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Oberthaler Nachrichten
Ausgabe 37/2019
Kirchliche Nachrichten
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Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands - kfd - im Dekanat St. Wendel

Die Nacht der offenen Kirchen - einmal anders

Die Türen der Alsfasser St. Anna - Kirche standen am Samstagabend weit offen und luden zum Eintreten und Verweilen ein. Circa 25 Frauen waren neugierig, was es mit der Ankündigung „Gebet und Tanz“ auf sich hatte. Gebet ja, das kannte man von Kindheit her. Aber Tanzen in der Kirche? Darf man das und kann man dabei überhaupt noch richtig beten? Man kann und man darf!

Therese Thewes, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft „Kirche am Schaumberg“ und Geistliche Begleiterin der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Dekanat, ist ausgebildete Tanzleiterin „Bibel getanzt“. Sie wusste gekonnt ihre Zuhörerinnen auf eine spirituelle Reise in die Welt des Glaubens mitzunehmen und dabei körperliche Bewegungen mit tiefen religiösen Empfindungen zu verbinden. Zentrum der Tänze war das Taufbecken, das ja auch der Ausgangspunkt des christlichen Glaubens ist. Aus jener Mitte heraus reihen sich, wie die Perlen an einer Schnur, die Beziehungen des Menschen zu Gott, zu seinem Nächsten und zu sich selbst. Diese Gedanken und Gefühle - in Bewegungen ausgedrückt - wurden zum Tanz. Sie führten einmal hinab in die Tiefen des eigenen Ich, dann wieder in Gebärden der Anbetung, hinauf zum Herrn der Welt.

Da aber der Tanz immer auch mit anderen Menschen zu tun hat, mit denen, die mit und neben uns tanzen, erfordert er ein stetes Achthaben und Mitnehmen. Tanzen kann man darum nur mit- und nie gegeneinander! Die Geste der gegenseitigen Segenszusprechung am Schluss war daher nichts oberflächlich daher Gesagtes, sondern sie kam von Herzen und hatte etwas so enorm Authentisches, das richtig „unter die Haut“ ging. Zu Beginn waren sich die meisten der Frauen fremd; als wir heimgingen, herrschte ein Gefühl der Freundschaft.