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mein Nonnweiler
Ausgabe 20/2026
Allgemeine Nachrichten
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Drei Männer, ein Ziel

Blick in das voll besetzte Forum der EAO, vorn am Stehtisch bei der Begrüßung: Meike Kartes (links) sowie Stéphanie Bruel, beide Mitglied der Geschäftsführung der EAO

lick auf voll besetzte Forum der EAO, auf dem Podium die Kandidaten Henning Bock, Johannes Peter, Jonas Reiter (v.l.n.r.); am Stehtisch Moderator Michael Matern. Immer im Blick: die Stoppuhr auf der Projektionsfläche für die Diskussionsbeiträge (hier also noch 51 Sekunden bis zum Klingelton)

Die drei Kandidaten Henning Bock, Johannes Peter, Jonas Reiter

Hintere Reihe: die Kandidaten Henning Bock, Johannes Peter, Jonas Reiter (v.l.n.r.) Vordere Reihe: Moderator Michael Matern sowie Meike Kartes, Stéphanie Bruel (beide Mitglied der Geschäftsführung) und Dr. med. Rainer Hanselmann (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung) der EAO

 

 

B

 

 

Wer wird neuer Chef im Rathaus Nonnweiler?

In der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) stellten sich am 6. Mai 2026 die Bürgermeisterkandidaten Henning Bock, Johannes Peter und Jonas Reiter dem direkten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Zwischen Einigkeit in der Sache und Unterschieden im Profil wurde klar: Am 31. Mai hat die Gemeinde Nonnweiler die Qual der Wahl.

Als sich die Reihen im Forum der Akademie langsam leerten, blieb ein Satz hängen: „Wir ziehen doch alle an einem Strang.“ Dieses Fazit fasste die Atmosphäre des Abends mit rund 180 Besucherinnen und Besuchern treffend zusammen.

Dass es kein gewöhnlicher Polit-Abend werden würde, machten die Gastgeberinnen Stéphanie Bruel und Meike Kartes von der EAO-Geschäftsführung bereits zu Beginn deutlich. Mit mehr als 70 Jahren Erfahrung zeigte die EAO einmal mehr, dass sie eine der ersten Adressen für den gesellschaftlichen Dialog in der Region ist. Und so setzte sie auf das Format des Bürgerdialogs statt eines steifen Podiums mit länglichen Statements. Moderiert vom Politikwissenschaftler Michael Matern, der im Laufe des Abends feststellte, dass sich die Kandidaten „oft schon fast unheimlich einig“ waren. Ihr sachorientierter Respekt voreinander bildete einen wohltuenden Kontrast zu manch anderen politischen Umgangsformen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gingen sie auf die Fragen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger ein:

Die Verwaltung als Dienstleister

Erste Priorität für alle: Das Rathaus muss sich öffnen. Die Zeiten starrer und begrenzter Öffnungszeiten scheinen gezählt. Jonas Reiter preschte mit einem monatlichen „Dienstleistungssamstag“ vor, während Johannes Peter die Erreichbarkeit an zwei Tagen bis 20 Uhr ausweiten will.

Zauberwort Digitalisierung mit einem gemeinsamen Ziel: eine leistungsfähigere Verwaltung auf Augenhöhe. Während Henning Bock ein transparentes Bürgerinformations-System fordert, in dem kommunale Entscheidungen für jeden nachvollziehbar sind, setzt Johannes Peter auf praktische Alltagshilfen: eine Mängelmelder-App sowie eine digitale Buchungsplattform für Vereinsräume stehen auf seiner Agenda.

Energie und Klima: Beteiligung ist der Schlüssel

Ein hitziges Thema jeder Kommunalpolitik ist die Energiewende. In Nonnweiler sagt die Wärmeplanung bis 2040 den massiven Einsatz von Wärmepumpen voraus. Daher müssen erneuerbare Energien ausgebaut werden. Henning Bock forderte, dass die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen müsse: Photovoltaik auf jedes kommunale Dach.

Bei der Windkraft war man sich einig, dass Akzeptanz nicht nur über die Bürgerbeteiligung, sondern oft auch über den Geldbeutel führt. Finanzielle Beteiligungsmodelle könnten Windräder zu „unseren“ Anlagen machen. Jonas Reiter mahnte jedoch zur Besonnenheit: „Maß und Ziel“ seien entscheidend, gleichzeitig gebe das Land aber durch gesetzliche Vorgaben bereits einen gewissen Rahmen vor, den die Kommune nicht eigenständig beeinflussen könne.

