaum mit bunten Bändern zu schmücken. Anschließend wird der Baum in gemeinschaftlicher Arbeit aufgestellt, bevor der Abend bei Musik, Getränken und Speisen in geselliger Runde ausklingt.

Auch in Otzenhausen steht das Miteinander im Vordergrund: Der Verein UVO e.V. lädt ab 17 Uhr zum „Durstigen Donnerstag“ auf den Schulhof ein. Bei Grillgerichten und Getränken kommen die Dorfbewohner zusammen – der Erlös der Veranstaltung unterstützt die Jugendfeuerwehr. (LeWe)