Rathaussturm in Nonnweiler
Mit Trommelwirbel, Musik und viel guter Laune haben die Narren der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler am Fetten Donnerstag erneut das Rathaus erobert – und dabei einen besonderen Moment erlebt: Für Bürgermeister Franz Josef Barth war es der letzte Rathaussturm in seiner Amtszeit.
Pünktlich um 17.11 Uhr zog der närrische Tross, begleitet von der Kolpingkapelle, in den Hinterhof des Rathauses ein. Mit viel Humor und gereimten Worten machte Sitzungspräsident Mike Theobald deutlich, dass die Narren den Schlüssel auch diesmal nicht ohne Weiteres wieder hergeben würden. Gleichzeitig schwang in seinen Worten Wehmut mit, denn die bevorstehende Bürgermeisterwahl markiert auch das Ende einer Ära.
Neben dem traditionellen Schlagabtausch blieb auch ein augenzwinkernder Blick auf die Politik nicht aus. In Richtung der Parteien merkte Theobald an, dass es bei den Kandidaten durchaus noch mehr weibliche Beteiligung geben könne. Die KG selbst gehe hier mit gutem Beispiel voran: Frauen sind im Elferrat vertreten, zudem gibt es gleich zwei Sitzungspräsidentinnen.
Für den entscheidenden Moment sorgten schließlich die Tollitäten. Die Jugendprinzessinnen Mila I. und Lana I. sowie das Prinzenpaar Andreas III. und Manuela I. zogen ins Rathaus ein und übernahmen symbolisch die Macht.
Barth zeigte sich dabei gewohnt schlagfertig, gab den Schlüssel jedoch ohne großen Widerstand ab. Mit humorvollen Versen kündigte er an, dass seine Amtszeit im Frühjahr enden werde – an diesem Tag aber allein das närrische Treiben zähle. Streit und Politik hätten während der Faasend Pause, stattdessen stünden Geselligkeit, Musik und Frohsinn im Mittelpunkt.
Auch das Prinzenpaar nutzte die Gelegenheit, um die närrische Herrschaft auszurufen. Mit viel Begeisterung rief es die Besucher dazu auf, die kommenden Tage ausgelassen zu feiern.
Mit einem dreifach donnernden „Alleh Hopp“ endete der Rathaussturm – und zugleich ein emotionaler letzter Auftritt für den amtierenden Bürgermeister, der sich ein weiteres Mal mit Humor und Gelassenheit dem närrischen Volk beugte. (LeWe)