Sorgenkind Leerstand

Unterschiedliche Akzente setzten sie beim Umgang mit Immobilien. Was passiert mit dem Bahnhof Nonnweiler? Während Jonas Reiter und Henning Bock das touristische Potenzial direkt am Bahnradweg St. Wendeler Land nutzen wollen, zeigte sich Johannes Peter skeptisch: Er plädierte aufgrund des hohen Sanierungsstaus (ein höherer siebenstelliger Betrag sei gefragt) für einen Verkauf.

Auch der Umgang mit Leerständen, möglichen Kirchenschließungen sowie mancherorts Vermüllung und Verwahrlosung treibt die Menschen um. Henning Bock fand klare Worte für die Grenzen der Politik: „Das Recht auf Durcheinander kann man leider niemandem absprechen.“ Zudem sei ein massenhafter Ankauf von privaten Schrottimmobilien durch die Gemeinde finanziell schlicht nicht machbar, so Johannes Peter und Jonas Reiter. Dies sehe, so Peter, bei manchen Gebäuden im Besitz der Kirchen anders aus, da diese oft Gemeinschaftshäuser seien. Insgesamt, so die einhellige Meinung, müsse die Ansprache von Eigentümern und Erbengemeinschaften professionalisiert werden.

Wie fördert man Unternehmen am Standort?

Johannes Peter will einen „Unternehmerlotsen“ im Rathaus installieren, der Firmen durch den Bürokratiedschungel hilft. Jonas Reiter setzt u.a. auf die bevorzugte Vergabe von Aufträgen an heimische Betriebe. Henning Bock wiederum sieht die Lösung im Kampf gegen den Fachkräftemangel durch eine engere Zusammenarbeit bei Ausbildungsmessen. Förderung im umfassenden Sinne bedeute auch, so die einhellige Meinung, dass der Glasfaserausbau dringend beschleunigt werden müsse.

Zum Ende wurde es persönlich. Auf die Frage nach dem Führungsstil antwortete Henning Bock mit dem Verweis auf seine Erfahrung in der Führung großer Teams: kooperativ, motivierend und zupackend. Johannes Peter betonte seine Offenheit und das Ziel, „zu gestalten statt nur zu verwalten“. Jonas Reiter wiederum skizzierte sich als „Teamplayer mit Richtung“, der klare Rahmenbedingungen vorgibt. Alle setzten auf die Einbindung und das Engagement aller Beteiligten, seien es die Bürger oder die Mitarbeitenden der Verwaltung.

Fazit: Ein Gewinn für die Gemeinde

Nach dem offiziellen Teil zeigte sich, dass die EAO nicht nur Gastgeberin für politische Themen ist: Beim anschließenden Umtrunk im Eurobistro – das inzwischen regelmäßig für einen entspannten Feierabend geöffnet ist - nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Chance, direkt mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen.

Egal, wer am 31. Mai das Rennen macht – der Abend in Otzenhausen war klares Zeichen für die wertschätzende politische Kultur in Nonnweiler. Zwar unterscheiden sich die Wege und Schwerpunkte der Kandidaten, doch das Ziel – eine lebenswerte Gemeinde Nonnweiler – haben alle drei fest im Blick.

Zu den Kandidaten

Henning Bock (Einzelbewerber, SPD) bringt die Erfahrung des Verwaltungsprofis mit. Als Politikwissenschaftler und Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Trier ist er gewohnt, große Apparate zu steuern. „An dieser Heimat liegt mir was“, begründete er seine Kandidatur. Er will ein „Bürgermeister für alle“ sein – ein Brückenbauer, der Verwaltung als modernen Dienstleister versteht.

Johannes Peter (Freie Wähler), der Versicherungskaufmann und Finanzberater aus Otzenhausen, positioniert sich als „Vollblut-Kommunalpolitiker“. Er kennt die Zahlen, er kennt die Strukturen. Für ihn birgt die Gemeinde Nonnweiler „enormes Potenzial“, das er durch fachliche Expertise und eine pragmatische Herangehensweise weiter stärken möchte.

Jonas Reiter (CDU) aus Primstal sitzt seit 2022 im Landtag des Saarlandes. Mit 18 Jahren setzte er u.a. einen Antrag zum Naturfreibad durch. Das für ihn eher unerwartete Erfolgserlebnis hatte Folgen: Bis heute treibt es den studierten BWLer an. Er will beweisen, dass „frischer Schwung“ und Verantwortung Hand in Hand gehen.