Mit der neuen Online-Plattform meldestelle.saarland geht das Saarland einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und andere Formen menschenfeindlicher Vorfälle. Ab sofort können Betroffene und Zeuginnen und Zeugen entsprechende Vorfälle schnell, unkompliziert und auf Wunsch auch anonym melden.
„Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt sind eine Bedrohung für unsere demokratische Gesellschaft. Durch die neue digitale Meldestelle werden solche Vorfälle sichtbar, dokumentiert und Betroffene mit Unterstützungsangeboten vernetzt“, erklärte Sozialminister Magnus Jung bei der Vorstellung des Projekts. Es sei ein Beispiel dafür, wie technologische Lösungen gezielt zur Förderung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen können.
Auch Isabelle Piwonka, Projektleiterin und Geschäftsführerin der zivilgesellschaftlichen Beratungsstelle Bounce Back, betonte die Bedeutung des Projekts: „Die Meldestelle steht für Respekt, Menschlichkeit und Zusammenhalt. Sie gibt Betroffenen Orientierung und stärkt sie darin, nicht allein zu bleiben.“
Die meldestelle.saarland verfolgt drei zentrale Ziele:
Dokumentation: Erfasst werden alle menschenfeindlichen Vorfälle – auch solche, die keine Straftaten darstellen oder nicht zur Anzeige gebracht wurden.
Unterstützung: Auf Wunsch werden Betroffene mit psychosozialer oder juristischer Beratung vernetzt, um individuelle Strategien im Umgang mit den Erlebnissen zu entwickeln.
Transparenz: Jährliche Berichte sollen öffentlich machen, in welchem Umfang und aus welchen Bereichen Meldungen eingehen.
Das Projekt wird von Bounce Back in Kooperation mit dem Landes-Demokratiezentrum Saarlandumgesetzt und über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Familienministeriums finanziert. Über eine interaktive Karte bietet die Plattform zudem eine Übersicht über alle kooperierenden Beratungsstellen im Saarland – darunter das Adolf-Bender-Zentrum, das Projekt „Yallah!“ gegen antimuslimischen Rassismus, die AWO-Beratung „Check In“ zur Distanzierungsarbeit sowie der LSVD+ Saarland mit Angeboten gegen LSBTI-Feindlichkeit.
Die Meldestelle arbeitet unabhängig von der Polizei. In akuten Bedrohungssituationen sollen Betroffene weiterhin den Notruf 110 oder die Onlinewache der Saar-Polizei nutzen.
Die Plattform befindet sich derzeit in einer Testphase und ist ab sofort unter meldestelle.saarlanderreichbar. (LeWe)