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Ausgabe 2/2026
Allgemeine Nachrichten
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Rekordhaushalt und finanzielle Herausforderungen

Landkreis Sankt Wendel vor schwierigem Jahr 2026

Mit einem Haushaltsvolumen von 209 Millionen Euro hat der Kreistag im Dezember den bislang größten Haushalt in der Geschichte des Landkreises Sankt Wendel verabschiedet. Gegenüber 2025 bedeutet dies eine Steigerung um rund 25 Millionen Euro. Landrat Udo Recktenwald machte in seiner Kolumne zum Jahreswechsel deutlich: Der Rekordetat sei weniger Ausdruck von Wohlstand als vielmehr ein Spiegel massiv wachsender finanzieller Belastungen.

Besonders die Sozialausgaben treiben den Haushalt in die Höhe. Für 2026 seien hierfür 128,63 Millionen Euro eingeplant. Rein rechnerisch entspreche dies 1.146,78 Euro an Sozialleistungen pro Einwohner – Verwaltungskosten noch nicht eingerechnet. Hauptursache seien laut Recktenwald immer neue gesetzliche Vorgaben und Standards des Bundes, die von den Kommunen umgesetzt werden müssen, ohne dass eine ausreichende finanzielle Kompensation erfolgt.

Um diese Ausgaben zu stemmen, ist der Landkreis in hohem Maße auf die Kreisumlage angewiesen. Sie beträgt 2026 insgesamt 99 Millionen Euro. Mit einem Umlagesatz von 63 Prozent – dem zweithöchsten in der Geschichte des Landkreises – müssen die Gemeinden damit von jedem Euro ihrer Einnahmen 63 Cent an den Kreis abführen. Eigene Steuereinnahmen hat der Landkreis nicht.

Erschwerend komme hinzu, dass die Zuweisungen des Landes sinken. Aufgrund rückläufiger Steuereinnahmen im Saarland erhält der Landkreis Sankt Wendel im kommenden Jahr rund eine halbe Million Euro weniger aus dem Kommunalen Finanzausgleich. Besonders einschneidend: Erstmals in der Geschichte bekommt der Landkreis keine Schlüsselzuweisungen des Landes. 2025 lagen diese noch bei knapp fünf Millionen Euro. Grund hierfür ist die gestiegene Finanzkraft der kreisangehörigen Kommunen – ein Umstand, der zwar positiv erscheint, für den Landkreis jedoch finanzielle Nachteile mit sich bringt.

Der Landrat sprach von einer dramatischen Lage, die längst kein Einzelfall mehr sei. Kommunen stünden landesweit vor enormen finanziellen Problemen. Das bestehende Finanzierungssystem sei nicht mehr tragfähig und müsse dringend reformiert werden, um die kommunale Selbstverwaltung nicht zu gefährden. Nur zur Verdeutlichung: Die Kommunen tragen 29,7 Prozent der gesamtstaatlichen Ausgaben, haben aber nur einen Anteil von 13,9 Prozent an den öffentlichen Steuereinnahmen.

Trotz aller Sparzwänge setze der Landkreis 2026 weiterhin wichtige Investitionsschwerpunkte, insbesondere im Bildungsbereich. Geplant sind unter anderem der Bau einer Akademie für Erzieherinnen und Erzieher am sozial-pflegerischen Berufsbildungszentrum, eine Einfeld-Sportanlage am Gymnasium Wendalinum, ein Erweiterungsbau an der Gemeinschaftsschule Schaumberg-Theley sowie eine neue Sporthalle mit Klassen- und Funktionsräumen an der Gemeinschaftsschule Türkismühle. Auch der Katastrophenschutz wird gestärkt: Am Katastrophenschutzzentrum entsteht mit Unterstützung des Innenministeriums ein neues Schulungszentrum. Zudem sind Mittel für den Bau der Sporthalle in St. Wendel im Haushalt vorgesehen.

Abschließend rief der Landrat trotz aller Herausforderungen zu Zuversicht und Zusammenhalt auf. Nur gemeinsam könne man die anstehenden Aufgaben bewältigen. Mit einem optimistischen Blick nach vorn verband er seinen Appell mit den besten Wünschen für ein glückliches neues Jahr für alle Bürgerinnen und Bürger des Sankt Wendeler Landes. (LeWe)